Über die Patenschaft

Der Rat der Stadt Oldenburg hat am 17. Oktober 1983 beschlossen, die Beziehungen zu den in Oldenburg beheimateten Einheiten der Bundeswehr zu verstärken. In Anerkennung des Auftrages und des Dienstes, den die Soldaten für alle Bürgerinnen und Bürger leisten, wurde der 11. Panzergrenadierdivision anlässlich deren 25-jährigen Bestehens die Übernahme der Patenschaft angeboten. Die 11. Panzergrenadierdivision war damals die größte Einheit der Bundeswehr in Oldenburg. Die Patenschaft sollte ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit der Garnisonstadt mit ihren Bürgern in Uniform sein sowie die Wertschätzung ihres Beitrags in allen Bereichen des kommunalen Lebens und bei der Sicherung des Friedens ausdrücken.

In der Patenschaftsurkunde vom 27. Februar 1984 heißt es: „Mit der Übernahme wird der Wille bekräftigt, auch in Zukunft die seit Jahren bestehenden guten Kontakte zwischen der 11. Panzergrenadierdivision und den Bürgern, dem Rat und der Verwaltung der Stadt Oldenburg (Oldb) weiterhin zu pflegen und zu fördern“.

Die Geschichte der 11. Panzergrenadierdivision  war eng mit der Stadt und ihrer Bevölkerung verbunden und viele Soldaten haben in Oldenburg ihre Heimat gefunden. Die ersten großen Bewährungsproben der Division waren im Frühjahr 1962 zahlreiche Hilfseinsätze bei der verheerenden Sturmflut an der Nordseeküste. Auch bei Wald- und Moorbränden, bei Schnee- und Hochwasserkatastrophen war die „Elfte“ mit Soldaten und Material zur Stelle. So konnte die Bevölkerung spüren, dass die Soldaten jederzeit bereit waren, sich in Notsituationen für sie einzusetzen.

Die Bundeswehr selbst verfügte in den 80er Jahren über sieben im gesamten Stadtgebiet Oldenburgs verteilte Standorte mit einer militärisch genutzten Fläche von 311 Hektar Umfang, entsprechend 3,6 % der gesamten Stadtfläche. Schätzungen gehen davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt rund 12 000 Menschen in Oldenburg – Soldaten, Beamte, Angestellte, Arbeiter, Ehefrauen und Kinder – zu direkt mit der Bundeswehr zusammenhängenden Wohnbevölkerung gezählt werden konnten.

Nach Auflösung der 11. Panzergrenadierdivision im Jahr 1993 ging die Patenschaft auf den Standortältesten über, stellvertretend für alle Bundeswehreinheiten am Standort Oldenburg. Dies war bis Mai 2007 der Kommandeur des Verteidigungsbezirkskommandos 24. Im Juni 2007 ging die Patenschaft auf den Kommandeur der „Oldenburgischen“ Luftlandebrigade 31 über.

Nach Außerdienststellung der Luftlandebrigade 31 im März 2015 übernahm der Leiter des Vorkommandos der 1. Panzerdivision, in seiner Funktion als Standortältester, die Patenschaft stellvertretend für die Einheiten am Standort Oldenburg. Die offizielle Übergabe der Patenschaft an die 1. Panzerdivision erfolgte am 15. Juni 2016 anlässlich der Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen der Division.

Patenschaft als Zeichen der Verbundenheit
Patenschaften zwischen Städten und der Bundeswehr stellen einen Beleg der Verbundenheit zwischen ziviler Bevölkerung und Soldaten dar. Im Ministerialblatt des Bundesministers der Verteidigung (VMBl) heißt es unter anderem dazu:

 „1) Patenschaften von Einheiten und Verbänden der Bundeswehr mit Städten und Gemeinden in der Umgebung des Standortes sollen das Verständnis der Bürger für die Bundeswehr als Instrument einer wehrhaften Demokratie zur Friedenssicherung fördern. Sie wachsen aus dem gegenseitigen Verstehen von Gemeinde und Bundeswehr.

2) Patenschaften ergänzen die Öffentlichkeitsarbeit in Verteidigungsfragen durch das lebendige Beispiel der Truppe. Sie vertiefen die Integration der Einheiten und Verbände in ihre lokale Umwelt und tragen zum Verständnis der Bürger für die Belastungen aus dem Truppenalltag bei.

3) Patenschaften ergänzen Freizeitmaßnahmen und haben ihren Schwerpunkt im außerdienstlichen Bereich. Die Teilnahme an Maßnahmen im Rahmen der Patenschaftspflege ist für den einzelnen gleichwohl Dienst.“