Jury 2026
Die Vergabe des Carl-von-Ossietzky-Preises erfolgt nach dem Votum einer Jury. Dieser gehören fünf Mitglieder an, die in qualitativ hochstehender Weise jeweils den politik- und sozialwissenschaftlichen, geschichtswissenschaftlichen, schriftstellerischen und journalistischen sowie den allgemeingesellschaftlichen Bereich repräsentieren. Die Jurymitglieder entscheiden in der Regel maximal dreimal über die Preisvergabe.
Prof. Dr. Dagmar Freist
Dagmar Freist ist seit 2004 Professorin an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und hat in den vergangenen sechs Jahren als Dekanin die Fakultät für Human- und Gesellschaftswissenschaften geleitet. Die Forschungsschwerpunkte der in Cambridge promovierten Historikerin sind die frühneuzeitliche Globalgeschichte. Sie leitet drei interdisziplinäre Forschungsverbünde, darunter das Akademieprojekt Prize Papers, an den Schnittstellen der Humanwissenschaften, Digital History und KI-Anwendungen. Freist ist seit Januar 2022 Mitglied der Jury und deren Vorsitzende.
Prof. Dr. Dr. Volker Boehme-Neßler
Prof. Dr. Dr. Volker Boehme-Neßler ist ein renommierter deutscher Rechtswissenschaftler. Er ist Professor für Öffentliches Recht, insbesondere Medien- und Telekommunikationsrecht sowie Digitalisierung und Recht, an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Zuvor war er als Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) tätig. Seine Expertise liegt vor allem in den Bereichen Staatsrecht, Digitalrecht und Rechtstheorie.
In Forschung und Lehre befasst er sich intensiv mit den rechtlichen Herausforderungen der Digitalisierung, wie den Auswirkungen auf das Verfassungsrecht und die politische Kommunikation. Er ist ein gefragter Experte, der sich in öffentlichen Debatten zu aktuellen verfassungs- und medienrechtlichen Fragen äußert. Zudem ist er als externer Berater für Rechtskommunikation tätig.
Shelly Kupferberg
Shelly Kupferberg, geboren 1974 in Tel Aviv, wuchs in West-Berlin auf. Sie studierte Publizistik, Theater- und Musikwissenschaften an der Freien Universität Berlin und arbeitet seither als Journalistin und moderiert zahlreiche Radio-Sendungen mit Gästen und Konzertübertragungen in der ARD, darunter für Deutschlandfunk Kultur und radio3 vom rbb. Ihre thematischen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Kultur und Gesellschaft. Neben ihren Live-Sendungen ist sie auf diversen Bühnen unterwegs und moderiert Schriftstellerinnen und Schriftsteller sowie Podien für unterschiedliche Stiftungen, NGOs, Ministerien, Kultureinrichtungen und Festivals. Ihr literarisches Debüt, der SPIEGEL-Bestseller „Isidor“, erschien 2022 bei Diogenes und wurde mehrfach übersetzt, eine Theateradaption des Buches feierte Premiere am Wiener Burg-Theater. Im Frühjahr 2026 erscheint ihr Roman „Stunden wie Tage“.
Stefan Schulz
Stefan Schulz ist ein deutscher Soziologe, Publizist und Podcaster. Bekanntheit erlangte er zunächst als Blogger der „Sozialtheoristen“ sowie durch seine Arbeit im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wo er sich intensiv mit dem Medienwandel befasste.
Heute prägt er als einflussreiche Stimme die deutsche Podcast-Landschaft. Er produzierte jahrelang gemeinsam mit Tilo Jung den Medienpodcast „Aufwachen!“
und moderiert aktuell Formate wie den „Fernsehpodcast“ sowie mit Wolfgang M. Schmitt „Die Neuen Zwanziger“. Als Buchautor setzt er sich kritisch mit gesellschaftlichen Entwicklungen auseinander, etwa in „Redaktionsschluss“ (2016), dem Bestseller „Die Altenrepublik“ (2022) sowie dem Werk „Die Kinderwüste“ (2025).
Dr. Necla Kelek
Dr. Necla Kelek ist eine deutsch-türkische Sozialwissenschaftlerin, Publizistin und prominente Frauenrechtlerin. Sie kam 1967 nach Deutschland, studierte Volkswirtschaft und Soziologie und promovierte 2001 über den „Islam im Alltag“. International bekannt wurde sie durch ihre kritischen Analysen zu Parallelgesellschaften, religiösem Fundamentalismus und der Unterdrückung von Frauen im traditionellen Islam. Zu ihren prägenden Werken gehören „Die fremde Braut“ (2005) und „Die verlorenen Söhne“ (2006). Für ihre Arbeit wurde sie unter anderem mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet. Als gefragte Expertin, etwa in der Deutschen Islam Konferenz, setzt sie sich bis heute für Säkularismus und die Rechte muslimischer Frauen ein.
Zuletzt geändert am 17. März 2026