Zusammenarbeit zwischen Universität und Stadt im Aufwind

Schwerpunkt liegt 2026 auf dem Baubeginn des Medizincampus und der Förderung von Medizin-Neugründungen

Am Dienstag, 20. Januar 2026, trafen sich Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder und Oberbürgermeister Jürgen Krogmann mit den Spitzen der Stadtverwaltung und den Mitgliedern der Hochschulleitung zum dreizehnten Jahresgespräch von Universität und Stadt Oldenburg. In der gemeinsamen Sitzung zogen Universitäts- und Stadtspitze eine positive Zwischenbilanz. Im Arbeitsprogramm für dieses Jahr bilden die Themenfelder Medizin und Innovation einen Schwerpunkt: Der Baubeginn des Medizincampus ist im Sommer geplant. Flankierend steht die Förderung von Start-ups aus der Medizinbranche im Fokus. Zudem setzen die beiden Partner begonnene Projekte fort und planen zum Beispiel neue Vorhaben in den Bereichen Klimaneutralität und Gründungskultur.

Stimmen zum Jahresgespräch

„2025 haben wir unseren Fachaustausch in allen fünf Kernbereichen unserer Kooperation und auch darüber hinaus fortgesetzt und vertieft“, betonte Universitätspräsident Bruder. „Mit Projekten wie ‚Age Friendly Cities‘, in dem unsere Forschenden Daten dazu erheben, wie altersgerecht Oldenburg ist, oder dem niedersachsenweiten Energieverbundprojekt TEN.efzn bringt die Universität ihr Wissen immer stärker in die Praxis ein.“

„Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Universität hat seit der Unterzeichnung der Strategischen Kooperationsvereinbarung in nur zwei Jahren einen spürbaren Aufwind erfahren. 2026 werden sich viele Vorhaben verstetigen und weiter entfalten“, so Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Der hervorragende Erfolg der Universität, die im letzten Jahr alle Exzellenzcluster-Anträge erfolgreich einwerben konnte, strahlt auch auf die Stadt insgesamt sehr positiv aus, sowohl in der baulichen als auch in der Fachkräfte-Entwicklung. Das würde durch einen erfolgreichen Antrag als Exzellenz-Universität in diesem Jahr noch gesteigert werden. Dabei unterstützt die Stadt die Universität mit aller Kraft.“

Umgestaltung des Botanischen Gartens

Ein neues Projekt im Bereich „Klimaneutralität“ ist der „Klimagarten“: Schon seit einiger Zeit ist die Umgestaltung des Botanischen Gartens der Universität in Richtung Klimaneutralität im Gange – Ziel sind begrünte Dächer und Fassaden, eine Wärmeversorgung durch Geothermie und Strom aus Photovoltaik-Anlagen. Ein Highlight des Projekts, an dem auch die Stadt beteiligt ist, ist ein neues Ausstellungsgebäude im Eingangsbereich des Botanischen Gartens, das in diesem Jahr fertiggestellt wird. Dort werden universitäre und städtische Aktivitäten zum Thema Klimawandel und Klimaanpassung vorgestellt. 

Universitätsmedizin und „MediTech-Cluster“ im Fokus

Im Bereich „Weiterentwicklung Universität“ liegt die Priorität in diesem Jahr auf der Medizin: Demnächst steht der Baubeginn für die neuen Lehr- und Forschungsgebäude der Universitätsmedizin an. Im ersten Bauabschnitt werden bis Mitte 2029 knapp 4.000 Quadratmeter Labor- und Büroflächen sowie eine Nassanatomie errichtet.

Ein weiteres großes gemeinsames Vorhaben von Stadt und Universität ist die Entwicklung eines medizinischen Innovationsclusters im Rahmen der Universitätsmedizin Oldenburg. Unter dem Namen „MediTech-Cluster“ soll es Akteurinnen und Akteure aus Gesundheitswirtschaft, Wissenschaft und Technologie vernetzen, um Partnerinnen und Partner zusammenzubringen, die gemeinsam neue Impulse für die Gesundheitsbranche setzen. Ideale Voraussetzungen für eine Ansiedlung herrschen auf dem 6,3 Hektar großen MediTech-Gelände zwischen Klingenbergstraße und Alter Postweg. Die unmittelbare Nähe zum Klinikum bietet Unternehmen direkten Kontakt zur Universitätsmedizin und damit zu potenziellen klinischen Forschungspartnerinnen und Forschungspartnern.

Aktuell rekrutieren Stadt und Universität gemeinsam eine Projektleitung und eine Projektassistenz, die die Entwicklung des MediTech-Clusters in den kommenden beiden Jahren vorantreiben sollen. Das Ziel: ein attraktives Konzept dafür zu erarbeiten, wie etablierte Unternehmen und Start-ups aus der Gesundheitsbranche sowie Oldenburger Einrichtungen gewinnbringend zusammenarbeiten können. Partnerschaften auf- und Netzwerke auszubauen ist dabei ein erster wichtiger Schritt. Langfristig soll auf dem Gelände auch ein eigenes Innovationszentrum entstehen.

Oldenburger Gründungskultur stärken

Dafür, dass die erfolgreiche Oldenburger Gründungskultur stärker in der Stadt sichtbar wird – Stichwort „Campus Oldenburg“ – sorgt unter anderem das EU-geförderte Projekt „Gründung findet Stadt“. Für dieses Jahr sind die Eröffnung eines „Gründungsschaufensters“ und eines Marktforschungslabors im Schlauen Haus geplant. Die Stadt ist über eine Kofinanzierung und auch inhaltlich beteiligt.

Zusätzlichen Schub für die Gründungskultur bringt die „hoi startup factory“, die in diesem Jahr den Betrieb aufnimmt. Das Vorhaben unter Federführung der Universitäten Oldenburg und Bremen wurde zwar im vergangenen Jahr nicht für die erhoffte Bundesförderung ausgewählt. Dank finanzieller Unterstützung aus der Wirtschaft wird die Einrichtung, hinter der insgesamt zehn Hochschulen stehen und die Gründungen aus der Wissenschaft fördern soll, aber trotzdem starten. „Das Oldenburger Gründungsnetzwerk ist deutlich enger zusammengerückt“, betonte Oberbürgermeister Krogmann. Es seien neue Formate zur Vernetzung entstanden, und die Verbindung nach Bremen und in die Region sei stärker geworden.

Das nächste Treffen der Spitzen von Universität und Stadt ist für Mitte des Jahres geplant.

Hintergrund: Über die strategische Kooperationsvereinbarung

Stadt und Universität haben am 29. November 2023 eine strategische Kooperationsvereinbarung geschlossen, die auf eine gefestigte, gestärkte und weiterentwickelte Zusammenarbeit in fünf Kernbereichen zielt: Klimaneutralität, Weiterentwicklung der Uni, Campus Oldenburg, Gründungskultur und Internationalisierung. Die Kooperation gründet unter anderem auf einer historischen Verbundenheit – der Ratsbeschluss zum Errichten einer Universität datiert bereits aus dem Jahr 1959 –, einer ersten Kooperationsvereinbarung aus dem Jahr 2002 und jährlichen Gesprächen der Spitzen von Uni und Stadt seit 2016.

Zuletzt geändert am 21. Januar 2026