Helene Lange

„Kinder sind dazu da, um Lärm zu machen.“ Das war der einzige Erziehungsgrundsatz, den Helene Lange (1848-1930) je von ihrem Vater, einem Oldenburger Kaufmann, hörte. Das Mädchen wuchs vollkommen gleichberechtigt mit den beiden Brüdern mitten in der Stadt auf. Erst nach dem Tod des Vaters 1864 erfuhr Helene, dass gesellschaftliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen gemacht wurden. Und diese Erfahrung war die Geburtsstunde der Frauenrechtlerin. Helene Lange ging nach Berlin, wurde Lehrerin und setzte sich zeitlebens für gleiche Bildungs- und Berufschancen für Frauen ein. Sie gilt als wichtige Wegbereiterin der deutschen Frauenbewegung.

Ihre Motivation war „der Gedanke, dass die Gleichberechtigung nicht verlangt werden müsse um der Gleichheit, sondern um der Ungleichheit der Geschlechter willen, dass die einseitig männliche Kultur durch eine weibliche ergänzt werden müsse“. Die Stadt Oldenburg ernannte Helene Lange 1928 zur Ehrenbürgerin.