Grünkohlessen in Berlin: Bleibt die Palme im Norden?

Rund 280 Zusagen

Vorschau auf das 67. „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ in Berlin

Die Amtszeit von Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, ist vorbei – zumindest, was seine Grünkohlregentschaft über das Oldenburger Volk betrifft. Ob die begehrte Grünkohlpalme als Zepter der neuen Kohlmajestät in diesem Jahr im Norden bleibt? Mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies (SPD) als Ehrengast steht ein potentieller Nachfolger bereit. Auch Bärbel Bas, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, und viele Mitglieder der Niedersächsischen Landesregierung haben für das 67. „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ am Montag, 2. März 2026, in der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund in Berlin ihr Kommen zugesagt. Die Schirmherrschaft hat in diesem Jahr Landtagspräsidentin Hanna Naber übernommen.

Kurfürstinnen und Kurfürsten wählen Kohlmajestät

Nach dem Essen wird sich, wie gewohnt, das sogenannte Kurfürsten-Kollegium unter dem Vorsitz von Dietmar Wischmeyer zur Beratung zurückziehen. Der scharfzüngige Satiriker wird anschließend in seiner Paraderolle als „Günther, der Treckerfahrer“ die Rede zur Inthronisierung halten und die vom Kollegium getroffene Wahl launig begründen. Als Kurfürstinnen und Kurfürsten fungieren neben Landtagspräsidentin Hanna Naber auch Stefan Dohler (EWE), Tanja-Vera Asmussen (LzO), Marc Ampaw (OLB), Sabine Möller (Nord/LB), Thomas Mehls (CEWE) und Jürgen Müllender (Öffentliche).

Olaf Lies gibt Empfehlungsschreiben in eigener Sache ab

Ein Empfehlungsschreiben in eigener Sache gibt vorab Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies ab, der an diesem Abend als Ehrengast eingeladen ist: „Grünkohlkönig ist ein absolut erstrebenswertes Amt und jeder kann sich vorstellen, wie ernst ich das nehmen würde. Oldenburg in Berlin und der ganzen Republik selbstbewusst und mit dem nötigen Humor vertreten zu dürfen, wäre schon etwas ganz Besonderes. Aus Erfahrung weiß ich aber auch: Man ist gut beraten, sich nicht zu viele Gedanken über ein Amt zu machen, das ohne jeden Zweifel eine große Ehre ist, das man aber nicht inne hat. Das verstellt nur den klaren Blick auf die Dinge. Deshalb bleibe ich ganz entspannt: Über Krone und Kohlkette entscheidet am Ende das Kurfürsten-Kollegium – und das ist gut so. Bis dahin bin ich schlicht Gast – mit großem Respekt und Anerkennung vor dem Amtsinhaber und zunächst einmal mit sehr ernsthaften Absichten am Grünkohl-Buffet.“

„Gröönkohl-Äten“ eine Konstante in Berliner Politikbetrieb

Die Stadt Oldenburg freut sich auch in diesem Jahr über rund 280 Zusagen von Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und dem öffentlichen Leben. Gastgeber Oberbürgermeister Jürgen Krogmann ist glücklich über die Resonanz: „Erneut sind wir bis auf den letzten Platz ausgebucht – was für eine überragende Bestätigung für unsere traditionelle Veranstaltung. Ich freue mich auf einen interessanten Abend und gute Gespräche in der Bundeshauptstadt.“ Denn auch das Netzwerken hat beim Berliner Kohlessen Tradition: Besonders für die zahlreichen Teilnehmenden aus Oldenburg bietet das Event eine willkommene Gelegenheit, um bestehende Kontakte aufzufrischen beziehungsweise neue zu knüpfen und Verbindungen zu Entscheidungsträgern in Ministerien auf Bundes- und Landesebene herzustellen. 

Bundesministerien geben sich die Ehre

Zu den bundespolitischen Gästen zählen neben Bärbel Bas, Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie Bundesvorsitzende der SPD, auch zahlreiche Parlamentarische Staatssekretärinnen und Staatssekretäre sowie Staatssekretärinnen und Staatssekretäre. Ebenfalls mit von der Partie sind einige Bundestagsabgeordnete.   

