Das neue Stadtmuseum Oldenburg eröffnet
Kostenloses Eröffnungsprogramm am 6. Juni und 7. Juni
Platz für Begegnung und Diskussion
Nach gut vier Jahren Bauzeit öffnet das neue Stadtmuseum Oldenburg seine Türen – und lädt Besuchende dazu ein, Stadtgeschichte aus neuen Perspektiven zu entdecken. „Mit dem neuen Stadtmuseum schaffen wir einen offenen Ort für Begegnung, Diskussion und kulturelle Teilhabe mitten in unserer Stadt. Hier wird Geschichte nicht nur bewahrt, sondern gemeinsam neu erzählt – vielfältig, kritisch und nah an den Menschen“, sagt Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. Mit einer neuen Dauerausstellung, offenen Veranstaltungsformaten und Räumen für Austausch und Beteiligung versteht sich das Museum als lebendiger Ort für die gesamte Stadtgesellschaft.
Nach umfassender Neugestaltung präsentiert sich das Stadtmuseum als offenes Haus, das historische Sammlungen mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen verbindet. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur bekannte Kapitel der Stadtgeschichte, sondern auch Stimmen und Erfahrungen, die lange wenig sichtbar waren. „Das neue Stadtmuseum steht für ein modernes Kulturverständnis: offen, dialogorientiert und zugänglich für alle Menschen. Es verbindet historische Bildung mit gesellschaftlichem Austausch und stärkt damit die kulturelle Identität Oldenburgs nachhaltig“, sagt Kulturdezernent Holger Denckmann.
Dauerausstellung: Stadtgeschichte vielfältig erzählt
Die neue Dauerausstellung widmet sich der Geschichte Oldenburgs in ihrer Vielfalt und stellt Fragen nach Erinnerung, Zugehörigkeit und gesellschaftlichem Wandel. Begleitet durch die Frage „Ist Oldenburg eine oder meine Stadt?“ werden die Meilensteine und Wendepunkte der Oldenburger Stadtgeschichte, soziale Bewegungen, Migration und bisher wenig erzählte Perspektiven thematisiert. Besuchende sind eingeladen, Geschichte nicht als abgeschlossene Erzählung zu verstehen, sondern als offenen und gemeinsamen Prozess.
Die Dauerausstellung umfasst rund 350 Objekte auf zwei Ebenen. Neben bedeutenden Exponaten wie den erstmals gezeigten Heidenwall-Hölzern, dem Grundstein der Synagoge von 1854 oder dem mittelalterlichen Richtschwert sind auch Objekte zu sehen, die vom Alltag und Leben der Menschen bis in die Gegenwart erzählen: Etwas ein Ticket zum Nirvana-Konzert in Oldenburg im Jahr 1989, die Kultfiguren Mecki und Esel vom Kramermarkt oder der Wohnungsschlüssel eines aus Syrien geflüchteten Oldenburgers – zu seinem inzwischen zerbombten ehemaligen Zuhause. Die drei Themenbereiche „Was ist Stadt?“, „Wer macht Stadt?“ und „Oldenburg ist …“ schlagen dabei stets die Brücke in die Gegenwart und Zukunft. Wie war Oldenburg? Wie erleben wir die Stadt heute? Und wie soll sie künftig aussehen?
„Die Ausstellung ist für uns kein fertiges Ergebnis, sondern Ausgangspunkt für Gespräche, neue Perspektiven und gemeinsames Nachdenken über die Stadt. Sie soll wachsen, sich verändern und immer wieder neue Fragen stellen“, sagt Stadtmuseumsleiter Dr. Steffen Wiegmann. Eine Besonderheit der Ausstellung sind partizipative Elemente wie „leere“ Vitrinen, die von Bürgerinnen und Bürgern mit eigenen Objekten gestaltet werden können. Auf diese Weise werden persönliche Stadtgeschichten sichtbar und die Dauerausstellung bleibt lebendig und wandelbar. Erste Beiträge aus der Kampagne „Was ist Deine Geschichte?“ werden bereits zur Eröffnung gezeigt. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern, Initiativen und Expertinnen und Experten aus der Stadtgesellschaft.
Platz für Begegnung und Diskussion
Neben den Ausstellungsräumen bietet das Museum mit seinem großzügigen Foyer sowie dem Denk- und Kreativraum im vierten Obergeschoss Platz für Veranstaltungen, Diskussionen und Workshops. Zur Eröffnung erwartet die Besuchenden ein vielfältiges Programm mit Führungen, Gesprächen, künstlerischen Beiträgen und Mitmachangeboten.
