Sexualisierte digitale Gewalt

Allgegenwärtig und kaum zu kontrollieren

Mittlerweile ist sexualisierte digitale Gewalt Teil unseres Alltags – sie passiert dort, wo Menschen online sind und hat so viele Facetten wie das Internet selbst. Ob in sozialen Netzwerken, Chatgruppen oder auf Dating-Apps: Täter*innen nutzen digitale Räume, um zu beleidigen, zu demütigen, zu bedrohen und/oder zu kontrollieren. 

Wie erkenn ich sexualisierte digitale Gewalt?

  • Hassnachrichten und sexistische Kommentare
  • das ungefragte Zusenden von „Dick Pics“
  • die Veröffentlichung oder Verbreitung intimer Bilder und Videos ohne Einverständnis
  • KI-generierte Fakebilder (zum Beispiel. Deepfakes)
  • das heimliche Überwachen oder Orten von Handys
  • das Installieren von Spy-Apps
  • Identitätsdiebstahl, Cybermobbing und Cybergrooming

Sexualisierte digitale Gewalt verletzt das Recht auf Selbstbestimmung und beeinträchtigt das Sicherheitsgefühl der betroffenen Menschen. 

Kontrolle in Partnerschaften – ein Warnsignal

Gerade das Tracken, Kontrollieren und Mitlesen von Handynachrichten kann ein erster Schritt in Richtung Partnerschaftsgewalt sein. Häufig geht diese digitale Überwachung mit psychischer oder körperlicher Gewalt einher - denn Kontrolle ist oft Teil eines Gewaltmusters.

Häufig kenne Betroffene die Täter*innen persönlich: Sie sind Familienangehörige, Partner*innen oder Expartner*innen. Meistens beginnt es harmlos: Als Vertrauensbeweis werden Zugangsdaten oder Passwörter geteilt – woraus sich ein Kontrollsysstem und Überwachung entwickeln kann.

Digitale Gewalt trifft besonders junge Frauen

Da Smartphones und das Internet fester Bestandteil des Alltags sind, kann digitale Gewalt ständig und überall stattfinden. Täter*innen handeln oft anonym, und viele Formen digitaler Gewalt sind noch keine Straftatbestände, so dass Betroffene sich nur schwer entziehen können. Die Folgen sind dennoch gravierend: Betroffene, besonders Frauen* und Mädchen* werden stark in ihrem Alltag beeinträchtigt. Oft können sie sich gegen die Belästigungen nicht wehren, fühlen sich ohnmächtig und weniger wert und ziehen sich aus der digitalen Öffentlichkeit zurück. 

Laut der Studie Lauter Hass – Leiser Rückzug » sind insbesondere junge Frauen von sexualisierter, digitaler Gewalt betroffen:

  • 30 Prozent aller junger Frauen erleben häufig digitale Gewalt
  • 42 Prozent haben bereits ungefragt ein Nacktfoto erhalten

(Beide Studien arbeiten mit binären Geschlechtern)

In der Studie In meinem Netz soll es keine Gewalt geben! » berichten 67,2 Prozent der 18- bis 27-jährigen Frauen von Erfahrungen mit digitaler sexualisierter Gewalt

Diese Zahlen machen deutlich: sexualisierte Digitale Gewalt ist kein Randphänomen – sie ist Alltag besonders von jungen Frauen.

In Aktion treten - Handlungsmöglichkeiten für Betroffene

Sexualisierte digitale Gewalt ist real – sie trifft jeden Tag Menschen, oft unbemerkt, was online beginnt, kann offline zerstören: Vertrauen, Selbstwert und Sicherheit. 
Darum gilt: Hinschauen, ernst nehmen, handeln. Wenn digitale Gewalt sichtbar gemacht wird, können Betroffene sich besser wehren. 

Zuletzt geändert am 27. November 2025