Förderpreis Kulturelle Bildung in drei Kategorien vergeben

Am Mittwoch, 20. Januar 2016, fand in der Aula der Grundschule Dietrichsfeld die Verleihung des Förderpreises Kulturelle Bildung statt. Das Kulturbüro der Stadt Oldenburg zeichnet damit alle zwei Jahre herausragende Projektideen zwischen Oldenburger Schulen, Kitas und Kultureinrichtungen aus. In diesem Jahr wurde der Förderpreis erstmalig in drei Kategorien vergeben; somit wurden drei Projekte mit jeweils 1.000 Euro unterstützt. Eine neue Kategorie stellt der Sonderpreis „participate!“ für Projekte dar, die bildungsbenachteiligten Menschen einen Zugang zu kultureller Bildung und Teilhabe ermöglichen. „Die Entscheidung ist uns als Jury nicht leicht gefallen“, berichtet Jury-Sprecherin Tamara Bunjes. „Es gab viele tolle Projektideen aus sämtlichen Kunstsparten und mit unterschiedlichen Zielgruppen. Am Ende sind wir uns aber einig gewesen: Die drei Preisträger-Projekte haben den Förderpreis besonders verdient!“

Die Preisträger

„Raumerfahrung und Architektur“ (Kategorie SchoOL´n´art)
In der Kategorie SchoOL´n´art (Kooperation Schule – Kultur) hat eine ungewöhnliche Projektidee das Rennen gemacht: Stephanie Meyer, Ganztagskoordinatorin der Grundschule Babenend, hatte sich zusammen mit dem Blauschimmel Atelier mit der Projektidee „Raumerfahrung und Architektur“ beworben. Ziel ist es, Kindern einen kreativen Umgang mit verschiedenen Räumen zu vermitteln. Im Mittelpunkt steht dabei die schulische Umgebung der Kinder, die spielerisch erkundet, erforscht und verändert werden soll. „Das Projekt ist sehr partizipativ angelegt. Den Kindern wird die Möglichkeit gegeben, ihren alltäglichen Raum anders zu erfahren: Wie riecht der Raum? Wie klingt er? Wie fühle ich mich hier?“, so Tamara Bunjes. „Nach einer langen Umbauphase kommt das Projekt für die Schule zur richtigen Zeit und gibt den Kindern die Möglichkeit, ihren Alltag mithilfe von ästhetischer Forschung zu erkunden und zu gestalten.“

„Fabeltiere zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ (Kategorie KiTaKu)
Der Preis in der Kategorie KiTaKu (Kooperation Kita – Kultur) geht an das Projekt „Fabeltiere zwischen Wunsch und Wirklichkeit“,  einer Kooperation zwischen der Betriebskindertagesstätte Biberburg mit dem Landesmuseum Natur und Mensch. Dabei soll die Mitmach-Ausstellung des Landesmuseums „Bestiarium Construendum“ genutzt werden, um mit Kita-Kindern zu philosophieren. „Kinder sind geborene Philosophen, sie stellen andauernd Warum-Fragen. Die Kombination aus dem praktischen Bauen von Fabeltieren und dem anschließenden Sprechen und Nachdenken darüber, hat uns begeistert“, sagt Bunjes. „Wir sind gespannt auf die Fabeltiere und die philosophischen Ideen der Kinder!“

„Begegnungen“ (Sonderpreis „participate!“)
Der Sonderpreis „participate!“ ging an die Grundschule Dietrichsfeld und den Verein „Global Music Player – Inter-kulturelle Aktion e.V.“ für ihre Projektidee „Begegnungen“, einem Tanz-, Theater- und Musikprojekt mit Kindern aus einer Sprachlernklasse. Die beiden Künstler Christian Jakober und Richard Kouadio wollen ausgehend von den Ideen und Stärken der zwölf Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren mit ihnen eine kleine Performance entwickeln. „Das Projekt setzt an der Selbstwirksamkeit der Kinder an und bezieht sie konsequent in die künstlerische Umsetzung ein. Zudem hat einer der beiden Künstler selbst Fluchthintergrund und kann den Kindern ein gutes Vorbild sein, um ihre künstlerischen Talente zu entdecken und sich der neuen Umgebung zu öffnen“, erläutert Kulturamtsleiterin Christiane Cordes die Entscheidung der Jury für das Projekt.

Die Jury

Der Förderpreis-Jury gehören an:

  • Tamara Bunjes (Servicebüro Kindertagesbetreuung)
  • Christiane Cordes (Kulturamtsleiterin)
  • Prof. Dr. Susanne Binas-Preisendörfer (Musik- und Kulturwissenschaftlerin, Inhaberin des Lehrstuhls für Musik und Medien am Institut für Musik der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg)
  • Anja Krüger (Koordinationsbüro Kultur macht Schule der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Niedersachsen e.V.)


Über den Förderpreis
Der Förderpreis Kulturelle Bildung wurde unter den 90 Teilnehmenden des Marktplatzes Kulturelle Bildung im Oktober 2015 vom Kulturbüro der Stadt Oldenburg ausgelobt und sollte Schulen, Kindertagesstätten und Kultureinrichtungen miteinander ins Gespräch bringen, um Projektideen zu entwickeln und diese umzusetzen. „Das hat auch diesmal gut funktioniert: Die Preisträger-Projekte sind nur einige der vielen neuen Partnerschaften, die auf dem Marktplatz entstanden sind“, so Sophie Arenhövel, Projektleiterin Kulturelle Bildung bei der Stadt Oldenburg.