Preisverleihung 2026
Laudatio von Jan Philipp Reemtsma auf Güner Yasemin Balcı – Auszeichnung relevanter denn je
Öffentliche Verleihung des Carl-von-Ossietzky-Preises am 21. Mai
Am Montag, 4. Mai 2026, jährt sich der Todestag von Carl von Ossietzky (1889 bis 1938) zum 88. Mal. Der Journalist, Pazifist und Friedensnobelpreisträger gilt heute mehr denn je als Prototyp des unerschrockenen Publizisten. Seine kompromisslose Verteidigung der Pressefreiheit und sein Eintreten gegen Militarismus und Nationalismus verleihen seinem Erbe in heutigen Zeiten eine beklemmende Aktualität.
Alle zwei Jahre vergibt die Stadt Oldenburg den Carl-von-Ossietzky-Preis für Zeitgeschichte und Politik, um einzelne Arbeiten, Gesamtwerke oder Personen auszuzeichnen, die sich in herausragender Weise mit dem Leben und Werk Carl von Ossietzkys auseinandersetzen oder die sich im Geiste Ossietzkys mit der demokratischen Tradition und Gegenwart in Deutschland sowie mit Themen der Politik und Zeitgeschichte befassen. Die Auszeichnung sei heute relevanter denn je, wie Paula von Sydow, Leiterin des städtischen Kulturbüros, betont.
Preisvergabe an die Berliner Journalistin, Autorin und Filmemacherin Güner Yasemin Balcı
Am Donnerstag, 21. Mai 2026, zeichnet Oberbürgermeister Jürgen Krogmann die renommierte Berliner Journalistin, Autorin und Filmemacherin Güner Yasemin Balcı aus. Die Stadt Oldenburg folgt damit der Entscheidung der unabhängigen Jury: „Balcıs Plädoyer für Freiheit und gegen Fundamentalismen und Rassismen jeglicher Art ist ein Plädoyer für ein Deutschland, ihr ‚bestes Heimatland‘, das sich auszeichnet durch ein klares Bekenntnis zur Demokratie, Freiheit, zu Frauenrechten, Selbstbestimmung, Toleranz und universellen Menschenrechten. Damit steht sie in der Tradition von Carl von Ossietzky, der sich für ein demokratisches, freies und sozial gerechtes Deutschland einsetzte und sich gegen einen autokratischen Nationalismus wandte.“
Laudatio von Jan Philipp Reemtsma
Die Laudatio auf Balcı hält eine der gewichtigsten Stimmen der deutschen Geisteswissenschaften, Jan Philipp Reemtsma. Er ist Gründer sowie geschäftsführender Vorstand der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur. Reemtsma, dessen Arbeitsschwerpunkte nicht zuletzt die Zivilisationstheorie, aber auch die Geschichte der menschlichen Destruktivität sind, schätzt an der Journalistin und Filmemacherin insbesondere ihren „scharfen Blick“ auf die gesellschaftliche Wirklichkeit und ihren Mut, unbequeme Themen wie religiösen Extremismus und Integrationsbarrieren ungeschönt anzusprechen. In gemeinsamen Diskursen über den Heimatbegriff bewies er bereits ein tiefes Verständnis für Balcıs Werk, das er als leidenschaftliches „Lob auf die offene Gesellschaft“ würdigt.
Öffentliche Preisverleihung mit Anmeldung bis 12. Mai
Neben geladenen Gästen sind auch weitere Interessierte herzlich eingeladen, an der Preisverleihung teilzunehmen. Sie findet am Donnerstag, 21. Mai 2026, um 18 Uhr, im Veranstaltungssaal des Kulturzentrums PFL, Peterstraße 3, statt. Anmeldungen sind bis spätestens Dienstag, 12. Mai 2026, möglich: unter Angabe von Name und Kontaktdaten per E-Mail an servicecenter[at]stadt-oldenburg.de oder telefonisch unter 0441 235-4444. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt, die Vergabe erfolgt nach Eingang der Anmeldungen.
Lesung für Oldenburger Schülerinnen und Schüler
Die Preisträgerin wird sich bei ihrem Aufenthalt mit Oldenburger Schülerinnen und Schülern treffen und unter anderem aus ihrem Buch „Heimatland“ lesen. Darin erzählt sie von ihrem Aufwachsen im Berliner Rollbergviertel und reflektiert die Spannungen zwischen kultureller Vielfalt, religiösem Fundamentalismus und dem Wert der persönlichen Freiheit. Für Schülerinnen und Schüler ist das Werk besonders spannend, da es lebensnah zeigt, wie Bildung und demokratische Werte als Schlüssel zur Selbstbestimmung fungieren und zur Diskussion über das eigene Verständnis von Identität und Heimat anregen.
Zur Preisträgerin Güner Yasemin Balcı
Güner Yasemin Balcı, 1975 in Berlin-Neukölln geboren, ist eine renommierte Journalistin, Autorin und Filmemacherin. Nach ihrem Studium arbeitete sie in sozialen Brennpunkten und war als Redakteurin für das ZDF-Magazin „Frontal 21“ tätig. Seit 2020 setzt sie ihre Expertise als Integrationsbeauftragte des Bezirks Berlin-Neukölln ein. Bekanntheit erlangte Balcı durch ihre gesellschaftskritischen Bücher, darunter „Arabboy“ (2008) und „Almanya“ (2010). Zuletzt thematisierte sie im 2025 erschienenen „Heimatland“ die Herausforderungen von Integration, Clankriminalität und religiösem Extremismus.
Zuletzt geändert am 30. April 2026

