Kampfmittelsondierung erfordert Baumfällungen

In den kommenden Jahren entsteht auf dem ehemaligen Militärflughafen der neue Stadtteil Fliegerhorst. Ziel der ursprünglichen Planung war es, den unter anderem aus Birken, Platanen, Eichen und Rotbuchen bestehenden Baumbestand auf dem Gelände weitestgehend zu erhalten. Da sich im Boden des Areals jedoch zahlreiche Munitionsreste, darunter auch Blindgänger von Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg, befinden, musste der gesamte Boden metertief ausgehoben und durchgesiebt werden. Die Kampfmittelsondierung war ohne die Rodung der Bäume leider nicht möglich. Mit der Entstehung des Stadtteils Fliegerhorst werden neue Bäume angepflanzt und großzügige Grünflächen angelegt. Außerdem werden bewaldete Gebiete am Rande der Bebauung nicht auf Kampfmittel untersucht. Sie bleiben umzäunt und werden der natürlichen Entwicklung überlassen. So versorgen sie die Bewohnerinnen und Bewohner mit frischer Luft.

Neue Grünflächen entstehen

Der neue Stadtteil soll ein grünes Stadtquartier werden. Entlang der Ofenerdieker Bäke wird der naturnahe Bäke-Park zur Naherholung angelegt, der eine Grünverbindung vom neuen Baugebiet Am Mittelweg zum Landschaftsschutzgebiet Kleiner Bürgerbusch bildet. Zudem entstehen in dem Baugebiet westlich der Alexanderstraße ein multifunktionaler und begrünter Platz, der von Bäumen umgeben wird. Entlang einiger Wege und Straßen entstehen mit der Zeit zudem schöne Alleen. Die größeren, zusammenhängende Grün- und Waldflächen des Fliegerhorstes werden mit weiteren Naturräumen im Stadtgebiet vernetzt und tragen zu einem besseren Stadtklima in Oldenburg bei.

Auch das Wassermanagement » für den neuen Stadtteil ist gut durchdacht. Um Starkregenereignisse abzufedern werden beispielsweise naturnah gestaltete Regenrückhaltebecken angelegt und die Ofenerdieker Bäke fließt wieder in ihrem natürlichen Bachbett.

Heimische Bäume und Sträucher

Um eine nachhaltige und naturnahe Bepflanzung des Stadtteils Fliegerhorst zu gewährleisten, schreiben die Bebauungspläne standortgerechte und heimische Hölzer vor. Sie bieten den heimischen Tierarten Lebensräume und Nahrung. Es besteht eine vielfältige Auswahl. Zu den Baumarten gehören zum Beispiel die Rotbuche, der Spitz- und Feldahorn und die Stieleiche. Als Sträucher werden unter anderem Liguster, Haselnuss oder Weißdorn empfohlen.

Grüne Dächer

Nicht nur auf dem Boden, auch auf den Dächern soll es grünen. Dächer mit einer Dachneigung von weniger als 15 Grad müssen im neuen Stadtteil generell begrünt werden. Begrünte Dächer » sind Lebensraum für Insekten und verbessern das Stadtklima. Darüber hinaus können sie Regenwasser speichern und entlasten die Kanalisation bei starken Regenfällen. Zudem gleichen die Dächer warme Temperaturen aus und verhindern so das sommerliche Aufheizen der Gebäude.

Natur in der Nachbarschaft

Der neue Stadtteil Fliegerhorst grenzt im Norden direkt an das fast 40 Hektar große Naturschutzgebiet Alexanderheide ». Zudem gibt es in der unmittelbaren Nachbarschaft viel Grün, wie den kleinen Bürgerbusch. Sie dienen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft. Dort leben und brüten unter anderem die Vogelarten Kiebitz und Feldlerche. Zum Schutz der Vögel dürfen die Rasenflächen unter den Solaranlagen nur außerhalb der Brutzeiten gemäht werden. Die Arbeit übernimmt eine Herde Schafe, die auf dem Fliegerhorst gehalten wird. Ihr Stall ist ein ehemaliger Flugzeugbunker, der auch Turmfalken einen Brutplatz bietet.