Vortragsreihe begleitet Debatte um Gedenkstein für Wilhelm I.

Zum Auftakt beleuchtet Udo Elerd die militärhistorische Geschichte Oldenburgs

Der wiederaufgestellte Gedenkstein für den Monarchen Wilhelm I. auf dem Anne-Frank-Platz im Wohnquartier Neu-Donnerschwee hat zu einer öffentlichen Kontroverse geführt, die das städtische Kulturbüro nun in einer Vortragsreihe begleitet und mit fundierten Fakten bereichern soll.

Die Veranstaltungsreihe startet am Donnerstag, 10. Juni 2021, um 19 Uhr mit einem Vortrag zur Militärgeschichte Oldenburgs. Referent ist der Oldenburger Historiker und Leiter des Stadtmuseums a. D. Udo Elerd. Die Veranstaltung findet in den Räumen des Vereins Jugendkulturarbeit, Weiße Rose 1, statt. Der Eintritt ist frei. Für die Teilnahme gelten die Bestimmungen der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen. Eine Anmeldung ist aufgrund der reduzierten Platzanzahl per E-Mail an kulturbuero(at)stadt-oldenburg.de bis zum 7. Juni erforderlich.

Militärhistorische Betrachtungen

Die militärhistorische Geschichte Oldenburgs als Garnison prägte über Jahrhunderte die Entwicklung der Stadt. Als Grafschaft, Herzogtum, Großherzogtum, Freistaat und ab den 1950er Jahren als Verwaltungsbezirk des 1946 neu gegründeten Landes Niedersachsen war das Militärwesen, wenn auch in unterschiedlicher Dimension, ein wichtiger Bestandteil des städtischen Lebens.

Vor allen Dingen ab dem 19. Jahrhundert erlangte die militärische Tradition durch die neuen Verpflichtungen Oldenburgs als Mitglied des Rheinbundes und später des Norddeutschen Bundes eine neue Gewichtung. So war der preußische König Wilhelm I. auch Oberbefehlshaber der oldenburgischen Truppen. 1869 besuchte der König Oldenburg und hielt auf dem damaligen Exerzierplatz Donnerschwee eine Truppenparade ab. Wilhelm I., seit der Reichsgründung 1871 erster Deutscher Kaiser, war auf der Durchreise, um am Folgetag den neuen preußischen Kriegshafen Wilhelmshaven einzuweihen. 29 Jahre später, im Jahr 1898, stellten die Oldenburger Kriegervereine einen Gedenkstein in Erinnerung an diesen Besuch auf. Der Gedenkstein wurde vermutlich in der Folge des Zweiten Weltkrieges vergraben, 2015 bei Erdarbeiten wiedergefunden und 2018 neu aufgestellt.

Udo Elerd wird in seinem Vortrag die Tradition von Militär und Garnison in der Stadt Oldenburg, die Geschichte der Kasernen in Donnerschwee und die Bedeutung der Oldenburger Kriegervereine erläutern. Dabei werden auch wirtschaftliche und alltaggeschichtliche Aspekte betrachtet. Im Anschluss an den Vortrag können Fragen an den Referenten gestellt werden.

Die Reihe wird am 30. Juni, 19 Uhr, mit einem Vortrag von Dr. Stephan Scholz zum Thema „Umstrittene Denkmäler – Überreste der Geschichte oder Medien der Erinnerungskultur?“ fortgesetzt. Am 8. Juli findet ab 19 Uhr der letzte Vortrag statt. Dr. Robert-Tarek Fischer spricht über Wilhelm I. im Zeitalter von Nationalismus und Militarismus.

Das Oldenburger Stadtmuseum zeigt zeitgleich ab dem 10. Juni in den Räumen von Jugendkulturarbeit e. V. die Ausstellung „Der Stein des Anstoßes“, die unter anderem historisches Bildmaterial aus verschiedenen Zeitabschnitten umfasst. Die Ausstellung ist bis zum 23. Juli 2021 jeweils freitags von 14 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 16 Uhr zu sehen. Weitere Informationen zur Ausstellung »

Hier finden Sie den Flyer zur Veranstaltung » (PDF, 84.5 KB) barrierefrei