Hafen Oldenburg
Leichter Zuwachs beim Umschlagsvolumen trotz prekärer Brückensituationen
Hafen überschreitet 2025 erneut Millionen-Marke beim Güterumschlag
Der Hafen Oldenburg hat 2025 erneut seine Widerstandsfähigkeit und seine Bedeutung für die Leistungsstärke des Nordwestens bewiesen. Der Gesamtgüterumschlag wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozent auf 1.106.731 Tonnen und überschritt damit erneut die Millionen-Marke trotz der anhaltenden Einschränkungen auf Hunte und Schiene. „Der Hafen bleibt zentraler Logistik- und Wirtschaftsfaktor für Oldenburg, die Umlandgemeinden und das nordwestliche Niedersachsen.
Die Zahlen zeigen die starke Nachfrage und die Anpassungsfähigkeit der ansässigen Unternehmen“, betont Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Oldenburg ist und bleibt damit Dreh- und Angelpunkt.“
Hafenbereiche breit aufgestellt
Die Umschläge verteilen sich auf drei Hafenbereiche: Nordkaje, Dalbenstraße und Osthafen. An der Nordkaje dominieren klassische Massengüter wie Futter- und Ergänzungsmittel, an der Dalbenstraße Baustoffe, Agrargüter und Metallrecycling und am Osthafen Baustoffe und Futtermittel. Zu den zentralen Umschlagsbetrieben zählen weiterhin Rhein-Umschlag Hafen & Handel mit einem Plus von 12,5 Prozent auf 915.800 Tonnen sowie das AGRAVIS Kraftfutterwerk mit seinem Schwerpunkt auf landwirtschaftlichen Gütern und einer konstanten Binnenschiffsmenge von rund 210.000 Tonnen. Daneben leisten Unternehmen wie VETRA-Beton, DEUTAG und Springer & Sohn einen wichtigen Beitrag zur Wertschöpfung und Beschäftigung in der Region.
Schiffsumschlag weiterhin tragende Säule
Der Schiffsumschlag blieb 2025 mit insgesamt 798.757 Tonnen die tragende Säule des Hafens. Auf Güter der Land- und Forstwirtschaft entfielen 398.283 Tonnen, auf Erze, Steine und Erden 336.067 Tonnen. Chemische Erzeugnisse erreichten einen Umschlag von 44.505 Tonnen, hinzu kamen 19.902 Tonnen Sekundärrohstoffe.
Der Bahnumschlag belief sich auf insgesamt 307.974 Tonnen. Davon entfielen 91.933 Tonnen auf die Land- und Forstwirtschaft, 191.387 Tonnen auf Erze, Steine und Erden sowie 24.654 Tonnen auf chemische Erzeugnisse.
Einschränkungen auf See- und Schienenweg
Einschränkungen ergaben sich durch mehrmalige Sperrungen der Hunte nach den Kollisionen an der Eisenbahnbrücke Elsfleth sowie durch die Probleme an der Oldenburger Eisenbahn-Klappbrücke, wo erforderliche Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen zu zeitweisen Sperrungen, Umleitungen und Kapazitätsengpässen führten. Durch die Beschädigung in Elsfleth kommt es auf der Unterweser-Anbindung beziehungsweise auf dem Hunte-Abschnitt von Elsfleth bis Oldenburg zu einem vollständigen Ausfall der Seeschifffahrt, was insbesondere den überregionalen und internationalen Verkehr stark beeinträchtigt. Ein Teil der Umschläge muss auf Binnenverkehre oder alternative Transportwege verlagert werden.
Stimmen aus der Hafenwirtschaft
Die Unternehmensgruppe Rhein-Umschlag bestätigt, dass der Schiffsverkehr gegenüber dem Vorjahr zunahm, während der Bahnverkehr rückläufig war. Die Zahl der Binnenschiffe stieg um 87 auf 521 Anläufe. Nico Steudel, Geschäftsführer der Oldenburger Unternehmensgruppe Rhein-Umschlag und Vorsitzender der Oldenburger Hafenwirtschaftsgemeinschaft e. V., erklärt dazu: „Durch die eingeschränkte Infrastruktur der Bahn müssen die Unternehmen im Hafen Oldenburg zurzeit weiterhin unter sehr schwierigen Bedingungen operieren. Wir haben daher mit großer Freude sowohl den positiven Ausgang der Vergabeentscheidung für den Neubau der Eisenbahnbrücke in Elsfleth als auch die von Bahn, Bund und Land verkündete Entscheidung für einen zeitnahen Neubau der Klappbrücke in Oldenburg vernommen und rechnen ab 2028 wieder mit zusätzlichem Seeschiffsverkehr.“
Und auch Karsten Schulte, Geschäftsführer der AGRAVIS Kraftfutterwerk Oldenburg GmbH, berichtet von verschobenen Rohwarenströmen: „Aufgrund der eingeschränkten Schiffbarkeit der Hunte mussten, wie auch schon 2024, wieder etwa acht Prozent der Rohwareneingänge vom Wasser auf die Straße verlegt werden.“ Trotz der erheblichen Einschränkungen konnte die Produktion aber gesteigert werden. „Gegenüber dem Vorjahr konnten wir die Produktionsmenge um fünf Prozent erhöhen. Wir hoffen, diesen Zuwachs auch für 2026 zu halten und so für konstant hohen Umschlag zu sorgen.“
Ausblick
Entsprechend optimistisch zeigt sich auch Ralph Wilken, Leiter der Wirtschaftsförderung Stadt Oldenburg: „Dass unter den herausfordernden Bedingungen erneut die Millionen-Marke überschritten wurde, ist ein starkes Signal für die Leistungsfähigkeit und Zusammenarbeit der Hafenwirtschaft.“ Für die kommenden Jahre setzen die Stadt, die Hafenwirtschaft und alle regionalen Partnerinnen und Partner auf eine Stabilisierung der Infrastruktur durch eine nachhaltige Sicherung der Schifffahrts- und Bahnwege. Ziel bleibt es, den Hafen Oldenburg so schnell wie möglich wieder uneingeschränkt erreichbar zu machen und ihn langfristig als leistungsfähigen, vielfältigen Umschlagplatz, insbesondere für die Land- und Bauwirtschaft, zu stärken.
Zuletzt geändert am 9. April 2026
