Zanele Muholi – Faces and Phases

Sie gilt als eine der provokantesten und zugleich erfolgreichsten Fotografinnen Südafrikas: Zanele Muholi, Aktivistin für gleichgeschlechtliche Beziehungen und Stimme der schwarzen lesbischen Südafrikanerinnen. Nicht selten ist im ansonsten fortschrittlichen Kapland homophobe Gewalt zu registrieren. Muholi selbst bekam diese Schikanen zu spüren, als Unbekannte in ihr Atelier einbrachen und gezielt die Festplatten mit nahezu ihrer gesamten Arbeit der letzten fünf Jahre stahlen. Die Arbeit „Faces and Phases“ war zu der Zeit glücklicherweise bereits im Druck, sodass ihre geplante Teilnahme an der Documenta nicht gefährdet war. Vielmehr entwickelte sich ihre Ausstellung in Kassel zu einem Höhepunkt. Zanele Muholi zeigt diese Fotoarbeiten seit Dienstag, 9. Oktober in der Oldenburger Kulturlounge Seelig.

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Über die Ausstellung

Mit 60 Schwarz-Weiß-Portraits – entstanden an Orten wie Gauteng und Kapstadt sowie den Townships von Alexandra oder Soweto – will Zanele Muholi Homosexualität sichtbar machen und auch den Bi- und Transsexuellen Südafrikas ein Gesicht verleihen. Weiterer Bestandteil der Ausstellung ist der intime Kurzfilm „Schwierige Liebe“, ein Portrait ihres eigenen Lebens als vermeintliche Persona non grata und ihrer Freunde und Familie. Darin präsentiert sie mit der Gegenüberstellung von Selbst- und Fremdwahrnehmung eine lebendige, persönliche Sicht auf die Herausforderungen, mit denen lesbische Frauen in Südafrika konfrontiert sind.

Eine Künstlerin mit vielen Auszeichnungen
Zanele Muholi wurde 1972 in Durban geboren. Nach Abschluss des Advanced Fotography Course am Market Photo Workshop in Newton führte sie 2004 ihre erste eigene Ausstellung in der Johannesburg Art Gallery durch. Sie erhielt 2005 unter anderem den Tollman-Award sowie das BHP Billiton/Wits-University Stipendium für Bildende Kunst. Sie gewann den Casa Africa Award sowie den Fondation Blachère Preis für afrikanische Fotografie 2009. Außerdem erhielt Muholi den Fanny-Ann Eddy Award des International Resource Network Africa für ihren Beitrag zur Studie über Sexualität in Afrika. Ihre Arbeiten wurden am Zentrum für Zeitgenössische Kunst (CCA) in Lagos, Nigeria, in der Wiener Kunsthalle, in der Galerie Michael Stevenson in Kapstadt, im Le Case d’Arte, Mailand, sowie im Fred in London ausgestellt und waren zudem ein Beitrag des Afrovibes Festival in Amsterdam.

Die Fotografin war auch in diversen Gruppenausstellungen vertreten, so bei den Ausstellungen „Popkultur, Politik und starke Stimmen“ 2010 im MU artspace in Eindhoven, bei „Undercover: Performance und Wandel Schwarzer weiblicher Identität“ am Spelman College Museum für Bildende Kunst in Atlanta, USA (2009) und bei der Ausstellung „Life Less Ordinary“ in der Djanogly Galerie in Nottingham, Großbritannien (2009). Sie wurde für die Biennale 2010 in Sao Paolo, Brasilien, ausgewählt und war Teilnehmerin der Dokumenta 2012 in Kassel.

Eröffnung im Beisein der Künstlerin
Die Eröffnung der Austellung in der Kulturlounge Seelig in den Schlosshöfen, Schlossplatz 2, 26122 Oldenburg findet in Anwesenheit der Künstlerin am Dienstag, 9. Oktober, 18 Uhr, statt. Zu sehen ist die Exposition bis zum 27. Oktober. Der Eintritt ist frei. Veranstalter sind das Kulturbüro der Stadt Oldenburg und die Oldenburg Tourismus und Marketing GmbH in Zusammenarbeit mit der Galerie Lake, dem Stadtmuseum sowie dem Goethe-Institut Johannesburg.

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag: 9 bis 1 Uhr
Freitag und Samstag: 9 bis 5 Uhr