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Einsatz einer Drohne
Mehrere clevere Kamerasysteme – Flugzeit von 30 Minuten – Lagebilder nahezu in Echtzeit
Feuerwehr nutzt Drohne zur Unterstützung bei verschiedenen Einsätzen
Die Feuerwehr Oldenburg setzt seit August 2025 eine moderne Einsatzdrohne zur Unterstützung bei verschiedenen Einsatzlagen ein. Bei dem Fluggerät handelt es sich um eine DJI Matrice M30T, eine speziell für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben entwickelte Drohne. Das System verfügt über mehrere Kamerasysteme: eine Weitwinkelkamera, eine leistungsstarke Zoomkamera sowie eine hochauflösende Wärmebildkamera. Dadurch können Einsatzkräfte sowohl große Einsatzstellen überblicken als auch Details aus sicherer Entfernung erkennen. Ergänzend kann die Drohne mit einem Scheinwerfer sowie einem Lautsprecher für Durchsagen ausgestattet werden, beispielsweise um Einsatzstellen auszuleuchten oder Personen aus der Luft anzusprechen.
Marco Gärtner, Leiter der Drohneneinheit der Feuerwehr Oldenburg, beschreibt den Nutzen so: „Die Drohne ist natürlich ein spannendes neues Einsatzmittel – manchmal bekommen wir den Spruch, es sei das neue Spielzeug für die großen Jungs und Mädels. In der Praxis ist sie aber ein echtes Arbeitsgerät. Vor allem zur Lageerkundung aus der Luft liefert sie uns wichtige Informationen, die wir vom Boden aus oft nicht bekommen könnten. So können wir Einsätze schneller beurteilen und unsere Kräfte gezielter einsetzen.“
Vielfältige Einsatzmöglichkeiten der Drohne
Die Einsatzmöglichkeiten der Drohne sind vielfältig. Typische Szenarien sind Luftaufnahmen zur Lageerkundung und Unterstützung der Einsatzleitung, Vermessung und Lagedarstellung, die Thermografie bei Brandeinsätzen, um Glutnester aufzuspüren, oder die Dokumentation von Umweltschäden, etwa bei Öl auf Gewässern.
Über Flugzeit, Optik und Kosten
Die Flugzeit beträgt etwa 30 Minuten pro Akkusatz. Mehrere vorhandene Akkupacks ermöglichen einen nahezu durchgehenden Betrieb, da während des Einsatzes weitere Akkus geladen werden können. Nach einem kurzen Wechsel kann die Drohne unmittelbar wieder starten.
Auch optisch wurde das Einsatzmittel individuell angepasst. Die Beklebung der Drohne ist eine Sonderanfertigung. Die Folien wurden speziell produziert, die Beklebung selbst erfolgte durch Mitglieder der Drohneneinheit.
Die Anschaffungskosten für das Drohnensystem liegen insgesamt bei rund 15.000 Euro.
Schnelle Lageerkundung aus der Luft
Ein besonderer Mehrwert der Drohne liegt in der schnellen Lageerkundung aus der Luft, insbesondere in der frühen Phase eines Einsatzes. Innerhalb kurzer Zeit kann die Einsatzleitung so ein aktuelles Lagebild erhalten, Gefahren schneller erkennen und Einsatzkräfte gezielter einsetzen.
Während des Fluges kann das Livebild der Drohne direkt übertragen werden, beispielsweise an die Einsatzleitung, in Führungsstellen oder in einen Stab. Dadurch können Lagebilder nahezu in Echtzeit beurteilt und Entscheidungen schneller getroffen werden.
Darüber hinaus ermöglicht die Drohne eine schnelle Lagebeurteilung bei Bränden oder anderen größeren Einsatzlagen. So können beispielsweise Glutnester oder besonders heiße Bereiche frühzeitig erkannt werden.
Sicherheit für Einsatzkräfte und Vorteile bei Dunkelheit
Zugleich erhöht der Einsatz der Drohne die Sicherheit der Einsatzkräfte, da unübersichtliche oder schwer zugängliche Bereiche zunächst aus der Luft erkundet werden können, bevor Personal vor Ort eingesetzt wird.
Besonders bei der Suche nach vermissten Personen bietet die integrierte Wärmebildkamera große Vorteile. Auch bei Dunkelheit oder schwierigen Sichtverhältnissen können Personen, Wärmequellen oder auffällige Bereiche schneller erkannt werden.
Besondere Stärken bei Hochwasserlagen und für Nachbereitung
Gerade bei Hochwasserlagen kann die Drohne zusätzlich zur Lageerkundung, Vermessung und Lagedarstellung eingesetzt werden. Luftbilder aus der Höhe ermöglichen einen schnellen Überblick über überflutete Bereiche, betroffene Infrastruktur sowie mögliche Gefahrenstellen und unterstützen damit die Einsatzleitung bei der Planung weiterer Maßnahmen.
Die aufgenommenen Bilder und Videodaten helfen außerdem bei der Dokumentation von Einsatzlagen sowie bei der späteren Nachbereitung.
Spezialisierte Drohneneinheit darf Drohne fliegen
Die Drohne wird von einer speziell ausgebildeten Drohneneinheit betrieben, die bei der Feuerwehr angesiedelt ist. Aktuell (Stand: Ende März 2026) stehen acht ausgebildete Drohnenpiloten zur Verfügung. Unterstützt wird die Gruppe bei Bedarf durch städtische Kolleginnen und Kollegen des Fachdienstes IT-Service, wenn es um Akkumanagement oder technische Einsatzunterstützung geht. Insgesamt umfasst die Einheit rund 15 Feuerwehrangehörige.
Um die Drohne sicher einsetzen zu können, verfügen die Piloten über umfangreiche Schulungen und Qualifikationen. Zusätzlich haben alle Piloten die EU-Kompetenzprüfung A2 abgelegt. Diese ist für den Einsatz zwar nicht zwingend erforderlich, wurde jedoch bewusst absolviert, um ein besonders hohes Maß an Fachkenntnis und Professionalität im Umgang mit der Technik sicherzustellen.
Die Ausbildung der Drohnenpiloten erfolgte feuerwehrintern. Verantwortlich hierfür war der Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr Markus Hedemann, der über die entsprechenden Qualifikationen als Ausbilder und Prüfer im Drohnenbereich verfügt. Die Ausbildung umfasste 40 Stunden Theorie- und Praxistraining, in denen rechtliche Grundlagen, Flugplanung, praktische Flugübungen sowie typische Einsatzszenarien vermittelt wurden. Damit das System jederzeit sicher und effektiv eingesetzt werden kann, trainiert die Drohneneinheit regelmäßig verschiedene Einsatzszenarien.
Zuletzt geändert am 24. März 2026
