Umgebungslärmkartierung und Lärmaktionsplanung

Kartierung des Umgebungslärms und Lärmaktionsplanung

Grundlagen:

Nach den Vorgaben der EU-Umgebungslärmrichtlinie sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Lärmbelastung der Bevölkerung nach vergleichbaren Kriterien zu ermitteln, die Ergebnisse in entsprechenden Lärmkarten darzustellen und tabellarische Angaben zur Betroffenheit zu veröffentlichen. Hierdurch soll sich ein objektives Bild der Lärmbelastung in Europa ergeben.

In Deutschland ist die Kartierung von Umgebungslärm in Paragraf 47c des Bundes-Immissionsschutzgesetzes » sowie in der Verordnung über die Lärmkartierung – 34. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) » geregelt. Weitere Bestimmungen legen die einzelnen Verantwortlichkeiten für die konkrete Umsetzung fest:

  • Die Kartierung des Schienenverkehrslärms an Haupteisenbahnstrecken mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 30.000 Zügen pro Jahr liegt in der Verantwortung des Eisenbahnbundesamtes.
  • Hauptverkehrsstraßen außerhalb der Ballungsräume mit einem Aufkommen über drei Millionen Kraftfahrzeugen im Jahr werden in Niedersachsen von der Zentralen Unterstützungsstelle Luft, Lärm und Gefahrstoffe beim Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim kartiert.
  • Für Ballungsräume sind in Niedersachsen die betroffenen Kommunen zuständig. Ballungsräume sind definitionsgemäß Städte mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, so dass die Stadt Oldenburg demzufolge eine Kartierung des Umgebungslärms vorzunehmen hat.

Nach einer ersten Lärmkartierung im Jahr 2012 und einer für Oldenburg vorgenommenen Überprüfung der Lärmkarten 2017, ist in der aktuellen Runde der Umgebungslärmkartierung grundsätzlich für alle verantwortlichen Stellen eine Neuberechnung erforderlich. Aufgrund von neuen Bestimmungen und der erstmals EU-weit eingeführten Berechnungs- und Bewertungsvorschrift CNOSSOS (Common Noise Assessment Methods) unterscheiden sich die aktuellen Lärmkarten von den Vorgängern nicht nur optisch, sondern ihnen liegt eine andere Methodik zu Grunde. Das führt dazu, dass sich die aktuellen Lärmkarten nicht mit früheren Ergebnissen vergleichen lassen. In diesem Zusammenhang muss auch besonders darauf aufmerksam gemacht werden, dass sich aus den Ergebnissen der Lärmkartierung keine unmittelbaren Rechtsfolgen ergeben oder direkt ableiten lassen. Eine Vergleichbarkeit der Lärmindizes der Lärmkartierung mit Immissionsgrenz- oder Richtwerten aus verschiedenen nationalen Vorschriften ist nicht vorhanden: Normierte Grenzwerte beziehen sich immer auf die in der jeweiligen Vorschrift bestimmte Methodik zur Ermittlung des Beurteilungspegels. Es ist daher nicht zulässig, die nach der Umgebungslärmrichtlinie berechneten Lärmindizes für Berechnungen des passiven Schallschutzes oder für Berechnungen von Schalldämm-Maßen der Außenbauteile einer Fassade gemäß DIN 4109 (Schallschutz im Hochbau) für schutzbedürftige Räume zu verwenden!

Aktuelle Ergebnisse:

In den Lärmkarten sind die Kenngrößen LDEN (Lärmindex Tag-Abend-Nacht)⁠ und LNight (Lärmindex Nacht) in vorgegebenen Farbstufen darzustellen und tabellarische Angaben zur Betroffenheit zu benennen. Bei dem durch den Straßenverkehr hervorgerufenen Umgebungslärm sind außerdem die geschätzten Zahlen der gesundheitsschädlichen Auswirkungen und Belästigungen anzugeben. Die Kenngrößen wurden rechnerisch ermittelt. Aus den Berechnungsergebnissen wurden die tabellarischen Angaben nach einer vorgegebenen Methodik (BEB 2021 ») abgeleitet.

GIS4OL:
Die Kartierungsergebnisse können im Geoportal der Stadt Oldenburg » erkundet werden. Hier besteht die Gelegenheit in die Karten hinein zu zoomen, gezielt nach einer Adresse zu suchen, die Transparenz der Kartenlayer zu ändern und sich den Kartenhintergrund aus einer Galerie diverser Grundkarten auszusuchen.  Über die Schaltfläche „Kategorien“ können einzelne Kartenlayer zu- oder abgeschaltet werden.

Download:
Die Ergebnisse der aktuellen Kartierungsrunde 2022 stehen außerdem zum Download im pdf-Format zur Verfügung: Dabei erhielten die Ergebnislayer eine Transparenz, um sich besser in der Karte orientieren zu können. Die Farbwiedergabe entspricht insofern in diesen Darstellungen nicht den Vorgaben.

Kartierungsergebnisse für Gewerbe- und Industrielärm 2022:

Es wurden ausschließlich sogenannte IED-Anlagen kartiert, das heißt Betriebe, die unter den Geltungsbereich der EU-Richtlinie 2008/1 EG über die integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung fallen. Um welche Anlagen es sich dabei in der Stadt Oldenburg konkret handelt, können Sie auf dem Umweltkartenserver des Landes Niedersachsen»  erfahren.

Kartierungsergebnisse für den Schienenverkehrslärm

Diesbezüglich wird auf die Verantwortung des Eisenbahnbundesamtes verwiesen. Hinweise auf  die Ergebnisse der aktuellen Kartierung werden auf der Internetseite www.eba.bund.de » veröffentlicht.

Weiteres Vorgehen:

Die aktuelle Lärmkartierung für den Ballungsraum Oldenburg wird zum Anlass genommen, den bestehenden Lärmaktionsplan zu prüfen und fortzuschreiben. Nach den gesetzlichen Vorgaben soll die Lärmaktionsplanung bis zum 18. August 2024 abgeschlossen sein. Den konkreten Ablauf wird die Stadtverwaltung in den verschiedenen Medien rechtzeitig kommunizieren.

Haben Sie bereits jetzt drängende Fragen zum Themenkomplex Lärmkartierung und Lärmaktionsplanung, richten Sie diese bitte per e-Mail an die Immissionsschutzbehörde der Stadt Oldenburg.

Zuletzt geändert am 29. Juni 2022