Wie groß ist der Fliegerhorst und wem gehört(e) er?

Die Fläche des Fliegerhorstes umfasst insgesamt 309 Hektar. Davon entfallen 4 Hektar auf die Gemeinde Bad Zwischenahn, 112 Hektar auf die Gemeinde Wiefelstede und 193 Hektar auf die Stadt Oldenburg. Seit Anfang 2014 ist die Stadt Oldenburg im vollständigen Eigentum der Flächen des Fliegerhorstes, die sich auf ihrem Stadtgebiet befinden.

Warum ist das Gelände noch teilweise abgeriegelt?

Der Fliegerhorst Oldenburg existiert schon seit dem 2. Weltkrieg und wurde auch bombadiert. Bevor jetzt das Gelände freigegeben werden kann, müssen alle Flächen auf Abwurfmunition, -munitionsreste sowie Altlasten untersucht werden. Einige Teilbereiche des Fliegerhorstes sind bereits nicht mehr abgeriegelt und stehen der Bebauung zur Verfügung.

Es ist nicht ganz ungefährlich, sich auf dem Fliegerhorst aufzuhalten. Es gibt dort noch Altlasten sowie Flächen, die mit Munition kontaminiert sind oder Gebäude, die nicht betreten werden dürfen. Ein Teilbereich des Fliegerhorstes ist für die Öffentlich freigegeben. Dies wird sich auf Grund der voranschreitenden Bauaktivitäten jedoch weiter ändern. 

Warum muss auf dem Fliegerhorst eine Kampfmittelsondierung stattfinden?

Im April und Mai 1944 wurde je ein großer Luftangriff auf den Fliegerhorst Oldenburg geflogen. Luftaufnahmen aus dem Jahr 1945 zeigen die Spuren der mehrfachen Luftangriffe, die auch in den Flächen der geplanten Bauvorhaben sichtbar sind. Es ist eine erhebliche Anzahl von Bombenkratern auf verschiedenen Aufnahmen zu erkennen ebenso die Beschädigungen der einzelnen Gebäude. Aus Gründen der Gefahrenabwehr müssen vor den umfangreichen Erschließungsmaßnahmen die notwendigen Kampfmittelsondierungen auf dem Areal durchgeführt werden.

Auf Basis der bereits erfolgten Luftbildauswertung und den Kampfmittelräumarbeiten in den Jahren 2015 bis 2017 kann nachgewiesen werden, dass im betreffenden Gelände des Fliegerhorstes zahlreiche Bombentrichter und Laufgräben zu Kriegszeiten vorhanden waren. Im Zuge der Nachkriegsnutzung des Fliegerhorstes durch die britische Armee bis zur Übergabe an die deutsche Luftwaffe, wurden umfangreiche Bodeneingriffe durchgeführt, die zu massiven Bodenbewegungen geführt haben. Es wurde festgestellt, dass hierdurch ehemals ungenutzte Flächen signifikante Auffüllungen aufweisen. Ein Verbringen etwaiger im Boden vorhandener Kampfmittel kann nicht ausgeschlossen werden.

Die bisherigen Erfahrungen und Ergebnisse der erfolgten Sondierungen und die Öffnung von Verdachtspunkten (Bombentrichter und Hohlformen), haben ebenfalls gezeigt, dass diese auch zur Entsorgung von Munition gedient haben. Es ist davon auszugehen, dass ein großer Anteil des heutigen Baumbestandes erst nach dem Krieg auf diesen belasteten Flächen gewachsen ist und die Flächen nicht auf Kampfmittel abgesucht worden sind.

Die Umsetzung der planerischen Vorgaben des Masterplans, erfordert eine flächeneinheitliche Kampfmittelsondierung, um nach dem Stand der Technik von heute eine Kampfmittelfreiheit zu erreichen. Das bedeutet, dass die Flächen freigemacht werden müssen durch Rodung der Bäume und Sträucher und Abriss von Gebäuden.

Sind die verschiedenen Flächen auf dem Fliegerhorst schon verplant?

