Peter Suhrkamp und die „Suhrkamp-Kultur“ – Leben und Vermächtnis eines Verlegers

Ein Gesprächsabend zum Lebenslauf von Peter Suhrkamp und seiner Idee eines literarischen Verlages mit Wolfgang Schopf und Etta Bengen

Der 1891 in Kirchhatten bei Oldenburg geborene Peter Suhrkamp war einer der bedeutendsten Verleger Deutschlands. Aufgewachsen im ländlichen Raum schlug er das für ihn vorgesehene Hoferbe aus, um gegen den Willen seiner Eltern Lehrer zu werden. Bevor er sein Studium aufnehmen konnte, meldete er sich 1914 freiwillig für den Kriegsdienst. Schwer traumatisiert verbrachte er die letzten Kriegsmonate in einer psychiatrischen Anstalt. Nach Kriegsende nahm er sein Lehrerstudium auf und arbeitete mehrere Jahre in seinem Beruf. 1929 beendete er seine Lehrertätigkeit und setzte sich als Journalist unter anderem kritisch mit dem Schulwesen auseinander. Nach mehrjähriger Mitarbeit im S. Fischer Verlag übernahm er 1936 die Anteile der ins Exil genötigten Familie Fischer bis er 1944 wegen Verstößen gegen Autorenverbote und Kontakten zu Widerstandskreisen verhaftet und ins Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht wurde. 1950 gründete er den Suhrkamp Verlag, der sich in folgenden Jahren zu einem der wichtigsten deutschen Literaturverlage entwickelte.

Der Literaturhistoriker Dr. h. c. Wolfgang Schopf, Leiter des Literaturarchivs der Universität Frankfurt am Main, Kurator, Herausgeber und Archivar, diskutiert mit der Sozialwissenschaftlerin und Suhrkamp-Biografin Etta Bengen über Peter Suhrkamp als Verleger, seinen Lebenslauf und das Vermächtnis der „Suhrkamp-Kultur“. Durch den Abend führt der Ideengeschichtler Professor Dr. Matthias Bormuth.