Naturschutzgebiet (NSG) Alexanderheide

Die Alexanderheide ist eine ehemalige Sand- und Heidelandschaft im nordwestlichen Stadtgebiet Oldenburgs und gehört teilweise zum Ammerland. Vor Ausbruch des 1. Weltkrieges lag sie noch weit außerhalb der bebauten Fläche der Stadt Oldenburg und wurde zunächst als Ausflugsgebiet, seit 1871 dann als Exerziergelände genutzt.

Zu jenem Zeitpunkt steckte die Fliegerei noch in den Kinderschuhen. Mitte der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts nahmen grundsätzliche Gedanken über die Anlage eines regulären Flugplatzes auf der Alexanderheide konkretere Formen an. Im Mai 1932 beschloss der Rat der Stadt Oldenburg dort den Ausbau eines Flugplatzes. Nach intensiven Rodungs- und Planierarbeiten vollzog sich am 18. Juni 1933 die Grundsteinlegung für die erste Flugzeughalle auf dem Gelände. Im August 1933 konnte schließlich der „Sportflugplatz Oldenburg/Alexanderheide" eingeweiht werden. Mit Übernahme des Flugplatzes durch die Wehrmacht wurde im Januar 1934 die „Fliegerübungsstelle Oldenburg" eingerichtet. Es entstand der Fliegerhorst in seiner heutigen Form, jedoch als Rasenplatz. Die Betonstartbahn sowie Rollwege, Abstellflächen, Bunkeranlagen etc. sind erst nach 1945 entstanden.

Der schließlich bis 2006 militärisch genutzte Fliegerhorst erstreckt sich mit einer Gesamtgröße von ca. 320 ha über die Stadt Oldenburg sowie die Gemeinden Bad Zwischenahn und Wiefelstede. Innerhalb der Stadtgrenzen befinden sich 193 ha.

Das auf dem Flächennutzungsplan 1996 noch weiß gehaltene Gelände ist nach seiner Aufgabe durch die Stadt und die Universität Oldenburg erstmals einer Bestandsaufnahme unterzogen worden. Im Ergebnis sind Teilbereiche des Fliegerhorstes für Fauna und Flora von hoher Wertigkeit. Dies gilt sowohl für die größere Ausdehnung vorhandenen Sandmagerrasens als auch für die Gewässer und Feuchtbiotope tiefer liegender Flächen im Bereich der Niederung der Ofenerdieker Bäke. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Lebensräume ist die Anzahl der vorzufindenden Biotoptypen außerordentlich vielfältig. Bezeichnend ist die Tatsache, dass über 300 verschiedene Gefäßpflanzenarten sowie etwa 30 kryptogame Arten vorgefunden wurden. Zu den besonders auffälligen Gefäßpflanzenarten, weil es sich um besonders geschützte Arten handelt, gehören die Heide-Nelke, die Karthäuser-Nelke, der Teufelsabbiss oder der basenreiche Sandmagerrasen als prioritärer Lebensraumtyp gemäß FFH-Richtlinie, Anhang 1.

Auch faunistisch ist die Fläche des Fliegerhorstes hochinteressant. Nachgewiesen werden konnten 57 Vogelarten, darunter 46 Arten, die in dem Gebiet brüten. Auch Heuschrecken, Fledermäuse und Laufkäfer finden hier ihre Heimat. Jüngste Untersuchungen belegen auch eine besondere Bedeutung für Amphibien, insbesondere in den Waldflächen an der südöstlichen Grenze des Fliegerhorstes.

Durch eine jahrzehntelange extensive Nutzung und Pflege der militärisch genutzten Flächen konnten sich auf den mageren Sandböden wertvolle und z. T. im Oldenburger Stadtgebiet einzigartige Pflanzengesellschaften auf ehemaligen Flugsanddünen-Flächen (Alexanderheide) ansiedeln. Das Gebiet ist geprägt durch ein vielgestaltiges, in Teilen sehr kleinräumiges Mosaik unterschiedlichster Biotoptypen. Innerhalb des Stadtgebietes sind insbesondere die Sandmagerrasen in Vielfalt und Größe einzigartig. Aus diesen Gründen wurde ein Teil des Fliegerhorst-Geländes im Mai 2014 als Naturschutzgebiet „Alexanderheide“ unter Schutz gestellt.