Online-Fachgespräch zur digitalen Zugänglichkeit zu Kultur- und Sporteinrichtungen

Digitalisierung bringt neue Teilhabe-Chancen für Kultur und Sport

In der Reihe „Kulturelle Bildung inklusiv“ bieten das Kulturbüro und das Sportbüro der Stadt Oldenburg ein Online-Fachgespräch zum Thema „Förderung von digitaler Zugänglichkeit zu Kultur- und Sporteinrichtungen“ an. Es findet statt am Mittwoch, 7. Oktober 2020, 17 bis 19 Uhr. Anmeldungen werden per E-Mail an kulturellebildung(at)stadt-oldenburg.de bis zum 5. Oktober 2020 entgegen genommen.

In Zeiten von Kontaktverboten, Abstandsregelungen und Hygiene-Vorschriften sind viele Kultur- und Sport-Angebote ins Netz verlegt worden. Online-Trainingseinheiten, Online-Führungen, Online-Konzerte und -Lesungen sind als Alternativen zu Präsenzveranstaltungen förmlich aus dem Boden geschossen. Sind sie nur ein Ersatz? Oder bieten sie sogar neue Teilhabe-Chancen, zum Beispiel für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen und anderen besonderen Bedarfen? Das Internet bietet zum Beispiel blinden und tauben Menschen viele Möglichkeiten. Es bringt aber auch neue Barrieren mit sich.

Best-Practise-Beispiele und Förderprogramme

Im Fachgespräch soll der Frage nachgegangen werden, welche Formate sich im Hinblick auf mehr Zugänglichkeit zu Kultur- und Sporteinrichtungen bewährt haben. Außerdem wird nach Förderungsmöglichkeiten Ausschau gehalten. Letztlich haben Kultureinrichtungen und Sportvereine jetzt die einmalige Chance, ihre Digitalisierung voran zu treiben und zu nutzen – zu Gunsten der Teilhabe aller.

Neben Fördermittel-Expertinnen und -Experten konnten für dieses Fachgespräch erfolgreiche Organisatorinnen und Organisatoren von Online-Kulturangeboten und Online-Sportangeboten gewonnen werden. Mit Best-Practise-Beispielen, Informationen über Förderprogramme und vielen nützlichen Tipps liefern die Referentinnen und Referenten Ideen und Hilfen für Einrichtungen und Vereine.

Anmeldung und weitere Informationen

Interessierte können sich bei Christiane Maaß, Kulturbüro der Stadt Oldenburg, unter Telefon 0441 235-2319, oder bei Christina Lenek, Sportbüro der Stadt Oldenburg, unter Telefon 0441 235-3162 melden.

Fachgespräch Bauliche Barrierefreiheit

Sport ist erst in der Gemeinschaft schön. Und ein Kulturensemble lebt von der Vielfalt seiner Mitglieder. Was aber, wenn der sportbegeisterte Fan mit dem Rollstuhl nicht auf die Tribüne kommt? Was tun, wenn der Raumplan der Musikschule für Sehbehinderte nicht zu lesen ist?
Um gemeinsam Antworten auf Fragen der baulichen Barrierefreiheit zu finden, hat die Stadt Oldenburg Verantwortliche und Interessierte in Kultur- und Sportvereinen sowie Kultur- und Sporteinrichtungen eingeladen, sich mit dem Thema „Bauliche Barrierefreiheit in Kultur- und Sporteinrichtungen“ am  26. November 2019 im Kulturzentrum PFL auseinanderzusetzen. Eine 25-köpfige, kompetente Teilnehmer- und Expertengruppe fand so zum Fachgespräch zusammen.

