Veranstaltungsreihe „Ausgewogen“
Neue Essstörungen in der ICD-11
Das Gleichstellungsbüro lädt in Zusammenarbeit mit dem Forum Essstörungen zu dem Vortrag „Neue Essstörungen in der ICD-11“ mit Prof. Dr. Martina de Zwaan ein.
Ähnlich wie das DSM-5 war es das Ziel der ICD-11, zum einen die in der ICD-10 vorgenommene Trennung von Fütter- und Essstörungen aufzuheben und zum anderen den hohen Anteil unspezifischer Diagnosen zu reduzieren. Die Binge-Eating-Störung und die Störung mit Vermeidung oder Einschränkung der Nahrungsaufnahme werden im DSM-5 und in der ICD-11 erstmals als eigenständige Essstörungen gelistet. Hinzu kommen die Ruminationsstörung und das Pica Syndrom. Weitere Syndrome sind die Purging Disorder und die Orthorexia nervosa, sowie das Night-Eating Syndrom. Auch bei Patientinnen und Patienten nach Adipositaschirurgie können Essverhaltensstörungen auftreten.
Der Vortrag richtet sich an medizinisches Fachpersonal und alle Interessierten. Bei der Ärztekammer sind Fortbildungspunkte beantragt.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
- Termin: Freitag, 6. Februar 2026, 17 Uhr
- Ort: Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, 26121 Oldenburg
Der Flyer mit allen Informationen zum Vortrag „Neue Essstörungen in der ICD-11“ » (PDF, 679 KB, barrierefrei).
Die Referentin
Hintergrundinformationen
Essstörungen wie Adipositas, Bulimie, Binge-Eating-Störung und Magersucht sind ernst zu nehmende Erkrankungen mit weitreichenden Folgen. Jedes fünfte Kind im Alter von 11 bis 17 Jahren und sogar jedes dritte Mädchen derselben Altersgruppe zeigt Symptome einer der genannten Krankheitsformen. Die Corona-Pandemie hat die Lage zusätzlich verschärft. 2021 wurden laut Bundespsychotherapeutenkammer 40 Prozent mehr Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren aufgrund einer Essstörung stationär behandelt. Und der Krankheitsverlauf ist häufig chronisch und setzt sich auch im Erwachsenenalter fort. „Umso wichtiger ist es, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und ernst zu nehmen“, betont Renate Vossler, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oldenburg. „Für Betroffene und deren Zugehörige sollte es niedrigschwellige Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten geben.“
Das Forum Essstörungen
Seit 2002 treffen sich Mitarbeiter*innen von Beratungsstellen, Psycholog*innen und Ärzt*innen im Forum Essstörungen zum Austausch, zur Qualifizierung und zur Vernetzung. Dieses Netzwerk informiert außerdem über das Thema Essstörungen und wirbt für einen positiven Umgang mit dem eigenen Körper. Unter der Überschrift „Ausgewogen“ werden deshalb in loser Folge Informationsveranstaltungen, Filme, Lesungen und anderes angeboten.
Zuletzt geändert am 13. Januar 2026

