Färbergärten-Praxisworkshop

Die Oldenburger Färbergärten wachsen und gedeihen! Am 6. April 2017 veranstaltete das Kulturbüro einen Praxis-Workshop - aus dem Netzwerk für das Netzwerk! Rund 25 Teilnehmende aus Krippe, Kita, Schule, Kultur und Umwelt wurden in das Anlegen eines Färbergartens und das Haltbarmachen von Pflanzenfarben eingeführt. Im Vorfeld eröffnete die Oldenburger Kunstschule ihren Färbergarten. 

Was im Herbst 2015 mit einer Mitmach-Ausstellung aus Berlin begann, hat 2016 durch vielfältige Workshops, Projekte, Ausstellungen und Fortbildungen Fahrt aufgenommen und inzwischen ein buntes Eigenleben in Oldenburg entwickelt: die Kunst mit Pflanzenfarben, kurz Färbergärten. So bunt wie der Ansatz, der Kunst, Bildung, Nachhaltigkeit, Biodiversität und Urban Gardening miteinander verbindet, ist auch das Färbergärten-Netzwerk: Über 65 Oldenburger Akteure aus Krippe, Kita, Schule, Kultur und Umwelt sind „infiziert“. Viele von ihnen wollen den Ansatz in ihren Arbeitsfeldern integrieren. Die Betriebskindertagesstätte Biberburg, die Städtische Kita Sperberweg und die Kindergruppen Ostlandstraße (KiB e.V.) haben bereits einen Färbergarten angelegt, nun ist die Oldenburger Kunstschule dank einer Förderung durch die Oldenburgische Landschaft dem positiven Beispiel gefolgt. Weitere Färbergärten sind in Planung – von der Krippe bis zur IGS.

Im Anschluss an die Eröffnung des Färbergartens in der Oldenburger Kunstschule veranstaltete das Kulturbüro als Moderator des Oldenburger Färbergärten-Netzwerks einen Praxisworkshop. Im ersten Teil drehte sich alles um das Anlegen eines Färbergartens. Wie muss der Standort für einen Färbergarten beschaffen sein? Welche Pflanzen eignen sich für Färbergärten in Kitas und Schulen?

Wann muss ich anpflanzen und wo sind Samen und Pflanzen erhältlich? Welche Färbepflanzen finde ich am Wegesrand? Die Gartenplanerin Anna Zietz und die Diplom-Pädagogin und Kräuterfachfrau Nina Grüther gingen individuell und lebendig auf die Fragen und Anliegen der Teilnehmenden ein: „Welche Färberpflanzen sind auch bienenfreundlich?“ „Unsere Krippenkinder gießen die Färberpflanzen fleißig mit Sand – was tun?“

Anschließend lud die Bildende Künstlerin Petra Jaschinski in die mobile Färberküche ein. Sie zeigte, wie aus getrockneten Pflanzen durch Einkochen, Trocknen und verschiedene chemische Prozesse Pigmente entstehen – ein jahrhundertealter Prozess, bei dem das Färbergärten-Netzwerk aus dem Staunen nicht mehr herauskam. Die Leuchtkraft eines Blautons aus Mahoniebeeren beeindruckte ebenso wie die unterschiedlichsten Gelbschattierungen der Studentenblume (Tagetes). Der Workshop konnte viele Fragen aus dem Färbergärten-Netzwerk beantworten und machte wie immer Lust auf mehr. Die Faszination am Färben mit Pflanzen ist in Oldenburg ungebrochen und wird weiter wachsen.

Weitere Impressionen