Fachforum in Oldenburg zu Fetalen Alkoholspektrumstörungen
Rund fünf Prozent aller Kinder sind laut internationalen Studien von ihnen betroffen, sie treten zweieinhalb Mal häufiger auf als Autismus und gehören zu den unsichtbaren Behinderungen: Die Rede ist von den Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD), die am 13. November 2025 im Mittelpunkt des Fachforums „FASD in der Bildung“ standen. Gastgeber der kostenfreien Veranstaltung waren die Bildungsregion Stadt Oldenburg – ein Projekt in Verantwortungsgemeinschaft der Stadtverwaltung und des Landes Niedersachsen – sowie der Präventionsrat Oldenburg. Gemeinsam schärften sie das Bewusstsein für die FASD und erarbeiteten mit den Teilnehmenden im CORE Handlungsoptionen.
Aus dem Fachforum wird ein Netzwerk
Die große Resonanz auf das Fachforum hat gezeigt: In Oldenburg wollen viele Menschen etwas für Betroffene von FASD bewegen. Deshalb ist daraus das Netzwerk FASD Oldenburg entstanden. Es steht allen offen – Menschen, die selbst mit FASD leben, Pflege- und Adoptiveltern und anderen Bezugspersonen ebenso wie Fachkräften und allen, die in Verwaltung, Trägern und Institutionen Strukturen gestalten. Die Bildungsregion koordiniert das Netzwerk und lädt zu den Treffen ein.
Beim ersten Treffen im März 2026 in der BBS Wechloy entstand ein gemeinsames Bild davon, wo Oldenburg steht. Im Mai 2026 hat das Netzwerk im PFL ein „Themenhaus“ erarbeitet: Vom Fundament, einem tragfähigen Netzwerk, über niedrigschwellige Anlaufstellen und fachliche Unterstützung bis zum Dach, der Prävention und Öffentlichkeitsarbeit, beschreibt es, was eine FASD-freundliche Stadt braucht.
Nächstes Netzwerktreffen: Montag, 16. November 2026, ab 16 Uhr, CORE Oldenburg
Anmeldung und Kontakt: per E-Mail an schule-bildung[at]stadt-oldenburg.de
Sie möchten im Netzwerk mitarbeiten oder über die Treffen informiert werden? Melden Sie sich gern bei der Bildungskoordination.
Behinderungen durch Verzicht auf Alkohol während der Schwangerschaft vermeidbar
Fetale Alkoholspektrumstörungen bezeichnen Formen angeborener Behinderungen, die durch Alkoholkonsum der Mutter in der Schwangerschaft verursacht werden. Da äußerliche Auffälligkeiten häufig fehlen, wird oft keine entsprechende Diagnose gestellt. Doch ein Großteil der Betroffenen benötigt individuelle, auf die besonderen Bedürfnisse angepasste Unterstützung, um den Alltag bewältigen zu können – mitunter ein Leben lang. Durch den Verzicht auf Alkohol in der Schwangerschaft sind FASD vermeidbar.
Fachforum traf auf großes Interesse
Zum Forum eingeladen waren sowohl Fachkräfte aus allen Bereichen der Bildungskette – von Kitas, Schulen und der Jugendhilfe über das Gesundheitswesen, die Verwaltung und die Justiz bis hin zu Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern – als auch Betroffene, ihre Bezugspersonen und alle Interessierten. Und das Angebot stieß auf reges Interesse: Bereits im Vorfeld mussten aufgrund der hohen Nachfrage die Raumkapazitäten erweitert werden, Anmeldungen konnten nur noch für die Warteliste entgegengenommen werden.
„Nur durch gemeinsames Handeln kann es gelingen, FASD stärker in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken und langfristig bessere Unterstützungsstrukturen für Betroffene zu schaffen. Daher freut es mich sehr, dass die Veranstaltung so positiv aufgenommen wurde“, sagt Yvonne Kleeberg, Bildungskoordinatorin der Stadt Oldenburg.
Fachvorträge, Filmvorführung und mehr begeistern
Was brauchen Menschen mit FASD in Oldenburg und umzu, um hier gut leben und aufwachsen zu können? Diese Frage stand im Fokus der Veranstaltung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entwickelten gemeinsam Ideen für tragfähige Strukturen und Netzwerke, um die Betroffenen besser zu begleiten und Teilhabe zu ermöglichen. Außerdem erwarteten die Gäste fundierte Fachvorträge, eine Filmvorführung sowie parallel stattfindende Deep-Talks und Workshops, die sich unter anderem mit Themen wie FASD-gerechter Pädagogik und der Unterstützung von Bezugspersonen befassten. An Fachbüchertischen und Informations- sowie Beratungsständen zahlreicher Initiativen und Organisationen bestand darüber hinaus Gelegenheit zum Austauschen und Netzwerken.
Zuletzt geändert am 15. Oktober 2026
