Barrierefreie Leseversion „Inas Kaffee-Pott-Cast Folge 4“

Inas Kaffee-Pott-Cast Folge 4

Starke Stimmen zum Weltfrauentag, ein Podcast der GWA Bloherfelde mit Ina Ruschinski im Interview mit verschiedenen Frauen aus Bloherfelde.

Es ertönt eine fröhliche Musik und ein Geräusch, als wenn ein Kaffee in einen Pott eingegossen und anschließend umgerührt wird. Ina Ruschinski spricht:
„Hallo und Herzlich Willkommen zu Ina’s Kaffee-Podcast. Heute vom Marktplatz Bloherfelde, wo wir am 8. März den Weltfrauentag begehen mit einer bunten Aktion und ich wünsche Euch viel Spaß.
Ich habe heute jede Menge starker Stimmen einfangen können und befrage Frauen in einem kurzen, knappen Interview was ihre Meinung zum Thema Weltfrauentag und der Lage der Frauen überhaupt allgemein auf der Welt ist. Und nun wünsche ich Euch ganz viel Spaß.“

Ina begibt sich auf die Suche nach Frauen, hat eine gefunden und beginnt mit dem Interview: „Wenn Du an die Frauen in dieser Welt denkst, was wünschst Du ihnen?“ und als Antwort erhält sie folgende Aussage: „Ich wünsche ihnen alles Liebe und Gute, viel Gesundheit und stark zu bleiben, ansonsten klappt das nicht, wenn man nicht stark ist und mutig und kämpfen muss man auch.“
Und Ina fragt dazwischen: „Wofür sollen die Frauen kämpfen, was denkst Du?“ „Also die Frauen sollen kämpfen für ihre Rechte, auch selbstbewusst zu sein und zu sagen, wir sind hier. Wir stehen auch hier.“
Ina fragt: „Du kommst ja gebürtig aus dem Libanon, wie ist es dort mit dem Kampf der Frauen für ihre Rechte?“ „Ja, es ist ein bisschen schwierig wie auch in der ganzen Welt und manchmal klappt das, manchmal nicht, aber sie kämpfen weiter.“
„Magst Du uns erzählen, wie sich so ein Kampf der Frauen im Libanon gestaltet, wofür sie sich ganz besonders einsetzen, was ihr dringlichstes Ziel ist?“ „Also am meisten kämpfen sie … sie wollen so weitergehen, zum Beispiel bei Schulungen und beim Arbeiten wie die Männer und auch bei der Politik. Sie kämpfen auch für Rechte für ihre Kinder, zum Beispiel wenn etwas ist zwischen Mann und Frau, also Scheidung oder so, damit die Kinder bei der Frau bleiben. Und auch für den Pass. Denn wenn die Frau einen Mann aus einem anderen Land heiraten will, dann darf sie den Pass für ihre Kinder nicht kriegen. Es gibt viele Vereine, die machen das und ich glaube, die sind auf dem richtigen Weg.“
„Jetzt noch mal eine ganz andere Frage: Du sagtest ja, Frauen kämpfen für ihre Rechte, müssen mutig sein und dafür einstehen. Frauen sind ja auch Mütter von Söhnen. Wie sollten Frauen ihre Söhne erziehen, damit es den Frauen in der Welt vielleicht besser gelingt mit der Gleichstellung?“
„Also ich habe einen Sohn und der ist für meine Seite. Ich kann ihn beeinflussen.“ „Würdest Du sagen, Du erziehst Deinen Sohn ein bisschen als Feminist?“ „Nein, aber auf der Seite der Frauen muss er stehen. Das muss so sein." Ina: „Er muss auf der Seite der Frauen stehen?“„Also später, wenn er eine Frau hat, vielleicht Kinder hat, speziell Mädchen, dann muss er sie unterstützen.“ „Du, ich dank Dir ganz herzlich für das Interview, das war wirklich sehr, sehr spannend. Alles Gute Dir und noch viel Spaß hier bei uns auf dem Marktplatz.“ „Danke, wünsche ich Dir auch.“

