August Hinrichs und Paul von Hindenburg verlieren Ehrenbürgerwürde

Der Rat der Stadt Oldenburg hat am Montag, 28. September 2015, beschlossen, August Hinrichs und Paul von Hindenburg die Ehrenbürgerwürde zu entziehen. Der Entscheidung war eine Diskussion um die nach ihnen benannten Straßen im Stadtgebiet vorausgegangen. Im Rahmen der wissenschaftlichen Untersuchung durch die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg wurde die Unterstützung des nationalsozialistischen Regimes und deren Ideologie durch von Hindenburg und Hinrichs öffentlich diskutiert.

Der Oldenburger Heimatdichter August Hinrichs (1879-1956) war von 1934 bis 1945 der ranghöchste und einflussreichste nationalsozialistische Kulturfunktionär der Stadt und der gesamten Region. Ihm wurde 1944 die Ehrenbürgerwürde verliehen. Paul von Hindenburg (1847-1934) war ab 1925 Reichspräsident der Weimarer Republik. Er ernannte Adolf Hitler 1933 zum Reichskanzler und ebnete den Nationalsozialisten damit den Weg. Die Ehrenbürgerwürde wurde ihm 1917 verliehen.

Die nach von Hindenburg und Hinrichs benannten Straßen werden laut Ratsbeschluss vom 29. Juni 2015 nicht umbenannt, erhalten aber zusätzliche Informationstafeln mit Hintergründen zu den beiden Personen.