Inas Kaffee-Pott-Cast Folge 1

Ein herzliches Willkommen zu Inas Kaffee-Pott-Cast, direkt gesendet aus dem Café des Treffpunkts Gemeinwesenarbeit in Oldenburg Bloherfelde – ein Ort für Frauen*.

Mein Name ist Ina und ich werde euch in den nächsten Monaten viele interessante Podcasts präsentieren. Es werden starke weibliche Stimmen zu Worte kommen, die aus ihrem Leben erzählen – Heldinnen* unserer Zeit.

Wir informieren und inspirieren. Ihr werdet Themen hören, die anrühren, unterstützen und euch weiter bringen. Außerdem werdet ihr hier auch ständig über unsere aktuellen Frauen*-Angebote des Treffpunkts informiert werden.

Dies ist ein Podcast von Frauen* – für Frauen*(mit Gendersternchen) – also für Heldinnen*
Warum Heldinnen*? Ganz einfach.
Was wäre denn die Menschheit ohne uns?
…nicht da.

Und warum erkennen wir das nicht? Beziehungsweise. denken daran, jeden Morgen, wenn wir nach einer viel zu kurzen Nacht aufstehen, wegen der Kinder, der alten Eltern, der nicht gutlaufenden Beziehung, der Menses, der Wechseljahre oder einfach wegen der ganzen großen Sorgen in dieser Welt. Und die wir doch am liebsten retten möchten? Wenn wir doch nur könnten…

Warum denken wir nicht daran, wenn wir in den Spiegel schauen, ungnädig und selbstkritisch mit uns selbst? Selbstkritisch, bevor es jemand anderes tut – uns zu kritisieren. Denn alles ist eine Kritik an uns. Der Körper, die Kleidung, die Werbung, die Verantwortlichkeit für jeden und alles, was uns ja in den Genen liegt und wie ein Kompliment klingen soll. Fürsorge für alles. Nur nicht für uns.

Die Kritik an uns, dass wir zu wenig Geld verdienen, einen unterbezahlten Job haben, viel Arbeit unter miesen Bedingungen und mit einem eventuell noch mieseren Vorgesetzten. Weil wir zu dumm sind (was angesichts der Bildungsstatistiken absoluter Unsinn ist). Oder besser gesagt, zu dumm waren, den Karriereweg zu wählen und keine Lust hatten, selbst Chefin zu werden, sondern Lust auf Work-Life-Balance. Nur das mit der Balance, das klappt irgendwie nie - Multitasking. Ein trauriges, erbärmliches Wort - auf das wir auch noch stolz sind.

Warum denken wir nicht daran, wenn man uns auf unsere Körperteile starrt, wenn sie von jemandem wie zufällig (und nicht mal das immer) im Bus oder sonst wo berührt werden?

  • Wenn wir sexistische Werbung sehen, wo Frauen* in nackter, entwürdigender Darstellung helfen sollen, absolut überflüssige Waren zum Beispiel für Männer zu verkaufen?
  • Wenn wir geistig und seelisch armseligen Hate-Speech-Rap-Songs hören, in denen zu sexueller Gewalt an Frauen* aufgerufen wird, weil Frauen* so ziemlich die einzige Minderheit sind, die man ungestraft beleidigen darf, von solchen Deppen, die noch bei Mutti wohnen und sich bekochen lassen und nichts zu fürchten brauchen, weil es keine Klagen, keine strafrechtliche Verfolgung gibt. (Moment mal, zurück – sagte ich gerade Minderheit?) Wir stellen die größte Bevölkerungsgruppe und werden zu der Minderheit gezählt? Ja, tatsächlich zählt man uns oft zu Minderheiten.
  • Warum denken wir nicht daran, wenn täglich weltweit 137 Frauen* von einem Familienmitglied umgebracht werden. 137 Feminizide täglich von Familienmitgliedern (in diesem Fall wörtlich)?
  • Täglich Demütigungen, Einschüchterungen, sexualisierte Belästigungen und Übergriffe, Prostitution, Säureattacken, Genitalverstümmelung, Massenvergewaltigungen, Frauenhandel, digitale Gewalt, Mord… warum kann ich nicht aufhören, noch mehr und noch mehr entsetzliche Dinge aufzuzählen, die überall in der Welt Frauen* passieren? Dinge, die mir in Sekundenschnelle einfallen, ohne dass ich lange nachzudenken brauche. Warum? Weil ich sie weiß. Weil jeder und jede sie weiß. Weil sie existieren und nicht aufhören, zu sein.

