Kultur für alle - Kultur gestaltet Stadt

50 Vertreterinnen und Vertreter von Oldenburger Kultureinrichtungen, soziokulturellen Zentren, Einrichtungen der kulturellen Bildung, aus Politik und Verwaltung waren am 1. Oktober der Einladung von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann zum Oldenburger Kulturdialog Inklusion im Internationalen Jugendprojektehaus des Vereins Jugendkulturarbeit gefolgt.

Veranstaltet wurde der Kulturdialog Inklusion von vier Partnern: vom Verein Jugendkulturarbeit in Kooperation mit der Fachstelle Inklusion, dem museumspädagogischen Dienst und der Projektleitung Kulturelle Bildung im Kulturbüro der Stadt Oldenburg. Gemeinsame Klammer der Veranstaltung war das Thema „Inklusion in Oldenburger Kultureinrichtungen“: Ist Kultur für alle da? Wie gelingt die inklusive Öffnung der Oldenburger Kultureinrichtungen? Und was kann die Stadt – Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung – dazu beitragen?

Die Frage griff Krogmann, zugleich Kulturdezernent, auf und präzisierte den Inklusionsbegriff, der nicht bei Schule und Behinderung ende: „Es geht um gleiche und gerechte Teilhabe für alle Menschen in der Stadt jenseits ihrer Verschiedenheit. Und das eben auch im Bereich der Kultur. Dabei kommt den Kultureinrichtungen eine wichtige Funktion in der Gestaltung der städtischen Gesellschaften zu.“

Peter Tiedeken, Sozialpädagoge, Musiker und Lehrbeauftragter an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, sieht sich selbst als künstlerischer Kämpfer für soziale Gerechtigkeit. Er provozierte mit seinem Eröffnungsvortrag ganz bewusst und regte zum Nachdenken an. Eine Haltungsänderung allein reiche nicht aus. Um eine inklusive Gesellschaft zu verwirklichen, müsse man auch Machtverhältnisse in den Blick nehmen und strukturelle Änderungen angehen. „Inklusion allein kann nicht an sozialer Gerechtigkeit rütteln.“
Vorgestellt wurden zudem zehn aus Bundesmitteln geförderte Projekte des Innovationsfonds „Kulturelle Bildung und Inklusion“: Aus Oldenburg wird das Projekt „MUT+ Kinder und Jugendliche gestalten Vielfalt“ des Vereins Jugendkulturarbeit gefördert, mit dem die Stadtteiltheaterarbeit des Vereins inklusiv ausgerichtet werden soll.

In einem Podiumsgespräch blickten Christiane Cordes, Dr. Friedrich Scheele, Jörg Kowollik, Laura Mattick und Peter Tiedeken in die inklusive „Glaskugel 2020“ bevor sie Grenzen und Chancen der inklusiven Ausrichtung auf den Punkt brachten. Was kann Kultur zur Inklusion beitragen? „Sie kann Stellung beziehen und provozieren, eigene Sichtweisen zu hinterfragen. Die Welt retten kann sie nicht“, lautete das Fazit von Jörg Kowollik, Mitveranstalter des Fachtags und Geschäftsführer des Vereins Jugendkulturarbeit. Zahlreiche Ideen zur Verbesserung der Teilhabe im kulturellen Bereich haben die Teilnehmenden im gemeinsamen Austausch entwickelt.

Eindrücke vom Kulturdialog Inklusion

Alle Fotos: Jugendkulturarbeit e.V.