Kultur- und Sportamtsleiterin Christiane Cordes im Ruhestand

Abschied vom Traumjob

Kultur- und Sportlandschaft in Oldenburg über viele Jahre geprägt und weiterentwickelt

Mit 32 Jahren kam Christiane Cordes aus der Landeshauptstadt Hannover nach Oldenburg und übernahm die Leitung der Stadtbibliothek mit damals rund 40 Mitarbeitenden – heute, 32 Jahre später, steht sie nicht nur an der Spitze der Bibliotheken, sondern verantwortet ein Amt mit 190 Kolleginnen und Kollegen aus Kulturbüro, Literaturhaus, Musikschule, Museen, Sport sowie Querschnittsaufgaben im Fachdienst Zentrale Dienste. „Diesem großen Team möchte ich zum Abschied einfach Danke sagen – für die vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit, die gegenseitige Wertschätzung und Unterstützung“, betont Cordes. 

Kultur als Konstante bei wechselnden Strukturen

Im Zuge der Verwaltungsreform übernahm Cordes 2001 die Leitung des neu geschaffenen Fachbereichs Kultur und Sport, der schon ein Jahr später – mit wiederum neuen Strukturen unter Oberbürgermeister Schütz – zum Amt für Kunst und Kultur umgewandelt wurde. 2010 kam wiederum der Fachdienst Sport hinzu, zuletzt 2019 die drei städtischen Museen und Kunsthäuser und der Fachdienst Zentrale Dienste. Cordes‘ Wirken ist dabei nicht auf die Verwaltungseinheiten beschränkt – Einrichtungen aus Kunst und Kultur, die freie Kulturszene oder Sportvereine sind eng mit der Verwaltung verwoben, stellen gemeinsam Projekte auf die Beine und befinden sich im regelmäßigen Austausch.

Entwicklung hin zu mehr Teilhabe in Kultur und Sport

Der Stellenwert der Teilhabe – sei es in Musik, Sport, Kunst oder Kultur – für alle Bürgerinnen und Bürger in Oldenburg ist über die drei Jahrzehnte stark gestiegen. Damit änderten sich auch die Anforderungen an die einzelnen Fachdienste: Wie schaffen wir kulturelle Teilhabe? Wie ermöglichen wir einen Zugang zu Sport und Bewegung für alle? Wer hat die Kompetenzen, woher bekommen wir das Geld? Wie müssen sich Kultur und Sport verändern, wenn wir Inklusion leben und dem demografischen Wandel begegnen wollen? 

Mit einer diverseren Gesellschaft hat unter Christiane Cordes ein Umdenken stattgefunden: das Kulturamt als Partner und Möglichmacher, das den Dialog sucht, Neues aufgreift und Bedarfe und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger als Grundlage versteht. Das A und O dabei? – „Bürgerinnen und Bürger einbinden, das wird immer wichtiger – gerade in diesen komplizierten Zeiten“, betont sie. Hier weiter vorausschauend zu wirken, die Stadtgesellschaft über Kultur und Sport zusammenzuhalten, sei eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre.

Viele Ideen für neue Freizeit

Wie blickt Cordes selbst auf ihre Amtszeit zurück? Ein „Traumjob“ sei es gewesen, über die Jahre so viel in Oldenburg gestalten zu können. Die Entwicklung der Kulturförderung, die Bedeutung von Museumspädagogik und kultureller Bildung, die Unterstützung der Sportvereine, der Ausbau von Sportstätten, Auf- und Ausbau der Museen, Weiterentwicklung der Stadtbibliothek – die Liste ließe sich fortsetzen. Und wie geht es für die künftige Ruheständlerin persönlich weiter? Sie freue sich darauf, ihre Zeit nun selbstbestimmt und großzügig einteilen zu können. Freundinnen, Sport, Literatur oder ein schon länger in der Schublade liegendes Geschichtsprojekt stehen ganz oben auf der Liste. Cordes‘ Nachfolgerin oder Nachfolger wird derzeit gesucht, mit einer neuen Besetzung der Kulturamtsleitung wird im Sommer 2026 gerechnet.

Zuletzt geändert am 30. April 2026