CHANCEN 3/25: Umfrage

Tipps für die Unternehmensnachfolge

Für die aktuelle Ausgabe von CHANCEN, dem Oldenburger Wirtschaftsmagazin, haben wir fünf Unternehmerinnen und Unternehmer gefragt, wie sie sich auf die Unternehmensnachfolge vorbereitet haben.

Daniel Peters, Thomas Lustig GmbH & Co. KG

„Ich komme ursprünglich aus dem Bankwesen. Die Idee, den Fliesenlegerbetrieb meines Onkels zu übernehmen, hat meinen Berufsweg komplett verändert. Ich habe mich konsequent bis zum Meister weitergebildet, bin 2019 in den Betrieb eingestiegen und habe 2023 die Geschäftsführung übernommen. Ein Quereinstieg muss keine Nachteile haben, im Gegenteil: Ich verstehe mein Handwerk und die Zahlen. Diese Kombination hilft mir, das Unternehmen strategisch zu führen und gleichzeitig nah an den Mitarbeitenden zu bleiben.“

Stefan Korfhage, Korfhage GmbH

„Die Nachfolge sollte man frühzeitig angehen. Ich habe das Unternehmen von meinem Vater übernommen, zunächst schrittweise in einer Personengesellschaft, dann 1999 als GmbH. Jetzt bereite ich die Übergabe an die nächste Generation vor: Meine Tochter steigt ein, ebenso ein langjähriger Mitarbeiter. Künftig werden die beiden gemeinsam die Geschäftsleitung übernehmen. Es ist entscheidend, sich rechtzeitig zu informieren, steuerliche Fragen zu klären und genügend Zeit für die Planung zu kalkulieren.“

Juliane Wefers, Wefers & Coll. Unternehmensberatung

„Wer ein Lebenswerk übergibt, sollte die Nachfolge strategisch planen, also Jahre im Voraus. Wichtig ist, nicht aufzuhören, ins eigene Unternehmen zu investieren, um so die Zukunftsfähigkeit im Blick zu behalten. Verantwortung weitergeben heißt auch, Raum für Neues zu lassen. Entscheidend im Besetzungsprozess sind gemeinsame Werte, Führungsverständnis und Haltung gegenüber Mitarbeitenden und Kunden. So kann man die Übergabe aktiv mitgestalten und das eigene Werk in guten Händen weiterwachsen sehen.“

Nina Woetzel, Oil & Vinegar Oldenburg

„Ich wurde frühzeitig gefragt, ob ich das Unternehmen weiterführen möchte. So hatte ich ausreichend Zeit, mich vorzubereiten. Nach vier Jahren im Betrieb war mir vieles bereits vertraut. Neu waren hauptsächlich administrative, rechtliche und steuerliche Aufgaben. Hilfreich waren der enge Austausch mit dem Vorbesitzer, offene Kommunikation und die schnelle Klärung aller Fragen.“

Vanessa Bente, Spielwaren Bente GmbH

„Ich habe das Geschäft meines Vaters übernommen – mit großem Respekt vor seiner Lebensleistung. Ich möchte die langjährig bewährte Tradition aufrechterhalten und eigene Impulse einbringen, um das Unternehmen so in eine neue Zeit führen. Dafür braucht es Herzblut, Überzeugung und Mut. Dass mein Vater mir sein Vertrauen geschenkt hat, obwohl ich manches anders mache, bedeutet mir viel.

Nach oben

Zuletzt geändert am 12. Februar 2026