Ja, all das offenbart eine traurige Realität für uns Frauen* auf dieser Erde. Aber ich habe auch ein paar schöne, interessante Dinge über Frauen* recherchieren können.
Zum Beispiel, dass Frauen* leichter lernen als Männer.

Sie lernen rascher Fremdsprachen. Und bereits dreijährige Mädchen können sich laut Wissenschaftler_innen in einer fremden Sprache besser ausdrücken als gleichaltrige Jungen.

Frauen* sind sparsamer als Männer, Männer kaufen häufig das Erstbeste und damit oft teuerste Produkt. Frauen* sind dagegen echte Spezialistinnen im Preisvergleich.
Und wenn wir schon beim Thema sind: Frauen* kurbeln die Wirtschaft an, ganz einfach weil sie insgesamt gerne und mehr shoppen.
Frauen* fällt es leichter „Sorry“ zu sagen.

Frauen* haben ein besseres Erinnerungsvermögen,
Frauen* sollen besser in Führungspositionen sein, weil angeblich Firmen, in denen Frauen* in Vorständen und Führungspositionen sind, insgesamt bis zu 35 Prozent mehr erwirtschaften.
Frauen* wagen auch eher einen Neuanfang, nach einer gescheiterten Beziehung, können sie schneller damit abschließen und ihr Leben neu organisieren und nach vorne blicken.
Frauen* stecken Schmerzen besser weg, auch das ist kein Geheimnis und
Frauen* können besser riechen.
Frauen* leben insgesamt bewusster als Männer, weil sie sich besser ernähren, weniger rauchen und regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen gehen.
Und – … sie werden älter…
Also habt ihr noch Zweifel an euren Superkräften, ihr Heldinnen* da draußen?
Doch diese Dinge nur am Rande.

Ich wollte in diesem Podcast etwas über Frauen* erzählen. Ich wollte erzählen, was sie leisten, täglich und aushalten müssen täglich, weltweit. Es zeigt, wie stark Frauen* sind und wie schwer es ist, frei zu sein, für sie. Und den Mut zu haben fürs eigene Leben. Frauen* sind leidensfähig und stark. Sie haben schier endlose Energie, Unermüdlichkeit, geschärfte Sinne, Kreativität. Umsicht, Einfühlungsvermögen, soziale Kompetenzen und noch so vieles Wunderbare mehr. Wir tragen die Geschichte und das Wissen aller Frauen* in uns.

Haltet es nicht länger zurück. Seid mutig, denn…
Was also wäre die Menschheit ohne uns?
Nicht da. Einfach nicht da.
Wir leisten gewaltiges – wir sind Heldinnen*! Jede von uns. Auch du.
Denkt daran. Jeden Tag.

Ja, nach diesem vielleicht etwas ernst stimmenden Intro, möchte ich euch, liebe Zuhörerinnen, nun mit etwas Erfreulicherem weiter unterhalten. Und zwar:
Mit unseren kommenden Frauenangeboten des Treffpunkts:

Am 8. März ist ja wieder Weltfrauentag und in diesem Jahr veranstalten wir rund um dieses Ereignis einige schöne Angebote für euch. Und das weitestgehend coronasave.
Wir gestalten, stellen vor, feiern, diskutieren, regen an und denken weiter. Und ein Teil dieses Angebots ist bereits dieser Kaffee-Pott-Cast.
Bist auch du vielleicht daran interessiert, als Interviewpartnerin teilzunehmen? Dann melde dich bitte bei mir. Ich freue mich auf ein Gespräch mit dir in unserem Treffpunkt-Café, natürlich mit duftenden, dampfenden Kaffee-Pott.

