Der große Sitzungssaal

Vor allem dieser reizvolle zentrale Raum beeindruckte schon die ersten Besucher bei der Eröffnung des Rathauses 1888. Im »Correspondent für das Großherzogtum Oldenburg« war damals zu lesen: »Der Sitzungssaal entlockte jedem Neueintretenden Ausdrücke der Bewunderung mit Recht; es ist ein wahres Schmuckstückchen. In dieser prächtigen Behausung wird sich die Stadt zweifelsohne recht heimisch fühlen.

Man bewunderte die gewaltige hölzerne Tonnendecke mit den Tragkonsolen, die Wandvertäfelungen, den Parkettfußboden, die Loggia mit dem Balkon und die Saaltüren. Besonders ins Auge fiel die aufwendige Decken- und Wandbemalung mit Wappen, Emblemen und floralen Motiven, die 1887 von dem Maler Friedrich Wilhelm Adels und seinem Sohn Heinrich geschaffen worden war, in 24 Tagen und für 800 Mark.

Über die Zeit im Original erhalten blieben die Deckenkonstruktion, die Türen und Fenster, die aber früher zum Markt hin eine Bleiverglasung hatten, und der umlaufende Holzlambris. Die reichhaltige Ausmalung der Wände dagegen wurde zu einem nicht näher bestimmbaren Zeitpunkt übermalt - und der einst anspruchsvolle Saal verlor mit monoton hellem Anstrich und hellem Parkettboden viel von seinem repräsentativen Charakter.