Was sind Magerrasen?

Unter den Biotoptyp Magerrasen fallen verschiedene Typen von extensiv genutztem Grünland mit besonders nährstoffarmen Bedingungen. Die Artzusammensetzung besteht aus verschiedenen Kraut- und Halbstrauchpflanzen, wie beispielsweise dem Silbergras (Corynephorus canescens) oder der Sand-Segge (Carex arenaria).

Ihr Vorkommen findet sich heute nur noch auf Standorten mit oftmals extremen Bedingungen wieder. Wiesen und Weiden zur Futtergewinnung für das Vieh müssen hohe Erträge liefern und dies ist von einem mageren Standort nicht zu leisten. Nährstoffeinträge, darunter besonders der Eintrag von Stickstoff, durch die Landwirtschaft, aber auch über die Luft durch Industrie- und Fahrzeugabgase, lassen nährstoffarme Lebensräume zunehmend verschwinden.

Magerrasen können nur existieren, wo der Mensch durch entsprechende Maßnahmen eingreift.
Seinen Ursprung haben die Magerrasen aller Wahrscheinlichkeit nach in den Anfängen der Viehhaltung. Damals trieben die Bauern ihr Vieh in die Wälder, wo junge Bäume und Sträucher verbissen wurden. Die Wälder alterten, doch es konnten keine neuen Bäume nachwachsen. Wälder lichteten sich und verschwanden letztendlich. Die Beweidung führte zu einem stetigen Entzug von Nährstoffen und zurück blieben offene Flächen, die Magerrasen.

Magerrasen finden sich oft auf sandigen Böden wieder. Diese zeichnen sich durch eine geringe Fähigkeit aus pflanzenverfügbares Wasser zu halten. Aber auch die Tagestemperaturen können stark schwanken. Böden aus Sand und Schotter haben eine sehr schlechte Wärmeleitfähigkeit. Liegen diese Bereiche in der prallen Sonne, können extrem heiße Temperaturen am Boden erreicht werden.

Pflanzenarten mit geringen Nährstoffansprüchen, einer Vorliebe für Wärme und eben dieser hohen Trockenheitsresistenz haben hier die Chance aufzuwachsen. Diese Arten kommen sonst nur im Mittelmeerraum oder der osteuropäischen Steppenlandschaft vor.

Die Bedeutung der Magerrasen wird deutlich, richtet man den Blick auf den Biotoptyp Magerrasen als Lebensraum. Viele Tiere sind auf bestimmte Pflanzenarten spezialisiert oder sogar ganz von ihnen abhängig. Andere benötigen neben einer bestimmten Pflanzenart Bereiche offener Böden.
Viele Pflanzen- und Tierarten, welche heute einen Gefährdungsstatus (Rote Liste gefährdeter Arten) haben oder sogar nahezu ausgestorben sind, finden im Naturschutzgebiet noch die Möglichkeit zur Existenz und Arterhaltung.

Mit seiner Fläche von 55,5 Hektar macht das Naturschutzgebiet „Bahndammgelände Krusenbusch“ nicht einmal 1 Prozent der Stadtfläche aus, doch lassen sich hier 40 Prozent aller gefährdeten Arten Oldenburgs wiederfinden.

Nach §30 BNatSchG (Bundesnaturschutzgesetz) stehen Magerrasen unter Schutz. Fast alle Flächen, die diesem Biotoptyp zugeordnet werden sind heute als Landschafts- oder Naturschutzgebiet ausgewiesen – der gesetzliche Schutzstatus gilt allerdings schon vor der Ausweisung.

So ist die untere Naturschutzbehörde seit 1999 mit der Pflege und Durchführung von Maßnahmen auf einer 6 Hektar großen Fläche zum Erhalt der Magerrasen zuständig.

Welche besonderen Anpassungen haben Pflanzen entwickelt und was bedeutet eigentlich „Hungerkünstler“? Antworten finden Sie beim nächsten Code.