Leo Trepp

Der Rabbiner und Religionsphilosoph Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Leo Trepp, Ehrenbürger der Stadt Oldenburg, hat sich zeitlebens für ein aufgeschlossenes Judentum, Toleranz und den Dialog zwischen den Religionen eingesetzt.

Geboren wurde er 1913 in Mainz. Nach seinem Studium der Philosophie und Philologie promovierte er und besuchte das Rabbinerseminar in Berlin. 1936 wurde er Landesrabbiner in Oldenburg und betreute mehrere jüdische Gemeinden im Nordwesten. In der Nacht der Novemberpogrome 1938 ging auch die Oldenburger Synagoge in Flammen auf. Die männlichen Gemeindemitglieder wurden in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert – so auch Landesrabbiner Leo Trepp. Nach Intervention des britischen Chefrabbiners Dr. Hertz kam er wieder frei und emigrierte 1940 in die USA, wo er bis zu seiner Emeritierung als Professor für Philosophie und Geisteswissenschaften in Kalifornien tätig war. Ab 1954 kehrte er regelmäßig wieder nach Oldenburg zurück, erforschte die Geschichte der Oldenburger Juden, begleitete die Wiedergründung der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg und lehrte an der hiesigen Universität.

1971 wurde ihm das Große Stadtsiegel verliehen. 1989 würdigte die Universität Oldenburg seinen Einsatz für den christlich-jüdischen Dialog mit dem Ehrendoktortitel. Im darauffolgenden Jahr wurde er Ehrenbürger der Stadt Oldenburg. 2003 erhielt er den Oldenburg-Preis der Oldenburgischen Landschaft. Leo Trepp verstarb am 2. September 2010 im Alter von 97 Jahren in San Francisco.

Weitere Ehrungen folgten. So wurde zum 100. Geburtstag von Leo Trepp im März 2013 der Straßenabschnitt vor der Oldenburger Synagoge nach ihm umbenannt. 2017 beging die Jüdische Gemeinde zu Oldenburg ihr 25-jähriges Jubiläum der Wiedergründung. Aus diesem Anlass würdigte die Stadt Oldenburg Leo Trepp mit einer von Renate Deterts-Ackermann geschaffenen Bronzebüste und übergab sie der Öffentlichkeit.

Das bereits 2013 von der Stadt bei Christian Gude in Auftrag gegebene, inzwischen überarbeitete akustische Porträt über Leo Trepp und die Juden in Oldenburg kann demnächst dauerhaft in der Stadtbibliothek angehört werden. Die zuvor nur temporär aufgestellte Hörstation hat in Sichtachse zur Oldenburger Synagoge nun einen Dauerstandort gefunden. Das Porträt mit Originalzitaten ist darüber hinaus auch auf der Homepage des Kulturbüros hier » zu finden.

Weitere Informationen und Links

Leo Trepp Ehrenbürgerschaft hier »

Leo Trepp Straßenumbenennung 2013
Teil der Wilhelmstraße umbenannt 04.03.2013 hier »

Leo Trepp Ehrung mit einer Büste 2017
Stadt würdigt Ehrenbürger Leo Trepp mit Bronzebüste hier »

Ehrenbürger Leo Trepp erzählt aus seinem Leben: Hörstation im PFL 14.08.2017 hier »

Jüdische Gemeinde zu Oldenburg hier »