Ein besonderer Fokus liegt auf Beteiligung und Zugänglichkeit. Das neue Stadtmuseum versteht sich als Ort, an dem unterschiedliche Menschen zusammenkommen, ihre Perspektiven einbringen und miteinander ins Gespräch kommen können. Der gesamte Neubau ist barrierearm gestaltet und ermöglicht damit möglichst vielen Menschen einen selbstverständlichen Zugang zu Ausstellungen, Veranstaltungen und Aufenthaltsbereichen. Mit der Eröffnung beginnt zugleich ein neues Kapitel für das Stadtmuseum Oldenburg: als kultureller Treffpunkt, Lernort und Raum für gesellschaftliche Debatten mitten in der Stadt.
Eröffnungsprogramm am 6. Juni und 7. Juni
Die Eröffnung des neuen Stadtmuseums Oldenburg am Samstag, 6. Juni, und Sonntag, 7. Juni 2026, bietet ein vielfältiges Programm aus feierlichen, inhaltlichen und kreativen Angeboten – bei freiem Eintritt. Am Samstag startet das Fest um 10 Uhr mit der offiziellen Eröffnung auf dem Vorplatz in Anwesenheit von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. Anschließend kann die neue Dauerausstellung im ersten und zweiten Obergeschoss erkundet werden, die die Stadtgeschichte Oldenburgs interaktiv erzählt. Im dritten Obergeschoss zeigt die Sonderausstellung „In der Stadt statt im Museum“ den Entstehungsprozess des Museums und den Veränderungsprozess der letzten Jahre.
Ergänzt wird das Programm durch Mitmachangebote im Denk- und Kreativraum, Spielaktionen im Hüppesaal sowie gastronomische Angebote im Foyer, auf dem Vorplatz und auf der Dachterrasse. Ab 18 Uhr klingt der Tag mit Musik von DJ Ismet Tolan im Foyer aus.
Am Sonntag steht ein Community-Frühstück im Hüppesaal im Mittelpunkt. Danach sind erneut Ausstellungen, Mitmachangebote sowie kulinarische Bereiche im gesamten Haus geöffnet.
Architektur verbindet Geschichte und Gegenwart
Bereits 2016 begann das Projekt „Neues Stadtmuseum Oldenburg“ mit einer Fachtagung und umfassender Bürgerbeteiligung. Im Januar 2019 wurde der Siegerentwurf der Gruppe GME aus Achim und jes architekten aus Bremen vorgestellt. 2022 wurde ein Teil des ehemaligen Stadtmuseums – die „Neue Galerie“ – abgerissen und der Neubau begonnen. Heute vereint das Stadtmuseum historische Bausubstanz und zeitgenössische Architektur zu einem gemeinsamen Ensemble. Der Neubau umfasst ein großzügiges Foyer, drei Ausstellungsebenen mit rund 1.200 Quadratmetern Ausstellungsfläche sowie weitere 750 Quadratmeter für Bildung, Begegnung und Veranstaltungen.
Im Zusammenspiel mit den historischen Stadtvillen des Museumsgründers Theodor Francksen, die ebenfalls zum Stadtmuseum gehören und derzeit noch saniert werden, entsteht eine harmonische Verbindung aus zeitgemäßer Architektur und respektvollem Umgang mit der historischen Umgebung.
Über die Kostenentwicklung
Die genaue Kostenfeststellung wird einige Monate nach der Eröffnung zur Verfügung stehen. Nach derzeitigem Stand geht die Stadt Oldenburg davon aus, dass es bei der Prognose von 26,7 Millionen Euro bleiben wird. Die erhöhte Prognose gegenüber den zum Projektstart kalkulierten 17 Millionen Euro geht auf verschiedene Aspekte zurück: Entwicklungen wie die Corona-Pandemie und der Angriffskrieg in der Ukraine waren zum damaligen Projektbeginn nicht absehbar und haben sich massiv auf die Baupreise ausgewirkt. Zudem hat sich das Leistungsprogramm im Projektverlauf erweitert, aus Nachhaltigkeitsgründen wurde etwa das Energiekonzept angepasst. Die Stadt Oldenburg hat die Entwicklung fortlaufend begleitet und die Planungen entsprechend angepasst, um die Qualität und Zukunftsfähigkeit des Museumsstandorts langfristig zu sichern.
Förderung von mehreren Seiten
Der Bund förderte das Projekt über den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit insgesamt 8,5 Millionen Euro. Weitere Unterstützung erhielt das Museum unter anderem von der Stiftung Niedersachsen, der Niedersächsischen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der LzO, der Stiftung Kunst und Kultur der LzO, der EWE Stiftung sowie der Kulturstiftung Öffentliche Oldenburg. Gefördert wurden unter anderem barrierefreie Medienangebote, digitale Vermittlungsformate, das Leitsystem und zentrale Bereiche der Dauerausstellung.
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Zuletzt geändert am 3. Juni 2026