Und Ina erwischt eine neue Frau und spricht sie an: „Ergänze mal den Satz: Frau zu sein bedeutet…“ und die Dame antwortet: „Ständig Lebensfreude und Kampf.“ „Das sind ja zwei absolute Gegensätze. Zeichnet das uns Frauen aus?“ fragt Ina. Und die Dame antwortet: „Ja, wir haben beides und nur wenn man beides hat, schafft man das auch. Und wir schaffen das. Stück für Stück.“ Ina möchte wissen: „Wie sollten Frauen ihre Söhne erziehen?“ Die Dame lacht etwas angespannt: „Tolles Thema, danke. Also auf jeden Fall, dass der Mann schon als kleiner Junge so auf den Sockel gesetzt wird, das halte ich eher für schwierig und für gar nicht zeitgemäß. So wird das alte Frauenbild, „die Frau gehört an den Herd" aufrechterhalten“ und Ina fragt dazwischen: „Also würdest Du Deinen Sohn als Feministen erziehen?“ „Nein! Mein Sohn würde mit Sicherheit mitbekommen, was die feminine Sicht angeht, weil ich mich selbst damit beschäftige, aber die Frauenbewegung hat schon eine Menge erreicht und ich bleib da ganz zuversichtlich, denn ohne uns Frauen geht es mit Sicherheit nicht.“

„Wenn jetzt die Frauen die Geschicke dieses Planeten lenken würden, was denkst Du, was würden sie anders machen?“ „Ob Frauen nun alles anders machen würden, weiß ich nicht, aber ich hoffe, dass Frauen Solidarität vermitteln, partnerschaftliches Handeln vermitteln und Gleichheit. Aber oft ist es so, dass man an strategischen Punkten Frauen stehen hat und mit einem Mal vergessen sie diese Ziele.“ „Wenn Du jetzt ganz viel Macht hättest, zum Beispiel ab morgen, was würdest Du als erstes ändern für die Frauen?“ „Dass Frauen gleichwertiges Geld verdienen. Ich finde, es ist immer noch ein Thema, dass Frauen nicht zickig oder neidisch sind. Also Frauen sollen sich austauschen, ihre Wertigkeit gegenüber aneinander erkennen. Erkennen, dass jede etwas Schönes hat, sie sollen sich gegenseitig unterstützen. Das ist wichtig? Gelebte Solidarität.“

„Und wenn Du jetzt ganz viel Macht und Geld hättest ab morgen, was würdest Du für die Frauen auf dieser Welt ändern?“ „Für die Frauen nichts, für die Männer alles und zwar sofort eine Quote für die Männer, in allen Funktionen und in allen Lebensbereichen.“ „Und glaubst Du, dass es den Männern vielleicht auch besser gehen würde, wenn man ihnen etwas mehr Verantwortung abnehmen würde?“ „Also ich glaube, die Männerrolle ist eine ganz bescheidene Rolle und da ist noch nichts Neues so richtig definiert worden in den letzten Jahren. Also die Männer haben genauso einen Anspruch auf Teilzeitarbeit, auf gutes Gehalt, weil die auch ganz oft schlechte Gehälter haben. Sie möchten auch ganz oft ihre Kinder und ihre Familien richtig genießen und können ganz viel in Bewegung bringen.“ „Super Statement, Dankeschön.“

