Teil der Wilhelmstraße in Leo-Trepp-Straße umbenannt

Neues Straßenschild feierlich enthüllt/Oldenburgs letzter Landesrabbiner gewürdigt

Leo Trepp, Ehrenbürger Oldenburgs und letzter Landesrabbiner der Stadt von 1936 bis 1938, wäre am 4. März 100 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass hat die Stadt Oldenburg eine Straße nach ihm benannt, um sein Leben und Wirken zu ehren. Bei einem Festakt am Sonntag, 3. März, wurde das neue Straßenschild enthüllt: Der südliche Teilabschnitt der Wilhelmstraße (zwischen Marien- und Katharinenstraße) heißt nun Leo-Trepp-Straße. Bei der feierlichen Straßenumbenennung war neben Oberbürgermeister Gerd Schwandner, dem niedersächsischen Landesrabbiner Jonah Sievers und dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg Jehuda Wältermann auch Leo Trepps Ehefrau Gunda Trepp anwesend.

Prof. Dr. Dr. h. c. Leo Trepp wurde am 4. März 1913 in Mainz geboren und studierte in Frankfurt am Main und in Berlin Philosophie und Philologie. Nach seiner Promotion 1935 an der Universität Würzburg besuchte er das Rabbinerseminar Berlin. 1936 wurde er zum Landesrabbiner in Oldenburg berufen. Nach der Pogromnacht des 9. November 1938 verhafteten ihn die Nationalsozialisten und brachten ihn in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Auf Intervention des britischen Oberrabbiners kam er frei und emigrierte 1940 in die USA. Dort studierte er an den Universitäten von Harvard und Berkeley und übernahm eine Professur für Philosophie und Geisteswissenschaften am kalifornischen Napa Valley College.

Nach dem Krieg hat sich Leo Trepp große Verdienste als Wegbereiter eines neuen Dialogs zwischen Juden und Christen nach dem Holocaust erworben. Schon 1954 besuchte Trepp erstmals wieder Oldenburg. Bis ins hohe Alter blieb er der Stadt Oldenburg eng verbunden und kehrte fast jährlich zu privaten Besuchen und wissenschaftlichen Aufenthalten an seine alte Wirkungsstätte zurück. 1990 ernannte ihn die Stadt zum Ehrenbürger. Auch der Dialog mit der jungen Generation war Leo Trepp wichtig, um sie für den Versöhnungsgedanken zu gewinnen. Selbst im hohen Alter folgte er Einladungen von Schulklassen, um über die Zeit des Nationalsozialismus zu berichten.

Die Benennung einer Straße im Herzen Oldenburgs und in unmittelbarer Nähe zum Jüdischen Gemeindezentrum, zur Synagoge und dem Leo-Trepp-Lehrhaus sowie zu seiner ehemaligen Wirkungsstätte, der 1938 in Brand gesteckten Synagoge, soll an Leo Trepps Leben und Wirken erinnern: an seine über Jahrzehnte währende Verbundenheit mit der Stadt Oldenburg, seine Versöhnungsbereitschaft und seine große Menschlichkeit, mit der er ein wichtiges Zeichen gesetzt hat.