Militärisches Aufgebot in der „Grafenzeit“

Das militärische Aufgebot während der Grafenzeit ist eher als „Bürgeraufgebot“ zu verstehen, das Ende des 16. Jahrhunderts durch ein Reiterkontingent verstärkt wurde. Jedem Bürger waren Pflichten auferlegt, die er für die Gemeinschaft zu erbringen hatte, zu denen neben „zivilen“ auch „militärische“ Angelegenheiten gehörten. Für die Bewaffnung hatte der Bürger selbst zu sorgen. So kam auch das Reiterkontingent dadurch zustande, dass jeder Ratsherr zu Rossdienst angehalten war und ein „riesiges Pferd“ halten musste. Im Jahr 1637 bittet Graf Anton Günther Dänemark um Hilfe, als hessische und französische Truppen in Ostfriesland stehen und eine Bedrohung für Oldenburg darstellen. Zwei dänische Kompanien werden nach Oldenburg verlegt. 1644 ziehen die beiden Kompanien nach Dänemark zurück. Als die unmittelbare militärische Bedrohung wegfiel, war Graf Anton Günter nicht mehr gewillt, militärische Belange in Oldenburg zu fördern. Graf Anton Günther war ein ausgezeichneter Diplomat und dies galt als seine stärkste Verteidigungswaffe. Selbst aus dem 30-jährigen Krieg (1618 bis 1648) konnte er sein Land durch Gestellung von Pferden heraushalten.