Förderprogramm „Resiliente Innenstädte“

Konzept konfliktfreies Wohnen in der Oldenburger Innenstadt

Die Oldenburger Innenstadt befindet sich – wie fast alle Innenstädte – im Wandel. Onlinehandel, Veränderungen im Erscheinungsbild sowie geänderte gesellschaftliche Bedürfnisse und Einkaufsgewohnheiten wirken sich deutlich aus. Vor diesem Hintergrund wurden in den letzten Jahren unter Beteiligung der Bevölkerung Leitbilder für die Oldenburger Innenstadt entwickelt. Ihr wurden bislang gute „Selbstheilungskräfte“ zugeschrieben. Inzwischen spielt der Einkauf allein nicht mehr die zentrale Rolle: Auch das Erlebnis und die Aufenthaltsqualität sind wichtig. Die Innenstadt ist daher bereits heute durch eine hohe Nutzungsvielfalt geprägt. Wohnungen stellen dabei einen bedeutenden Bestandteil des innerstädtischen Nutzungsmixes dar.

Da in der Oldenburger Innenstadt nur begrenzt Flächen zur Verfügung stehen und zugleich Wachstum eine Rolle spielt, muss mit dieser Knappheit gestalterisch und ideenreich umgegangen werden. Um zudem den teilweisen Funktionsverlust des Handels auszugleichen, sind für eine zukunftsweisende Entwicklung Rahmenbedingungen zu schaffen, die für eine lebendige Innenstadt von Bedeutung sind. Dies geht mit einer stärkeren Durchmischung der Lebensbereiche einher; das Wohnen in der Innenstadt gewinnt weiter an Bedeutung. Dabei ist auch das Planungsrecht zu berücksichtigen.

Konzept „Konfliktfreies Wohnen in der Oldenburger Innenstadt“

Im Rahmen des Konzepts wird geprüft, in welchen Bereichen und in welchem Umfang Wohnnutzungen in der Innenstadt – unter Beibehaltung ihrer Funktion als Versorgungs- und Kulturzentrum – sinnvoll sind und wo dies nicht der Fall ist. Die Analyse soll unter anderem eine Grundlage für die planungsrechtliche Steuerung des innerstädtischen Wohnens bieten. Betrachtet wird der Bereich innerhalb des historischen Wallrings.

Das Konzept wurde fertiggestellt und dem Ausschuss für Stadtplanung und Bauen im November 2025 zur Kenntnis gegeben. Es nimmt die vorhandenen Nutzungen sowie die bestehenden Wohngebäude in den Blick und identifiziert städtebaulich-funktionale Räume.

Darauf aufbauend wurden vier Strategien entwickelt, die – je nach Intensität der Wohnnutzung – unterschiedliche Zielsetzungen und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. In keiner der Strategien wird zusätzliche Wohnnutzung grundsätzlich ausgeschlossen. Vielmehr erfolgt eine differenzierte Betrachtung unter Berücksichtigung möglicher Konflikte zwischen Wohnen und anderen Nutzungsarten.

Mit dem Konzept „Konfliktfreies Wohnen in der Oldenburger Innenstadt“ wird die Möglichkeit eröffnet, dem Wohnen und dem Aufenthalt in der Innenstadt partiell und angepasst mehr Raum zu geben, ohne andere Nutzungen einzuschränken. Die Oldenburger Innenstadt erfüllt dabei weiterhin ihre Funktion als zentraler Versorgungsbereich und bleibt ein regional bedeutsames Zentrum sowie Standort für kerngebietstypische Nutzungen.

Anregungen und Vorschläge wurden mit Akteuren der Innenstadt sowie mit Studierenden der Fachhochschule diskutiert. Im Ergebnis liegt mit dem Konzept eine hilfreiche Grundlage vor, um den Umgang mit Wohnnutzungen in der Innenstadt weiterzuentwickeln und die erforderlichen Rahmenbedingungen – insbesondere über die Bauleitplanung – zu schaffen.

Ansprechpartnerin

Hiltrud Peron
Telefon: 0441 235 3620
E-Mail: hiltrud.peron[at]stadt-oldenburg.de

Zuletzt geändert am 22. April 2026