MIXED UP Akademie traf auf große Resonanz

„Schule lässt sich verändern!“, „Man kann etwas BEWEGEN!“ oder einfach: „Weniger jammern, mehr machen!“ So äußerten sich Teilnehmende am Ende der MIXED UP Akademie „Lernen mit (allen) Sinn(en) – Kulturelle Bildung als Impuls für Unterrichtsentwicklung“ am 27. Oktober im Kulturzentrum PFL. Begeisterung, Inspiration und Ermutigung sprachen aus den Rückmeldungen der über 100 Teilnehmenden aus Oldenburg und dem gesamten Bundesgebiet.

Sie alle waren der Einladung des Kulturbüros der Stadt Oldenburg, des Oldenburger Fortbildungszentrums im Didaktischen Zentrum der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, der Integrierten Gesamtschule Kreyenbrück und der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ e.V.) gefolgt. Die Hälfte der Teilnehmenden kam aus der Schule, die andere Hälfte aus Kultur, Verwaltung und Wissenschaft. Eine tolle Mischung, um in Theorie und Praxis zu erkunden, wie sich Unterricht durch Kulturelle Bildung verändern lässt.

Zum Beispiel, wie die Schönheit mathematischer Strukturen durch Kunst erlebbar wird, wie sich mathematische Körper durch menschliche Körper darstellen lassen und wie die Theaterarbeit zu möglichen Zukunftsszenarien den Politik- bzw. Wirtschaftsunterricht in Bewegung versetzen kann. Dies alles konnten die Teilnehmenden in Fachforen und künstlerischen Praxis-Workshops am eigenen Leib erfahren.

Wichtig war den Veranstaltern jedoch nicht nur der Blick aus den Künsten auf den Unterricht, sondern auch die Reflexion der Fachdidaktiken selbst: So zeigten am Vormittag Vertreterinnen und Vertreter aus den Kernfächern wie Sprachen, Mathematik, Technik oder Geschichte Möglichkeiten auf, wie ihr Unterrichtsgegenstand in seinen vielfältigen Facetten durch kulturelle Zugänge für die Schülerinnen und Schüler sinnlich – und im besten Fall auch sinnvoll – vermittelt werden kann.

Dazu gab Keynote-Speaker Prof. Dr. Max Fuchs mit auf den Weg: „Wenn das Ästhetische, die sinnliche Wahrnehmung, ein integraler Bestandteil eines jeden Gegenstandes ist, dann muss der Lehrende diesen Facettenreichtum seines Gegenstandes auch kennen, um den Gegenstand angemessen in seiner Komplexität vermitteln zu können.“ Die Kunst des Lehrens bestehe also darin, einen Unterrichtsgegenstand mit möglichst vielen Facetten zu vermitteln – und so die Neugier der Schülerinnen und Schüler zu wecken. Dabei hilft der Blick von außen, z. B. durch die Zusammenarbeit mit Kulturschaffenden: Diese präsentierten beim Fachtag verschiedene Ansätze wie z. B. „Ästhetische Forschung“, „Learning through the arts – Lernen durch die Künste“ sowie „Berufsbildung meets Theater“ und zeigten Wege auf für eine Zusammenarbeit, bei der beide Seiten voneinander profitieren.

Welche tiefgreifenden positiven Veränderungen eine kulturelle Schulentwicklung anstoßen kann, machte Marcus Kauer deutlich, Referent für Kulturelle Bildung im hessischen Kultusministerium und (ehemals) stellvertretender Schulleiter einer hessischen KulturSchule. Er erlebte durch die verstärkte Einbindung Kultureller Bildung im Schulleben eine deutliche Aktivierung der Schülerinnen und Schüler, eine stärkere Identifikation mit der Schule als Lern- und Lebensort und am Ende sogar eine höhere Fachlichkeit – dies überzeuge dann auch wieder eher skeptische Kolleginnen und Kollegen, die nebenbei neue Perspektiven auf ihr Fach erhielten.

Neben all dem positiven Veränderungspotential, das Kulturelle Bildung mit Blick auf Schul- und Unterrichtsentwicklung bereithält, schlugen die Teilnehmenden in einer Fishbowl-Diskussion auch kritische Töne an. Benannt wurden in diesem Kontext „einengende Rahmenbedingungen in Schule“ sowie „Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit der Systeme Schule und Kultur“.

Aber, so ermutigte Max Fuchs: „Jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt“. Die MIXED UP Akademie bleibt auch für die Veranstalter in Oldenburg nur ein erster Schritt auf dem Weg zu mehr kultureller Schulentwicklung. Weitere Impulse sollen folgen.  Für die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung war die Kooperation mit dem Kulturbüro der Stadt Oldenburg ein „gelungenes Beispiel für eine fachlich wie strukturell bereichernde Zusammenarbeit zwischen den Ebenen Bund und Kommune“, so Ulrike Münter, Bildungsreferentin bei der BKJ.