Ina geht weiter umher und findet wieder eine Dame: „Ergänze mal den Satz: Frauen zu sein bedeutet…“, „…bedeutet viel.“ „Was wünschst Du den Frauen auf dieser Welt?“ „Alles Gute und Gottes Segen.“ „Wenn Du denkst, dass Frauen vielleicht auch Mütter sind und Söhne haben, wie sollten Frauen ihre Söhne erziehen, damit es den Frauen besser geht in dieser Welt mit der Gleichstellung.“ „Mit Liebe.“ „Was wünschst Du den Frauen auf dieser Welt?“ „Ich wünsche Ihnen viel Liebe, das ist wahrscheinlich das Erste, damit die sich lieben, andere lieben, leben um glücklich zu sein, Zufriedenheit.“
„Was bedeutet für Dich der 8. März, Weltfrauentag?“ „Ich will eigentlich auch, dass die Frauen selbständig werden, selbständiger sozusagen, das muss nicht unbedingt ohne Männer sein, aber Gleichberechtigung doch. Gleichberechtigt schon, aber ich will nicht, dass die Frauen so kämpfen, vielleicht ein bisschen die Welt ändern, aber nicht so kämpfen müssen.“ „Du möchtest es auf dem harmonischen Weg schaffen?“ „Ja, genau, dass die Frauen sich selbst finden und dann Männer auch akzeptieren. Das muss kein Kampf sein, sondern harmonisches Zusammenleben.“ „Glaubst Du, dass dann der Weg, wenn ich Dich richtig verstehe, darüber zu schaffen wäre, dass die Frauen erstmal selbst in ihre Kraft kommen, also ihr eigenes Potential entfalten und stärker und größer und strahlender werden?“ „Genauso, also ohne Druck. Das muss auf jeden Fall harmonisch sein, deswegen mein ich zuerst Liebe für sich selbst, zu der Welt, zu den anderen Leuten und dann geht man diesen Weg ohne Kampf.“

„Bedeutet Ihnen der 8. März, Weltfrauentag, etwas ganz persönlich?“ „Ja, also das war ja immer ein guter Anlass, sich mit anderen Frauen zu treffen, privat oder in der Öffentlichkeit, um auf Frauenrechte hinzuweisen, aber dann auch Freude zu haben. Ich erinnere mich an schöne Feste und Tanzabende am 8. März.“ „Ja, daran erinnere ich mich auch gerne und ich hoffe, dass wir auch bald wieder am 8. März Tanzveranstaltungen machen können, um uns Frauen feiern zu können. Aber was müssten Frauen in dieser Welt denn wohl anders machen, um mehr Geschicke dieses Planeten vielleicht zu lenken?“ „Sich mehr einmischen, sich nicht an die Seite drängen lassen, nicht das machen, was keiner machen will und wenn die Kamera kommt oder das Mikrofon, nicht weggehen, sondern einfach mal dableiben, eben zeigen, dass sie eigentlich die Welt am Leben erhalten, denn vieles passiert ja wirklich eben durch die Frauen.“ „Fällt Ihnen ein, welche Kompetenzen Frauen insbesondere beherrschen?“ „Das Mitdenken für andere, das Wissen um Nachhaltigkeit, also dass man auch für die nächste Generation mitdenken muss. Ich glaube, das ist etwas, was auch ganz stark mit unserer Natur zu tun hat und dann auch anpacken, weil irgendetwas zu tun, gibt es ja immer.“

Ina geht weiter umher und findet jemanden.

