Preisträgerin 2026
Jury: Engagement gegen Widerstände und unter persönlichen Gefahren macht sie zum „Role Model“ einer konstruktiven Integrationspolitik
Carl-von-Ossietzky-Preis 2026 geht an Güner Yasemin Balcı
Die Publizistin, Dokumentarfilmerin und Integrationsbeauftragte von Berlin-Neukölln, Güner Yasemin Balcı (geboren 1975 in Berlin), erhält den mit 10.000 Euro dotierten Carl-von-Ossietzky-Preis der Stadt Oldenburg für Zeitgeschichte und Politik des Jahres 2026. Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann wird sie im Rahmen eines Festaktes am Donnerstag, 21. Mai 2026, auszeichnen. Der Carl-von-Ossietzky-Preis wird alle zwei Jahre in Erinnerung an den Friedensnobelpreisträger verliehen und erfolgt aufgrund des Votums einer unabhängigen Jury.
Durchsetzen von Menschenrechten, Freiheit, Selbstbestimmung
Die Jury des Carl-von-Ossietzky-Preises begründet ihre Auswahl folgendermaßen: „Balcıs Plädoyer für Freiheit und gegen Fundamentalismen und Rassismen jeglicher Art ist ein Plädoyer für ein Deutschland, ihr ‚bestes Heimatland‘, das sich auszeichnet durch ein klares Bekenntnis zur Demokratie, Freiheit, Frauenrechten, Selbstbestimmung, Toleranz und universellen Menschenrechten. Mit dieser Grundhaltung steht sie in der Tradition von Carl von Ossietzky, der sich für ein demokratisches, freies und sozial gerechtes Deutschland einsetzte und sich gegen einen autokratischen Nationalismus wandte.“
Weiter führt die Jury aus: „Güner Balcı weiß, wovon sie spricht und schreibt. Sie ist klar, authentisch und empathisch im Engagement für die Freiheit und Selbstbestimmung vor allem von Frauen aus patriarchalen Gemeinschaften. Dass sie sich seit 2020 als Integrationsbeauftragte in ‚ihrem‘ Stadtteil Berlin-Neukölln gegen die unterschiedlichsten Widerstände und unter persönlichen Gefahren auch gegen islamistische Tendenzen und kulturelle Dominanzansprüche in den migrantischen Communities engagiert, macht sie zum ‚Role Model‘ einer konstruktiven Integrationspolitik, die niemanden ausgrenzt und auf einem klaren Bekenntnis zu Demokratie, den Werten der Menschenrechte und einer offenen Gesellschaft beruht.“
Der Jury gehören an: die Historikerin Prof. Dr. Dagmar Freist, die Frauenrechtlerin Dr. Necla Kelek, der Staatsrechtler Prof. Dr. Dr. Volker Boehme-Neßler, der Journalist, Blogger und Autor Stefan Schulz sowie die Moderatorin und Autorin Shelly Kupferberg.
Über den Carl-von-Ossietzky-Preis
Der Carl-von-Ossietzky-Preis für Zeitgeschichte und Politik wird seit 1984 alle zwei Jahre am 4. Mai, dem Todestag des Namenspatrons, oder in zeitlichem Zusammenhang zu seinem Sterbedatum von der Stadt Oldenburg verliehen. Ausgezeichnet werden Personen, einzelne Arbeiten oder Gesamtwerke, die sich mit Leben und Werk Ossietzkys oder die sich mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus auseinandersetzen. Der Preis kann auch für Arbeiten oder Personen zuerkannt werden, die sich im Geiste Carl von Ossietzkys mit der demokratischen Tradition und Gegenwart in Deutschland oder mit Themen der Politik und Zeitgeschichte befassen.
Zuletzt geändert am 17. März 2026
