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Eisenbahnbrücke am Hafen
Land übernimmt koordinierende Rolle – Oberbürgermeister freut sich über „Durchbruch“
Bahn will Neubau der Huntebrücke in Oldenburg vorziehen
Wie geht es weiter mit der sanierungsbedürftigen Huntebrücke in Oldenburg? Zur Klärung dieser Frage haben sich Vertreterinnen und Vertreter von der Deutschen Bahn (DB), Industrie- und Handelskammer (IHK), der Wasserstraßenverwaltung und der Stadt Oldenburg am Montagnachmittag, 26. Januar 2026, auf Einladung des niedersächsischen Wirtschafts- und Verkehrsministers Grant Hendrik Tonne im Oldenburger Rathaus getroffen. Es bestand Einigkeit, dass ein Neubau des Bauwerks so schnell wie möglich umzusetzen ist.
Die Deutsche Bahn hat dargestellt, welche Maßnahmen in Oldenburg insgesamt erforderlich sind. So ist zuvor das Stellwerk zu erneuern. Außerdem muss auch die Pferdemarktbrücke erneuert werden. Minister Tonne begrüßt dabei ausdrücklich, dass ein vorgezogener Neubau um mehrere Jahre möglich und jetzt auch Gegenstand der DB-Planungen ist. Hierzu einigten sich die Beteiligten darauf, die Erneuerung der Pferdemarktbrücke nach dem Ersatzneubau der Huntebrücke zu platzieren.
Die Initiative für das Treffen ging von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und dem Präsidenten der Oldenburgischen IHK, Jan Müller, aus. Beide hatten sich an die Landesregierung gewandt und um Unterstützung gebeten.
Wirtschaftsminister Tonne: „Bund muss seiner Verantwortung gerecht werden“
Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne erklärt: „Wir können bei der Eisenbahnbrücke in Oldenburg nicht warten, bis die alte Brücke ausgedient hat. Sondern jetzt müssen die konkreten Planungen beginnen. Angesichts der großen Bedeutung dieser Brücke müssen wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, einen Neubau vorzuziehen. Wir erwarten, dass der Bund seiner Verantwortung gerecht wird und die Deutsche Bahn für diese Aufgabe – auch mit Blick auf die zunehmende Bedeutung militärischer Mobilität – mit der neuen Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung für die Infrastruktur zielgerichtet ausstattet.“
Alle Beschleunigungsmöglichkeiten ausnutzen
Insgesamt muss die Deutsche Bahn für die anstehenden drei Maßnahmen einen hohen dreistelligen Millionenbetrag investieren. Derzeit wird eine neue Finanzierungsgrundlage zwischen Bund und Deutscher Bahn für den Erhalt des Bestandsnetzes verhandelt, die ab 2027 solche Finanzierungen regeln soll. Die Komplexität dieser Maßnahmen in Oldenburg verursacht neben den Kosten auch ein großes Maß an Abstimmungen. Auf Initiative von Minister Tonne sollen die dafür erforderlichen Verfahren eng abgestimmt werden. Es sollen alle Beschleunigungsmöglichkeiten ausgenutzt werden.
Deutsche Bahn: Neubau schneller als bisher geplant erforderlich
Die Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG, Ute Plambeck, sagt: „Die Huntebrücke ist mit mehr als 100 Zügen täglich zentraler Bestandteil der Schieneninfrastruktur im Nordwesten. Wir wissen um die Belastungen für Fahrgäste, Wirtschaft, Schifffahrt und die Region, die jede Störung mit sich bringt. Nach den jüngsten Schäden haben wir umfangreiche Materialuntersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen nun eindeutig, dass ein Neubau schneller als bislang geplant erforderlich ist. Deshalb setzen wir uns für einen beschleunigten Neubau ein, der nur im engen Schulterschluss mit der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, dem Bund, Land und der Stadt realisierbar ist. Die laufende Grundinstandsetzung in den nächsten fünf Jahren sichert den Betrieb für die Übergangszeit.“
Oberbürgermeister Krogmann: „Sehr gute Ergebnisse für den gesamten Nordwesten“
Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann zeigt sich sehr zufrieden: „In dem Treffen haben wir einen Durchbruch erzielt: Ich danke der DB dafür, dass sie den von uns schon lange geforderten Neubau akzeptiert und die Planung für ein festes Brückenbauwerk in neuer Lage aufnimmt. Und ich danke Minister Tonne für seine Unterstützung und seine Bereitschaft, eine koordinierende Rolle mit allen zentralen Akteurinnen und Akteuren einzunehmen, damit das Projekt zügig vorankommt. Das sind sehr gute Ergebnisse für den gesamten Nordwesten.“
Weitere Sanierung als Übergangslösung
Die Sanierung der Huntebrücke wird – parallel zum Ersatzneubau – als Übergangslösung vorangebracht, um bis zur Fertigstellung des Neubaus eine stabile Verbindung zu haben. Der aufwändige Ausbau der Schieneninfrastruktur wird voraussichtlich in den nächsten Jahren auch zu Belastungen führen und weitere Koordination erforderlich machen.
Zum Hintergrund
Die aus dem Jahr 1955 stammende Eisenbahnklappbrücke über die Hunte im Stadtgebiet von Oldenburg stellt einen wichtigen Knotenpunkt für den Personenverkehr zwischen Bremen und Leer beziehungsweise Wilhelmshaven dar. Die Strecke Osnabrück-Oldenburg verläuft ebenfalls über die Brücke. Die Brücke dient zudem dem Güterverkehr, insbesondere aus Emden und Wilhelmshaven und somit der Hinterlandanbindung der Seehäfen. Auch Passantinnen und Passanten nutzen die Brücke.
Im Rahmen einer Inspektion durch die DB wurde am 5. November 2025 ein Materialschaden an der Brücke festgestellt, der zu einer vorübergehenden Einschränkung des Zugverkehrs führte. Seit dem 9. Dezember 2025 ist die Brücke wieder zweigleisig befahrbar. Durch einen Defekt an der Rollbahn des bis dahin noch klappbaren Brückenteils ist die Huntebrücke seit dem 22. Januar 2026 nicht mehr klappbar. Das führt zu Einschränkungen im Schiffsverkehr. Die Zuständigkeit, die dauerhafte Befahrbarkeit zu steuern oder zu überwachen sowie einen Ersatzneubau zu errichten, liegt beim Bund und der Deutschen Bahn.
Zuletzt geändert am 28. Januar 2026
