Frühe Förderung in Kitas
Musikschule der Stadt Oldenburg erweitert entgeltfreies Früherziehungsangebot dank Bundesförderung
Von ersten Liedern zu lebenslanger Begeisterung
Ein früher Zugang zur musikalischen Bildung ist wichtig. Er weckt die Begeisterung fürs Musizieren und fördert gleichzeitig Fähigkeiten, die heute immer wichtiger werden: Konzentration, Geduld, gegenseitige Unterstützung, Rücksichtnahme, Toleranz, Kreativität und Neugier. Doch nicht alle Kinder bekommen diese Chance – sei es wegen beruflicher Verpflichtungen der Eltern, finanzieller Engpässe oder mangelndem Bewusstsein für die Bedeutung früher musikalischer Bildung. Hier setzt die Musikschule der Stadt Oldenburg an: Denn sie bringt die Musik direkt zu den Kindern und ist bereits in elf Oldenburger Kitas mit einem entgeltfreien musikpädagogischen Angebot vertreten.
Nun bietet die Musikschule seit Januar 2026 auch in vier weiteren Kitas entgeltfreien Musikunterricht an. Möglich wird das durch die Förderung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Dadurch kann die Musikschule ihr Angebot im Rahmen des Programms „Kultur macht stark“ deutlich ausweiten – und in den kommenden eineinhalb Jahren bis zum 31. Juli 2027 rund 350 Kinder erreichen.
Was ist das Besondere an den neuen Kita-Kooperationen – und welche Kinder profitieren davon?
Das Besondere an diesem Programm ist, dass es gezielt Kinder ab drei Jahren in sozialen und finanziellen Risikolagen anspricht. Damit erreicht die Musikschule der Stadt Oldenburg genau jene, die ihre Angebote am dringendsten benötigen. Dieser frühe Zugang zur kulturellen Bildung kann die Bildungsbiografien der Kinder nachhaltig prägen und dadurch zahlreiche Chancen eröffnen.
Welche Vorteile bietet der Musikunterricht direkt in den Kitas?
Die Musikschullehrkräfte bieten bereits seit vielen Jahren musikalischen Früherziehungsunterricht in den Kitas an. Dadurch erhalten viele Kinder einen niedrigschwelligen Zugang zur musikalischen Bildung, da der Unterricht direkt vor Ort stattfindet und durch unterschiedliche Finanzierungsmodelle entgeltfrei bleibt. Gleichzeitig profitiert auch das Kita-Personal vom Know-how der Lehrkräfte, wodurch Musik stärker im Alltag der Einrichtungen verankert werden kann.
Wie läuft der musikalische Früherziehungsunterricht in den Kitas ab?
Aufgrund begrenzter Kapazitäten kann der Unterricht nicht in allen Kitas gleichzeitig stattfinden. Die Lehrkräfte rotieren daher zwischen den Einrichtungen und wechseln nach einigen Jahren auch die Kitas. Wie die Gruppen in den einzelnen Kitas zusammengesetzt sind und wie häufig der Unterricht stattfindet, wird jeweils vor Ort individuell entschieden. In den neuen Kita-Kooperationen im Rahmen des Programms „Kultur macht stark“ ist jedoch festgelegt, dass die Gruppen aus etwa 15 Kindern bestehen und bis Juli 2027 einmal wöchentlich außerhalb der Ferien unterrichtet werden. In den bereits länger bestehenden Kooperationen ist die Gestaltung etwas flexibler.
So unterschiedlich die Organisation vor Ort ist, so einheitlich gestaltet sich der Ablauf der Unterrichtsstunden: Nach einem Begrüßungslied werden Lieder erarbeitet und Stimmübungen durchgeführt. Die Kinder bewegen sich zur Musik, entdecken verschiedene Musikinstrumente und erleben Singen, Tanz, Bewegung sowie elementares Instrumentalspiel (Orff-Instrumente). Diese Aktivitäten fördern den Spracherwerb, die Körperwahrnehmung und soziale Kompetenzen gleichermaßen. Neben neuen Inhalten spielen feste Rituale und Abläufe eine wichtige Rolle, bevor jede Stunde mit einem Abschlusslied endet. Das Angebot kommt bei den Kindern sehr gut an: Sie singen die Lieder auch außerhalb der Stunden und freuen sich jede Woche auf den Unterricht.
Was wird mit den Fördergeldern gemacht?
Mit den Fördergeldern können neben dem entgeltfreien Unterricht verschiedene Musikinstrumente und Unterrichtsmaterialien für die Kinder angeschafft werden, die sie auch nach Projektende weiter nutzen können.
Warum ist Musikunterricht besonders für die Kleinsten so wertvoll?
Wenn man Kinder schon im Vorschulalter an Musik heranführt, bleibt ihre Begeisterung dafür oft ein Leben lang. Deshalb kann die Ausbildung an der Musikschule der Stadt Oldenburg schon ab einem Alter von vier Monaten begonnen werden. Auf diese Weise wird das Musizieren ein fester Bestandteil des Alltags und entwickelt sich fast wie eine zweite Muttersprache für die Schülerinnen und Schüler.
Zuletzt geändert am 27. März 2026