„Was bedeutet Dir der 8. März, der Weltfrauentag?“ „Es bedeutet Freiheit für eine Frau, für mich, das kann ich von meiner Seite sagen, auch Meinungsfreiheit für Frauen.“ „Was glaubst Du, müssten Frauen in dieser Welt wohl anders machen, um für mehr Gleichberechtigung einzustehen?“ „Ich denke auch, Frauen müssen selbständiger und selbstbewusster sein. Besonders selbstbewusst! Ich denke, manche Frauen sind richtig stark zu Hause, sie machen fast alles, aber sie leben in Gewalt und sie haben Angst. Zum Beispiel auch mit diesem Thema, Scheidung, leben sie getrennt von ihrem Mann, haben sie Angst, vor der Scheidung von ihrem Mann. Man sagt ihnen, du bist stark! Aber sie sehen das nicht. Wir haben jetzt im Moment sehr, sehr starke Frauen auch. Besonders in meiner Heimat, im Iran und sie machen manchmal mehr als Männer. Oder viele kurdische Frauen, sie sind wirklich richtig stark.“
„Gerade im Iran - da hast Du ein Thema angesprochen - kämpfen die Frauen gerade sehr stark.“ „Ja, sehr, sehr stark!“ „Man hört viel von. Sie kämpfen auch gegen das Kopftuch, willst Du uns da etwas von erzählen?“ fragt Ina. „Wie kann ich sagen? Zum Beispiel über vierzig Jahre radikale Muslime in meiner Heimat sagen sie: Frauen müssen das machen! Aber immer suchen sie etwas, was sie wollen, zum Beispiel müssen sie jetzt ein Kopftuch tragen, aber sie tragen es so (weiter nach hinten) oder sie müssen sich fast wie einen Schleier etwas anziehen, aber sie machen so, dass vorne immer noch etwas offen ist. Sie zeigen immer etwas von ihrer Stärke und das finde ich gut.“ Ina freut sich und sagt: „Das ist schön und heißt, sie finden Wege sich ein wenig den Vorgaben zu widersetzen. Was wünschst Du den Frauen in dieser Welt oder auch in Deinem Heimatort im Iran?“ „Freiheit. Freiheit! Besonders in meiner Heimat. Zum Beispiel eine Frau in meiner Heimat, will sie sich scheiden lassen, geht es nicht, weil der Mann dann das Kind nimmt. Und ich bin froh, dass ich hier in Deutschland bin und hier wohne, denn so etwas gibt es hier nicht. Ich bin hier noch stärker geworden, noch selbstbewusster.“ „Ergänze mal bitte den Satz: Frau zu sein, bedeutet…“ , …Liebe, sensibel sein manchmal, Familie.“ „Und diese Qualitäten, die Du jetzt aufgezählt hast, eignen die sich dafür zum Beispiel, die Geschicke in dieser Welt politisch zu verändern?“ „Ja, wie sagt man, unser Präsident hier ist eine Frau (Kanzlerin Merkel), das macht mich ganz Stolz. Ich bin ganz stolz, ich lebe in einem Land, da ist der Präsident eine Frau.“ Ina bedankt sich mit den Worten: „Ein ganz herzliches Dankeschön für das Interview.“

Jetzt interviewt Ina wieder eine andere Frau: „Was wünschst Du den Frauen in dieser Welt?“ „Gesundheit, ja, dass wir alle gesund bleiben und friedlich bleiben.“
Jetzt wird eine noch junge Frau befragt: „8. März, Weltfrauentag, was fällt Dir ein, wenn Du spontan an die Frauen dieser Welt denkst?“ „An alle in der ganzen Welt?“ „Ja genau, an die Lage der Frauen in der Welt.“ „Die ist so mega unterschiedlich, aber wenn man sagen würde, uns geht es hier noch relativ gut in Deutschland, dann würde ich sagen, man sollte nicht immer nach unten gucken, sondern auch darauf achten, denn in Deutschland hat man so viele Möglichkeiten, und es ist noch so viel Luft weiter nach oben, so generell hat sich schon sau viel getan über die Jahrhunderte, aber es ist noch lange nicht gut. Das fällt mir dazu ein.“

