Blumige Aussicht für Bienen und Kinder

Angerflächen in Bloherfelde: Kompromiss zwischen Artenvielfalt und Anwohnerinteressen

Platz für alle Lebewesen: Die Bemühungen, dem Insektensterben mit der Gestaltung bienenfreundlicher Wiesen entgegenzuwirken, und das Interesse von Eltern, Spielflächen für ihre Kinder zu erhalten, müssen kein Widerspruch sein. Mit einem Kompromiss, der ein friedliches Miteinander von Mensch und Natur gewährleisten soll, reagiert die Stadtverwaltung Mitte Juni 2020 auf Unmut über die Schaffung von Wildblumenwiesen auf Angerflächen in Bloherfelde.

Flächen am Magnolienring waren Anfang 2019 im Rahmen der Beteiligungsaktion „Wildblumenwiesen für Oldenburg“ als geeignet ausgewählt worden. Die Aktion war auf große Resonanz bei den Oldenburgerinnen und Oldenburgern gestoßen. Die Flächenauswahl wurde durch Pressemitteilungen und Veröffentlichung auf der Internetseite der Stadt bekannt gegeben. Als Anfang 2020 die zu bearbeitenden Standorte festgelegt wurden, sind noch die Angerflächen der Straßen Apfelanger, Bloherfelder Anger und Kirschblütenanger dazugekommen. Die Flächen weisen hohes Potential für den Insektenschutz auf. Unter anderem wurden dort die gefährdeten Hosenbienen entdeckt.

Akzeptanz und Mithilfe nötig

Die ursprünglich als Entwässerungsmulden angelegten Angerflächen müssen nicht neu gestaltet werden. Eine weitere Extensivierung ist ausreichend, um die Pflanzen und damit die Insekten weiter zu fördern. Auch in den vergangenen Jahren wurde hier bereits weniger gemäht. Weil die Flächen am Magnolienring noch keine so große Pflanzenvielfalt aufwiesen, wurden hier drei Streifen mit bienenfreundlichem Saatgut neu angelegt. Einige Anwohnerinnen und Anwohner drängen indes darauf, dass die Angerflächen häufig gemäht werden, um dort Kinderspiel zu ermöglichen.

„Eine Aktion wie die Anlage von Wildblumenwiesen kann nur mit Akzeptanz und Mithilfe der Anwohnerinnen und Anwohner funktionieren. Wir haben daher die Planung verändert und hoffen, damit auch die Wünsche nach Spielflächen erfüllen zu können“, erläutert Christoph Winterhalter, Leiter des Fachdienstes Stadtgrün – Planung und Neubau. Und so sieht die Lösung aus: Auf den größeren Angerflächen am südlichen Magnolienring und am Kirschblütenanger wird mittig jeweils eine Fläche von der Stadt regelmäßig gemäht, die dann den Kindern zum Spielen zur Verfügung steht. Vor Ort werden die gemähten Flächen durch jeweils vier rote Pfosten an den Ecken markiert. Alle übrigen Flächen sollen weiter für die Wildblumenwiesen-Aktion zur Verfügung stehen.

Mit den Wildbienen auf Du und Du

„Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger darum, sorgsam mit diesen und den anderen Wiesenflächen im Stadtgebiet umzugehen“, appelliert Winterhalter. „Natürlich darf man vorsichtig in die Wiese hineintreten und die Insekten beobachten. Und es ist auch für die Kinder erlaubt, mal Blumen zu pflücken. Schließlich soll diese Aktion nicht nur für die Insekten sein, sondern auch für die Menschen. Keine Angst, Wildbienen sind sehr friedlich und stechen äußerst selten“, betont der Fachdienstleiter.

Die Stadtverwaltung macht außerdem darauf aufmerksam, dass sich zwei ausgewiesene Kinderspielplätze in der Nähe zu dem Siedlungsgebiet befinden: „An den Eschen“ und „Bohlkenweg“, der auch einen Bolzplatz mit zwei Toren besitzt.

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