Die Stadt hat von der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (BImA) den Fliegerhorst unter bestimmten Bedingungen gekauft. Auf dieser Grundlage wurde in der Stadtwerkstatt und den Innovationscamps I + II ein Masterplan erarbeitet. Dieser ist die Grundlage der Planungen auf dem Fliegerhorst. Hier gelangen zu den Informationen zum Masterplan und der Entstehung »

Mittlerweile sind schon verschiedene Bebauungspläne für das Gelände beschlossen oder befinden sich gerade in Aufstellung. Hier finden Sie Informationen zu den verschiedenen Bebauungsplänen »

Was passiert mit den alten Gebäuden?

Einige Gebäude waren baufällig und mussten bereits aus Sicherheitsgründen abgerissen werden. Die Stadt geht davon aus, dass ein Teil der Gebäude weitergenutzt werden kann, wenn dies für zukünftige Investoren wirtschaftlich tragbar ist.

Wie soll der neue Stadtteil verkehrsmäßig erschlossen werden?

Es war zunächst geplant Teile der Straßen zu erhalten. Dies ist jedoch auf Grund des alten Straßenaufbaus nicht möglich. Der Verlauf einiger Straßen wird beim neuen Straßenbau jedoch wieder aufgegriffen, hinzukommen neue Erschließungsstraßen. Als Verbindung zwischen der Alexanderstraße und Wechloy ist eine Entlastungsstraße geplant.

Können die vorhanden Straßen, Leitungen und Kanäle ohne weiteres wieder genutzt werden?

Leider hat sich herausgestellt, dass weder die Straßen, noch die Leitungen und Kanäle den heutigen Ansprüchen entsprechen. Zudem befinden sich Teile der Leitungen und Kanäle unterhalb den neuen, privaten Grundstücken.

Wird sich die Entwässerung im Norden Oldenburgs durch eine Bebauung ändern?

Die Entwässerung des Stadtnordens stellt eine große Herausforderung dar. Zurzeit erarbeitet der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) für den Fliegerhorst ein Konzept, das Lösungsansätze bieten soll. Dabei steht über den Generalentwässerungsplan schon fest, dass eine Umleitung der Ofenerdieker Bäke in Richtung Westen erfolgen muss.

Wann werden die Arbeiten auf dem Fliegerhorst abgeschlossen sein?

Bis die Entwicklung des neuen Stadtteils auf dem ehemaligen Fliegerhorst abgeschlossen sein wird, werden noch ein paar Jahre vergehen. Der Fliegerhorst ist in verschiedene Bauabschnitte aufgeteilt. Der erste Bauabschnitt N-777 D soll 2021 vollständig bebaut und erschlossen sein.

Warum müssen so viele Bäume gefällt werden?

Ein großer Teil der Bäume muss gefällt werden, da hier eine Bebauung entstehen soll. Hierzu kommt, dass die meisten Bäume nach dem zweiten Weltkrieg gewachsen sind. Da sind unter den Bäumen Kampfmittel befinden können, müssen die Bäume leider gefällt werden, damit eine Sondierung stattfinden kann. Flächen, auf denen Bäume stehen bleiben, werden eingezäunt und sind somit nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Gibt es Naturschutzflächen auf dem Fliegerhorst? Wie wird damit umgegangen?

Teile des Fliegerhorstes haben eine hohe Bedeutung für die Natur. So ist im Nordosten eine größere Fläche bereits unter Naturschutz gestellt. Hier finden Sie weitere Informationen zu Naturschutzgebiet Alexanderheide »

Kann ich auf dem Fliegerhorst ein Grundstück kaufen und ab wann ist es möglich?

Die Vermarktung im Baugebiet N-777 D ist bereits abgeschlossen. Hier bekommen sie weiter Informationen zur Vermarktung in den anderen Baugebieten »

Wird es soziale Einrichtungen wie Schule und Kindergarten geben?

Auf dem Fliegerhorst sind drei bis vier Kindertagesstätten geplant. Die erste Kindertagesstätte entsteht gerade im Bauabschnitt N-777 D durch die Kirchengemeinde St. Christophorus. Des Weiteren ist eine Grundschule im Bauabschnitt N-777 F geplant.