Ina bekräftigt: „Es ist noch lange nicht gut und hast Du auch das Gefühl, dass es manchmal in Phasen wieder zurückgeht?“ „Ja voll, falls Du gerade in Bezug auf die Corona-Pandemie ansprichst, macht ja noch mal so krass deutlich, wie schlecht es Frauen geht. Die Frauenhäuser sind voll, es ist gerade wieder schlechter für alle auf jeden Fall.“ „Was bedeutet es denn für Dich, Frau zu sein. Ergänz mal den Satz: Frau sein heißt…“ , und die junge Frau beginnt zu lachen. Ina: „Ein fröhliches Lachen!“Die junge Frau: „Na ja, so verzweifelt fröhlich. Ich weiß es nicht, ich mag mich nicht immer damit identifizieren, Frau zu sein, vielleicht auch, weil es so negativ geprägt ist, wenn ich daran denke, wofür wir heute kämpfen, so bedeutet Frau sein Ungerechtigkeiten auszuhalten, aber auch dafür kämpfen, dass sie aufhören, sich irgendwie immer wieder lautstark dagegen äußern zu müssen.
Aber Frau zu sein bedeutet auch in vielerlei Hinsicht schöne Sachen für mich und ich glaube, da ist ein ganz großer Zusammenhalt und Solidarität untereinander.“
„Wenn Du jetzt mal politische Macht hättest, was würdest Du ändern? Ganz spontan, was kommt Dir als erstes in den Sinn?“, fragt Ina. „Ich weiß es nicht genau. Vielleicht das Privilegien besser verteilt werden.“ „Dann hab ich jetzt noch eine Frage: Ich weiß nicht, ob Du schon Mutter bist, aber wenn Du jetzt mal an die Mütter denkst, wie sollten die ihre Söhne erziehen, damit die nächste Generation im punkto Gleichberechtigung weiter ist als wir vielleicht?“ Und die junge Frau antwortet: „Genauso wie ihre Töchter. Vielleicht ist das die Lösung, also zur Selbständigkeit, zur Mitarbeit, gucken, dass irgendwie alle gleich mit anpacken, alle mit den gleichen Sachen spielen dürfen, alle mit den gleichen Sachen gefördert werden und nicht irgendwie zu gucken, ah, das darfst Du nicht, Du bist ein Junge oder ah, das darfst Du nicht, weil Du ein Mädchen bist, wie auch immer. Empathie, Mitarbeit und Fürsorge, also wenn Jungs so erzogen werden würden, dann würde das bestimmt auch eine ganz große Auswirkung haben.“ Ina: „Auch auf die Jungs oder die Männer.“ Die junge Frau: „Auf alle, weil die das dann ja auch wiederum weitergeben und in der Gesellschaft so leben, wie sie erzogen wurden.“
„Dann zum Abschluss noch mal meine Frage: was wünschst Du denn den Frauen?“ Und als Gegenfrage formuliert die junge Frau: „Also wieder meine Frage, ob alle Frauen auf der ganzen Welt gemeint sind? Dann Friede, Freude, Eierkuchen. Nein, Spaß, ich würde ihnen auf jeden Fall wünschen, dass sie mutig sind, Kraft haben und dran bleiben, so dass sich auch die äußeren Bedingungen verbessern.“ „Okay, vielen Dank für das Interview.“ „Gerne“ und die beiden verabschieden sich.

Ina interviewt nun zwei Frauen gleichzeitig, die sich in ihren Antworten unregelmäßig abwechseln: „Was bedeutet Dir der 8. März, Weltfrauentag?“ Erste Frau: „8. März, Weltfrauentag? Liebe, Zufriedenheit und es ist ein schöner Tag für alle Frauen…Blumen, eine schöne Karte.“ Zweite Frau: „Für mich bedeutet Frauentag Freiheit für die Frauen, es ist sehr wichtig für mich, dass Frauen nicht nur an diesem Tag Freiheit haben. Es bedeutet für mich, dass jeder Tag Frauentag ist. Respekt für die Frauen, weil Frauen für mich sehr wichtig sind in der Welt, sie hatten so viel Mühe.“ Ina: „Was sind denn wohl die Stärken von Frauen? Was können sie Deiner Meinung nach besonders gut oder vielleicht besser als Männer?“ Erste Frau antwortet: „Die Frau alleine ist besser, sie arbeitet viel, sie ist viel wichtiger, sie arbeitet zwei Mal, hat zwei Jobs und es ist viel besser, als mit einem Mann zusammen.“ Sie lacht über ihre eigene Aussage und alle anderen stimmen herzhaft mit ein. Dann antwortet die zweite Frau: „Ja, Frauen sind sehr stark, ich finde, Frauen können manchmal mehr als Männer machen“ und Ina möchte genau wissen, was damit gemeint ist. Die Frau erklärt: „Ich meine damit alles. Zum Beispiel zu Hause, so kann man denken, wenn die Frau nicht Zuhause ist, da können die Männer nicht alles machen, den Haushalt und die Arbeit. Ich rede da von mir auch, ich kann nämlich alles machen.“