Zugänglichkeit des Kulturzentrum PFL

Eingangs führte Irina Freese vom Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft und Hochbau der Stadt Oldenburg unter dem Gesichtspunkt der Zugänglichkeit durch das Kulturzentrum PFL. Die Architektin ist zuständig für die Planung und Umsetzung von Barrierefreiheitskonzepten. Tatsächlich hat sich baulich in letzter Zeit einiges getan im PFL: So sind die Bühnen im großen Veranstaltungssaal und im Vortragssaal künftig auch für Menschen zugänglich, die keine Treppen steigen können. Blindenleitsysteme werden im gesamten Kulturzentrum angebracht. Und auch ein tastbarer Gebäudeplan mit weiteren Hinweisen zur Zugänglichkeit ist in Vorbereitung.

Bauliche Möglichkeiten bei Sportvereinen

Ulrich Pohland, Vorstandsvorsitzender des Stadtsportbundes Oldenburg e.V., stellte bauliche Möglichkeiten und Leitsysteme vor, die in verschiedenen Sportvereinen umgesetzt worden sind. Diese sind auch in Kultureinrichtungen realisierbar. Der Bauplaner und engagierte Sportler gab zahlreiche Einblicke in seine Erfahrungen in Beratung und Planung der baulichen Barrierefreiheit. Er wies aber auch immer wieder darauf hin, dass viele Barrieren sich eher "im Kopf" der Verantwortlichen befänden. Inklusion fange eben im Denken an und sei eine Haltungsfrage, so Pohland. Da auch das "liebe Geld" eine nicht unwesentliche Rolle bei der Umsetzung von barrierefreien Bauten spielt, informierte der Fachmann über Fördermöglichkeiten, u.a. durch die KfW und den Landessportbund Niedersachsen e.V.

Inklusionspreisträger TSG Hatten-Sandkrug e.V.

Sönke Hinrichs ist Geschäftsführer der TSG Hatten-Sandkrug e.V., die 2017 den Inklusionspreis des Landessportbundes Niedersachsen e.V. verliehen bekommen hat. Er berichtete von den zahlreichen Initiativen des Vereins, die selbstbestimmte, gleichberechtigte und gleichwertige Teilnahme und Teilhabe von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung im und durch den Sport zu fördern. Er präsentierte unter anderem das Inklusionsprojekt „Miteinanders“, aus welchem sich ein Praxis-Handbuch mit Tipps zum Thema Inklusion im Sportverein entwickelt hat. Es enthält eine Sammlung von Best-Practise-Beispielen als Handreichung für Sportvereine, wie Inklusion im Sport(verein) gelingen kann. Hinrichs stellte zudem Erfolgs- und Gelingensfaktoren vor und sprach Chancen sowie Herausforderungen an, die sich während des Projektes ergeben haben. Das Handbuch ist auf der Homepage der TSG » frei zugänglich.

Beispiel aus dem Kulturbereich: die neuen Räume der Musikschule

Holger Denckmann und Philipp Schlüchtermann, Leiter der Musikschule der Stadt Oldenburg, erläuterten, dass noch zahlreiche bauliche Maßnahmen anstünden, um die neuen Räumlichkeiten an der Baumgartenstraße für alle erreichbar zu machen. Zwar würde der Umzug der Musikschule in das neue Objekt schon eine Verbesserung im Vergleich zum vorherigen Zustand darstellen. Aber sowohl der Umstand, dass die Immobilie angemietet sei, als auch die derzeitige hohe Auslastung von Handwerkern im Bau würden die Umsetzung weiterer baulicher Maßnahmen verzögern. Insofern diente die Musikschule als Beispiel dafür, was es an Bestandsimmobilien noch alles zu verbessern gebe im Hinblick auf die Zugänglichkeit.

Weitere Informationen

Zum Thema Zugänglichkeit in Kultur- und Sporteinrichtungen informieren Sie auch weiterhin gerne:

Christiane Maaß, Kulturbüro, Telefon 0441 235-2319, christiane.maass(at)stadt-oldenburg.de
und
Christina Lenek, Fachdienst Sport, Telefon 0441 235-3162, christina.lenek(at)stadt-oldenburg.de