300 neue Nistkästen

Kooperation mit dem NABU für Artenschutz und zur Eindämmung des Eichenprozessionsspinners

Nistkästen für die biologische Vielfalt und gesunde Eichen

Die Stadt Oldenburg setzt ein Zeichen für Natur- und Artenschutz: Im Stadtgebiet werden insgesamt 300 Vogelnistkästen aufgehängt. Damit wird eine der ersten Maßnahmen aus dem Programm zum Label „StadtGrün naturnah“ umgesetzt. „Mit dieser Aktion fördert die Stadt gezielt den Erhalt der Artenvielfalt und unterstützt zugleich die natürliche Eindämmung des Eichenprozessionsspinners“, erklärt Jorit May, Leiter des Fachdienstes Stadtgrünpflege und Friedhöfe.

Auftakt im Februar im Stadtnorden

Start der ambitionierten Maßnahme war am Dienstag, 24. Februar 2026, im Drögen-Hasen-Weg. Viele der Nisthilfen sollen noch im Februar, also vor Beginn der Brut- und Setzzeit angebracht werden. Der Zeitraum ist bewusst gewählt, da so die Kästen direkt von den Vögeln zum Brüten bezogen werden können. „Die Nistkästen werden zunächst vor allem in Bereichen mit besonders vielen Eichen aufgehängt. Hier stehen im ersten Schritt der Aktion besonders die vielen Wallhecken und straßenbegleitenden Bäume in den nördlichen Stadtteilen wie Ofenerdiek und Etzhorn im Fokus“, erklärt May weiter.

Zusammenarbeit von Stadt und NABU

Die Stadt Oldenburg wird bei der umfangreichen Aktion durch den NABU Oldenburg unterstützt. Gemeinsam werden die vielen Nistkästen in den städtischen Eichen aufgehängt werden. Hier kann insbesondere die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Oldenburg mit ihren Kenntnissen zu potentiellen Brutbäumen wertvolle Informationen liefern.

Hergestellt wurden die Nistkästen direkt in Oldenburg durch die Werkstätten der JVA in Kreyenbrück. Neben den Nistkästen für Vögel sollen zu einem späteren Zeitpunkt auch noch Fledermauskästen aufgehängt werden.

Nistkästen mit doppeltem Nutzen

Die Maßnahme dient nicht nur dem Vogelschutz, sondern hat einen doppelten Nutzen: Zum einen fehlen insbesondere in Städten zunehmend alte Bäume mit Höhlen oder natürliche Nischen an Gebäuden, die von Vögeln oder Fledermäusen als Brutplätze und Winterquartiere genutzt werden können. Nistkästen ersetzen diese fehlenden Brutplätze und bieten Vögeln einen sicheren Raum zum Brüten und Aufziehen ihrer Jungen. Daneben dienen spezielle Fledermauskästen als Raum zur Aufzucht der Jungen sowie als Quartier für den Winter.

Zum anderen ernähren sich viele heimische Vogelarten von verschiedenen Insektenraupen. Dabei fressen insbesondere Meisen auch gerne die Raupen des Eichenprozessionsspinners. So vertilgt ein Meisen-Paar während einer Saison circa 17 Kilogramm Eichenprozessionsspinner. Aus diesem Grund wurde ein großer Teil der Nistkästen gezielt auf die Bedürfnisse von Meisen abgestimmt. Damit soll das natürliche Gleichgewicht gestärkt werden, sodass keine chemischen Mittel eingesetzt oder die Nester der Raupen aufwändig entfernt werden müssen.

Was sind Eichenprozessionsspinner?

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, der sich in den letzten Jahren aufgrund milder Winter und warmer Frühjahre stark ausgebreitet hat und besonders stark an Eichen anzutreffen ist. Die Raupen besitzen feine Brennhaare, die ein Nesselgift enthalten, welches beim Menschen bei Kontakt gesundheitliche Beschwerden verursachen kann. Möglich sind Hautreizungen, Entzündungen der Augen oder in seltenen Fällen auch Beschwerden der Atemwege. Um die Gefährdung von Menschen zu verringern, soll mit der Stärkung der natürlichen Feinde, wie Meisen, eine Reduzierung der Raupenbestände erzielt werden.

Meldungen von Verdachtsfällen an Bäumen im Eigentum der Stadt Oldenburg werden telefonisch unter 0441 235-4444 beim ServiceCenter entgegengenommen. Hier finden Sie weitere Informationen zum Eichenprozessionsspinner ».

Über das Label „StadtGrün naturnah“

Das Aufhängen der Nistkästen ist eine der ersten Aktionen aus dem Maßnahmenplan zum Label „StadtGrün naturnah“. Die Stadt Oldenburg hat sich 2024 um die Zertifizierung beworben und nach umfangreicher Bewertung im September 2025 das Label in Silber erhalten. Dieses Label ist zunächst auf drei Jahre befristet. Um sich zu verbessern, wurde mit der lokalen Arbeitsgruppe ein umfassender Maßnahmenkatalog erstellt, welcher in den nächsten Jahren Schritt für Schritt umgesetzt wird. Weitere Informationen zum Label „StadtGrün naturnah“ gibt es auf der städtischen Internetseite » sowie auf der offiziellen Website ».

Zuletzt geändert am 25. Februar 2026