Ina fragt nach, ob sie es richtig verstanden hat: „Du meinst also, Männer können nicht alles, Arbeit, Kinder und Haushalt schaffen, aber wir Frauen schaffen es, die Arbeit, die Kinder und den Haushalt zu bewältigen.“ „Männer können das auch, aber Frauen, finde ich, können mehr.“ Ina möchte wissen: „Was können Frauen nicht so gut? Zum Beispiel in der Politik?“ Die zweite Frau spricht weiter: „Für mich stimmt das nicht. Frauen können alles machen, es gibt so viele Frauen in der Politik. Ich finde sie können alles schaffen. Für mich haben Frauen keine Grenze.“ Lachen und dann noch ein bekräftigendes: Ja!“
„Was wünschst Du oder was wünscht ihr beiden den Frauen dieser Welt? Geht ja nicht allen Frauen gut und sind ja nicht alle Frauen gleichberechtigt. In manchen Ländern steht es sehr schlecht mit den Rechten der Frauen.“ Die zweite Frau antwortet: „Ich wünsche allen, ich weiß nicht, was es bedeutet, wie man es sagt…“ und Ina fordert sie auf, es in ihrer Sprache zu sagen und die Frau antwortet in ihrer iranischen Muttersprache: „Sie müssen für ihre Rechte kämpfen, aber eigentlich müssen alle Rechte gleich sein. Denn die Freiheit, die die Männer haben, müssen auch die Frauen haben. Alle Männer denken, dass Frauen es nicht so schaffen können. Aber Frauen sind sehr, sehr stark!“

Ina erklärt: „Ihr habt jetzt viel politische Macht ihr beiden und seid ab morgen Präsidentinnen. Was würdet ihr für die Frauen ändern?“ Und die beiden Frauen antworten: „In meinem Heimatland können Frauen nicht entscheiden, auch wenn sie sich scheiden lassen möchten, Männer dürfen nur entscheiden, was sie machen dürfen. Oder in der Politik und für die Kinder. Also das ist ein Paket, alles ist zusammen.“ Die erste Frau fällt mit ins Wort und sagt: „In meinem Heimatland ist es auch so für die Frauen. Wenn man mit dem Fahrrad fährt, spät am Abend und man ist draußen, dann ist das ein Problem für Frauen.“ Und die zweite Frau wiederum sagt: „Zum Beispiel wenn Frauen arbeiten möchten, müssen die Männer für sie ein Papier unterschreiben, ob sie arbeiten darf oder nicht.“ Und Ina erklärt: „Das war in Deutschland übrigens auch noch bis in die neunzehnhundertsiebziger Jahre so.“ Und die zweite Frau sagt: „Aber hier ist es vorbei. Und in meiner Heimat war das früher nicht so. Es ist erst jetzt so geworden und das ist ganz schön traurig, finde ich. Auch wenn sie mal verreisen möchten, dann braucht man den Pass und dann darf der Mann nur entscheiden, darf man einen persischen Pass haben oder nicht, darf die Frau verreisen oder nicht. Warum ist das so? Frauen sind doch auch frei, so wie Männer.“

Ina möchte dann noch wissen: „Sollten Frauen ihre Söhne zu Feministen erziehen, damit sie sich dann für Frauenrechte einsetzen, die Männer?“ Beide Frauen bestätigen: „Ich denke ja, warum auch nicht? Ja!“ „Ja!“
 „Und was wünscht ihr den Frauen in dieser Welt?“ „Happy sein.“ „Leben und Frauen und Männer sollten diskutieren und nicht denken weiter, weiter, weiter, sondern leben.“ Und Ina bedankt sich: „Danke, das war ein schönes Schlusswort. Viel Spaß euch noch bei uns auf dem Frauentag.“ „Ja, wir danken auch.“
Ina schließt den Podcast mit den Worten: „Ja, das war es für heute von hier, vom Marktplatz Bloherfelde, von unserer Frauenaktion zum 8. März, dem Weltfrauentag. Ich hoffe, ihr hattet ein bisschen Spaß mit dem Podcast, der in diesem Fall ein Outdoor-Podcast war und ich hoffe, wir sehen und hören uns bald wieder. Bleibt gesund, eure Ina. Ciao, ciao.“
Der Podcast endet mit einer fröhlichen Musik und das Geräusch, wenn ein Kaffee in einen Pott eingeschenkt und umgerührt wird.

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