So, als erstes möchte ich euch auf unsere bunte Wunschfahnenaktion aufmerksam machen.
Gesundheit, Glück und Freude. Der Wind trägt unsere Wünsche und damit das Gute hinaus in die Welt. Wir gestalten ab Februar bunte Fahnen zu einer langen Kette, die über dem Bloherfelder Marktplatz wehen soll.

Mit Stoff, Nähzeug, Farben und vor allem mit kraftvollen Worten in allen Sprachen des Stadtteils Bloherfelde wollen wir einen Mutmacher für das Quartier gestalten. Mach mit – schreibe, nähe, male oder häkele oder stricke Deine Fahne der guten Wünsche für diese Zeit und bringe sie uns dann im Treffpunkt vorbei. Wir hoffen, dass es ganz viele werden und dass ihr alle mitmacht.

So, ein weiteres tolles Angebot, für die künstlerisch-interessierten Frauen* unter euch ist das Fotoprojekt:
„Kunst macht sichtbar“
Dein Blick als Frau* aufs Wohnquartier Bloherfelde
Wir schicken dich ausgestattet mit einer Kamera und deinem aufmerksamen weiblichen Blickwinkel ins Quartier. Dort verewigst du schöne, schreckliche, auffallende, skurrile Orte oder Dinge die du zeigen willst. Was fällt dir ins Auge und vor die Kamera? Wir sind ganz gespannt darauf! Und anschließend werden die Werke im Treffpunkt ausstellen und mit deinen Worten, den Worten der Künstlerin* präsentieren. Bist du interessiert daran mitzumachen, dann melde dich. Wir starten mit der Fotoaktion ab März.

Und weiter geht’s mit den Angeboten:
Denn direkt am Montag, dem 8. März am Weltfrauentag machen wir im kleinen Kreise einen Feuerabend. Natürlich nur, sofern es die Corona-Bestimmungen erlauben.
Ein Erlebnisabend der Sinnlichkeit – Feuer, Rauch, Essen trinken, Trommeln.

Wir vertreiben den Winter, wir vertreiben alles, was uns belastet. Wir laden das Licht ein und feiern uns Frauen*.
Beginn ist um 18.30 Uhr auf dem Abenteuerspielplatz im Viertel. Bitte meldet euch an, denn die Plätze sind schnell vergeben.

Ja, und dann gibt es noch ein besonderes Highlight:
Am Dienstag, dem 13. April veranstalten wir mit dem Zentrum für Frauengeschichte in Oldenburg eine Stadtführung zum Thema: „Die Geschichte der öffentlichen Kleinkindbetreuung – 18. bis 20 Jahrhundert in Oldenburg. Und ich darf verraten, es wird wirklich spannend. Wir machen einen Spaziergang vom Pferdemarkt zu den Wallanlagen und lauschen dabei der interessanten Geschichte Oldenburgs.

Bitte denkt auch hier daran, dass die Teilnahme an allen Angeboten nur mit Anmeldung erfolgen kann.
Ihr könnt uns telefonisch erreichen unter 0441 5601165
Oder Mobil: 0151 61546832
Und natürlich auch per Mail an: ina.ruschinski(at)stadt-oldenburg.de.
Oder an das kennedyviertel(at)stadt-oldenburg.de

Persönliche Informationen zu den Frauenangeboten kann ich euch immer
Montag bis Mittwoch 12 bis 17 Uhr geben.

Ja, das waren unsere Frauenangebote bis Mitte April. Alle natürlich unter Vorbehalt und nach Maßgabe der Corona-Bestimmungen.
Ja, und das war es auch mit dem 1. Kaffee-Pott-Cast aus dem Treffpunkt Gemeinwesenarbeit in Bloherfelde – ein Ort für Frauen*.
Also, bleibt gesund und fröhlich und ich hoffe wir hören und vor allem sehen uns bald wieder.
Eure Ina
Ciao Ciao

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