Vernetzung

Kommunaler Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen* und Häusliche Gewalt

Netzwerkarbeit ist elementar für die Präventions- und Interventionsarbeit und spielt gerade auf der kommunalen Ebene eine wesentliche Rolle. In Oldenburg gibt es etablierte Netzwerke, die auf unterschiedlichen Ebenen das Themengebiet Häusliche Gewalt bearbeiten.

Arbeitskreise

Speziell auf das Themengebiet Partnerschaftsgewalt bezogen gibt es drei interdisziplinäre Arbeitskreise, mit unterschiedlichen Zielrichtungen: Der „Runde Tisch Häusliche Gewalt“, die „Fallkonferenzen Hochrisikofälle Häusliche Gewalt“ und der „Arbeitskreis Häusliche Gewalt des Präventionsrates“. Die erstgenannten sind dem Themenfeld Intervention zuzuordnen und werden deshalb im Kapitel "Intervention" beschrieben. Für das Ziel der Prävention von Häuslicher Gewalt engagiert sich seit 2008 der Arbeitskreis Häusliche Gewalt des Präventionsrates. Die beteiligten Institutionen
– Autonomes Frauenhaus, Präventionsrat, OLIP, GSG, Gleichstellungsbüro – organisieren Fortbildungen, Ausstellungen, Vorträge und Pressekampagnen. Der Arbeitskreis trägt damit zur Sensibilisierung der Einwohner*innen bei, bewirkt eine weitere Enttabuisierung und ermöglicht Betroffenen sowie dem Umfeld von Betroffenen die Kontaktaufnahme zu Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen.

Oldenburger Netzwerk Frühe Hilfen

Darüber hinaus befasst sich das Oldenburger Netzwerk Frühe Hilfen (OSFH) punktuell mit dem Thema Partnerschaftsgewalt. Es wurde 2006 vom Kinderschutz-Zentrum Oldenburg gegründet. Das Kinderschutz-Zentrum Oldenburg organisiert in Zusammenarbeit mit dem 2007 gegründeten „Koordinierungszentrum Kinderschutz – Kommunales Netzwerk Frühe Hilfen“ in Trägerschaft des Amtes für Jugend und Familie die Treffen. Ein zentrales Anliegen des Arbeitskreises OSFH ist es, die in der Stadt vorhandenen Angebote transparent zu machen, zu koordinieren, zu vernetzen und zu systematisieren. Das Netzwerk ist nicht vor dem Hintergrund der Prävention von Partnerschaftsgewalt
entstanden, gleichwohl wird das Miterleben von Partnerschaftsgewalt als Risikofaktor für ein ganzheitliches gesundes Aufwachsen von Kindern definiert und ist ein gewichtiger Anhaltspunkt für eine Kindeswohlgefährdung. Es hat zum Ziel, familiäre Belastungen frühzeitig zu erkennen, passgenaue Unterstützungsangebote bereit zu stellen und die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitswesen sowie der Kinder- und Jugendhilfe zu verbessern.

GUSTL

Familienhebammen und Kinderkrankenschwestern bieten über das Angebot GUSTL – Guter Start ins Leben, das seit 2009 im Gesundheitsamt angesiedelt ist, Eltern mit ihren neugeborenen Kindern Hausbesuche an, informieren, beraten, leisten praktische Hilfen und stellen Kontakt zu den Beratungsstellen her. Beim Erstbesuch wird den Eltern ein Ordner mit umfangreichen Informationsmaterialien übergeben. Zudem besteht eine enge Kooperation zwischen dem GUSTLTeam und dem Bereich „Frühe Hilfen“ des Amtes für Jugend und Familie. Der Bereich hält diverse Präventionsangebote zum Kinderschutz vor. Diese finden zum Teil im Rahmen von Hausbesuchen statt und tragen somit auch zur Prävention von Häuslicher Gewalt bei beziehungsweise unterstützen Frauen*, die von Häuslicher Gewalt betroffen sind.

Zuletzt geändert am 19. April 2024