Landeskabinett stark vertreten

Stark repräsentiert ist das Niedersächsische Landeskabinett – sechs Ministerinnen und Minister haben neben Ehrengast und Ministerpräsident Olaf Lies ihr Kommen zugesagt: Daniela Behrens (Inneres und Sport), Christian Meyer (Umwelt, Energie und Klimaschutz), Falko Mohrs (Wissenschaft und Kultur), Miriam Staudte (Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz), Grant Hendrik Tonne (Wirtschaft, Verkehr und Bauen) und Melanie Walter (Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung). Neben Schirmherrin und Landtagspräsidentin Hanna Naber (SPD) stehen auch ihr Vizepräsident Jens Nacke und die Vorsitzende der Landtagsfraktion der Grünen, Anne Kura, sowie Staatssekretäre und Landtagsabgeordnete auf der Gästeliste. Auch Stephan Weil wird in diesem Jahr erneut von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann in Berlin begrüßt – wenn auch dieses Mal in anderer Funktion, nämlich als Mitglied des Landtages und Ministerpräsident a.D.

Weitere Persönlichkeiten

Litauens Botschafter Giedrius Puodžiūnas sowie Bernd Lange und Tiemo Wölken, beide Mitglieder des Europäischen Parlaments, bringen europäisches Flair nach Berlin. Auch einige Landräte und (Ober-)Bürgermeister anderer niedersächsischer Kommunen sind der Einladung gefolgt. Hinzu kommen zahlreiche Teilnehmende aus vielfältigen Bereichen des öffentlichen Lebens. Die Bundeswehr ist mit Brigadegeneral Joachim Hoppe als stellvertretender Kommandeur und Standortältester der 1. Panzerdivision in Oldenburg vertreten, auch Manuel Keller, Direktor des Verpflegungsamtes der Bundeswehr, hat sich angemeldet. Außerdem haben sich neben vielen weiteren Persönlichkeiten auch der Präsident der Universität Oldenburg, Prof. Dr. Ralph Bruder, der Präsident der Jade Hochschule, Prof. Dr. Manfred Weisensee, Staatstheater-Generalintendant Georg Heckel, und Prof. Dr. Uwe Meiners, Präsident der Oldenburgischen Landschaft, zum „Gröönkohl-Äten“ angemeldet.

Top-Service durch Auszubildende

Den Service übernehmen auch in diesem Jahr wieder der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband und die Berufsbildenden Schulen 3 mit hoch engagierten Nachwuchskräften. Unter der Anleitung von acht Lehrkräften betreuen 34 Auszubildende des Hotel- und Gastronomiegewerbes aus der Region Oldenburg die Gäste an den Tischen.

Was auf die Teller kommt

Bio-Grünkohl, Pinkel und Kochwurst, Speck und Kasseler stammen aus original Oldenburger Herstellung von der Oldenburger Fleischerei Bartsch und dem „Bümmersteder Krug“. Auf die Teller kommen voraussichtlich 200 Kilogramm Bio-Grünkohl, 60 Kilogramm Pinkel, 90 Kilogramm Kasseler-Lachs ohne Knochen, 45 Kilogramm Kochmettwurst sowie 28 Kilogramm geräucherter Speck – alles aus Biofleisch-Produktion. Auch diesmal steht alternativ ein veganes Grünkohlgericht auf der Speisekarte.

Löffeltrunk, Musik und Spenden

Alles beim Alten bleibt bei den Getränken: Der berühmte „Löffeltrunk“ – gefüllt mit gutem Schnaps – kommt wie immer aus dem Hause Hullmann. Das Pils dazu liefert das Friesische Brauhaus zu Jever. Musikalisch begleitet wird der Abend von der „Jazz-Koalition“. Die gemischte Combo besteht unter anderem aus Dozenten der Musikschule der Stadt Oldenburg und musikalischen Gästen aus Berlin. Die Gäste des Kohlessens werden auch bei der diesjährigen Ausgabe um eine Spende gebeten. Der Erlös ist für das Autonome Frauenhaus Oldenburg sowie für die AIDS-Hilfe Oldenburg bestimmt.

Lange Tradition von Bonn bis Berlin

Das „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ wurde im Jahre 1956 in der alten Bundeshauptstadt Bonn aus der Taufe gehoben. Seit 1998 findet es in Berlin statt. Viermal musste die Veranstaltung ausfallen: 1962 (Hochwasserkatastrophe), 1991 (Golfkrieg) sowie 2021 und 2022 (Corona-Pandemie). Die Reihe der Kohlmajestäten liest sich wie ein „Who is who“ der Politik der vergangenen Jahrzehnte: Neben ehemaligen Bundeskanzlern wie Helmut Kohl oder Helmut Schmidt zieren die Namen zahlreicher Mitglieder von Bundes- und Landesregierungen diese Liste. 

Hinweis

Bei den Zusagen sind kurzfristige Änderungen vorbehalten.

Zuletzt geändert am 25. Februar 2026