Belüftungsmaßnahme
Bessere Wachstumsbedingungen für zahlreiche Bäume in Gartendenkmalen
Frischekur für alte Bäume
Eine Wurzelbelüftung kam zahlreichen alten Bäumen in Oldenburg zugute: Einige Bäume in der Peterstraße und im Anton-Johann-Becker-Park sowie insgesamt 124 Linden an der Ofener Straße profitieren künftig von besseren Wachstumsbedingungen. Umweltdezernentin Schacht hat sich im Frühjahr 2026 ein Bild von dem Verfahren gemacht.
Grüne Gartengroßstadt Oldenburg
Die großen, alten Bäume in der Stadt Oldenburg bilden einen zentralen Bestandteil der Wahrnehmung als „Grüne Gartengroßstadt“. Umso wichtiger ist es, diese Bäume gesund zu erhalten, damit sie ihre positiven Funktionen, wie beispielsweise Kühlung, Lebensraum und Luftreinigung, auch bestmöglich erfüllen können. Nicht bei allen Bäumen im Stadtgebiet sind die Bedingungen an ihren Standorten aber optimal, so dass manche Bäume sich nicht gut entwickeln. Dafür hat die Stadt bereits 2025 Maßnahmen ergriffen und die Verbesserung von drei Baumstandorten von einer Fachfirma durchführen lassen.
Unter anderem 124 Linden an der Ofener Straße behandelt
Start der Maßnahmen war im Juni 2025 auf dem Friedensplatz an der Peterstraße. Die Trauereiche steht dort in einem stark versiegelten und verdichteten Straßenraum. Um ihre Vitalität an diesem extremen Standort zu erhalten, wurde hier der Boden im Wurzelraum verbessert und zusätzlich Dünger eingebracht. Fortgeführt wurden die Arbeiten im Dezember 2025 im Anton-Johann-Becker-Park zwischen der Lindenstraße und der Bürgerstraße. Dort wurden mit dem gleichen Verfahren die Standorte von mehreren Baumgruppen sowie einer über hundert Jahre alten Blutbuche verbessert.
Den Abschluss der umfangreichen Maßnahme bildete die Verbesserung der Baumstandorte von 124 Linden an der Ofener Straße im März. Hier machte sich auch Umweltdezernentin Christine-Petra Schacht ein Bild und ließ sich das spezielle Verfahren genau erläutern. Gemeinsam mit Tanja Piening, Leiterin des Fachdienstes Stadtgrün – Planung und Neubau, sowie Jorit May, Leiter des Fachdienstes Stadtgrünpflege, ließ sie sich die einzelnen Schritte sowie die positiven Auswirkungen auf den Baum vor Ort von Norbert Müller (Firma TFI) zeigen.
„Mit diesen Maßnahmen setzen wir uns nicht nur für den Erhalt der historischen Grünanlagen ein, sondern verfolgen auch konsequent die Erreichung der Ziele des Masterplans Stadtgrün sowie des Labelprozesses ‚StadtGrün naturnah‘. Denn nur gesunde und vitale Stadtbäume können ihre positiven Funktionen für Stadtklima, Mensch und Natur voll erfüllen. Wir übernehmen also aktive Daseinsvorsorge“, sagt Christine-Petra Schacht über die Maßnahme. Gleichzeitig verschreibe sich die Maßnahme mit der Baumerhalt- und -entwicklungsstrategie, indem das Großgrün gesichert und der Bestand weiterentwickelt werde.
Verfahren zur Lockerung und Belüftung der Wurzeln
Bei dem Verfahren wird an möglichst vielen Stellen des Wurzelraums mit einer Lanze Druckluft in den Boden geleitet und dadurch der Boden gelockert und belüftet. Anschließend werden in die entstandenen Risse Dünger und ein Granulat zur Bodenlockerung eingeblasen, so dass sich die Wurzeln für die nächsten Jahre gut entwickeln und den Baum optimal versorgen können.
Erforderlich wurden diese Maßnahmen, da das Laub der Bäume in diesen Grünanlagen nicht wieder in den Nährstoffkreislauf am Standort gelangt. Dadurch werden die natürlichen Nährstoffe im Boden immer weiter reduziert und der Humusgehalt ist sehr gering. Im Straßenraum kommt es durch die Bodenvibrationen des Straßenverkehrs zur Verdichtung der Böden und mit der Zeit nimmt das Porenvolumen für die Luftversorgung der Wurzeln stetig ab. Diese Bedingungen verursachen eine hohe Belastung für die Bäume, so dass sie sich schlechter entwickeln sowie anfälliger für Krankheiten und Schädlinge werden.
Finanzierung durch Fördergelder
Die Kosten für die Standortverbesserungen belaufen sich je nach Größe des Baumes und notwendigem Aufwand auf circa 1.000 bis 2.000 Euro pro Baum. Insgesamt schlagen die Arbeiten mit 161.000 Euro für die Stadt zu Buche. Die Maßnahme wurde durch die KfW zu 80 Prozent gefördert, so dass für die Stadt nur ein Eigenanteil von 20 Prozent zu leisten ist.
Weitere Informationen zu den Zielen und Maßnahmen des Masterplans Stadtgrün sind unter Masterplan Stadtgrün » zu finden. Alles Wissenswerte rund um das Label „StadtGrün naturnah“ gibt es unter Label „StadtGrün naturnah“ » sowie zur Baumerhalt- und -entwicklungsstrategie ».
Zuletzt geändert am 7. April 2026



