Handlungskonzept gegen Schulabsentismus

Umgang mit Schulversäumnissen in der Stadt Oldenburg

Politik und Verwaltung haben sich in der Vergangenheit wiederholt mit der Problematik Schulverweigerung befasst. Um auf die angezeigten Handlungsnotwendigkeiten zu reagieren, wurde 2007 mit dem NiKo-Projekt eine Koordinierungsstelle Schulverweigerung eingerichtet.

Viele der schulverweigernden Schülerinnen und Schülern erreichen keinen Schulabschluss oder brechen die Schule vorzeitig ab. Es kommt zu Ausgrenzungsprozessen, in deren Folge soziale Hilfesysteme in Anspruch genommen werden müssen (hohe Folgekosten).

Die Koordinierungsstelle entwickelte mit den Kooperationsschulen ein Handlungskonzept, der ein einheitliches und abgestuftes Vorgehen der Schulen bei auftretenden Schulversäumnissen vorsieht. Verfahrensabläufe wurden optimiert und abgestimmte, einheitliche und verbindliche Vorgehensweisen etabliert, die eine frühzeitige und gezielte Intervention möglich machen. Ziel ist es, durch geeignete Hilfen die betreffenden Kinder und Jugendlichen dabei zu unterstützen, wieder regelmäßig die Schule zu besuchen, ihren Schulabschluss zu erreichen beziehungsweise ein nachhaltiges Scheitern in der Schule oder einen Dropout zu verhindern und damit negative Folgewirkungen und Ausgrenzungsprozesse zu vermeiden.

Ziel dieses Handlungskonzepts gegen Schulabsentismus der Stadt Oldenburg ist die Unterstützung der Schulen der Stadt Oldenburg bei der Durchsetzung der Schulpflicht im Rahmen der kommunalen Jugendsozialarbeit. Es wird seit 2011 in Zusammenarbeit der Oldenburger Schulen, des Team Wendehafens, der Niedersächsischen Landesschulbehörde (NLSchB) und dem Außerschulischen Lernort (ASL) in Trägerschaft der VHS Oldenburg umgesetzt. Die vorliegende zweite Auflage des Handlungskonzepts trat im Sommer 2020 in Kraft. 2011 konnte mit allen Schulen in der Stadt Oldenburg eine Kooperationsvereinbarung getroffen werden, die die Umsetzung des Handlungskonzeptes gegen Schulabsentismus festhält. Handlungskonzept gegen Schulabsentismus » (PDF, 12,2 MB)

Fachberatung und außerschulischer Lernstandort bieten Unterstützung

Die Stadt Oldenburg bietet ein standardisiertes, stärker und aufeinander abgestimmtes Bearbeitungsverfahren und Hilfesystem bei Schulpflichtverletzungen beziehungsweise schulvermeidendem Verhalten. Zentrales Element in diesem Verfahren ist die Fachberatung Schulverweigerung, die im Rahmen von Case Management niedrigschwellige Hilfen anbietet und den Familien, aber auch den Schulen und weiteren Institutionen beratend zur Seite steht.

Darüber hinaus wurde in Kooperation mit der VHS Oldenburg ein außerschulischer Lernstandort für schulverweigernde Schüler der Sekundarstufe I eingerichtet, der den betroffenen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bietet, vorübergehend außerhalb der Schule ihrer Schulpflicht nachzukommen. Inhaltlich werden hier lernpädagogische Angebote, werkpraktische Angebote, Kreativ- und Freizeitangebote sowie sozialpädagogische Betreuung kombiniert. Alle Infos dazu finden Sie im Flyer der VHS » (PDF, 5,7 MB)