Thomas Hettche: „Liebe“ – Lesung & Gespräch
Max stellt künstliche Augen her. Er ist Okularist. Über der Flamme des Bunsenbrenners formt er in seiner Praxis feine Glaskugeln, versieht sie mit farbigen Äderchen, Iris und Pupille und gibt seinen Patienten ihren Blick zurück. Max weiß von der stillen Sprache der Blicke, aber an die große Liebe glaubt er mit Anfang sechzig nicht mehr. Er hat zwei halbwüchsige Kinder aus früheren Beziehungen, versucht, ihnen ein guter Vater zu sein, und hat sich mit dem Alleinsein abgefunden. Bis er eines Sommerabends Anna begegnet und ihn die Gefühle in ungekannter Wucht überwältigen. Doch Anna ist verheiratet und zögert. Sind sie nicht doch zu alt für eine neues Leben? Zärtlich und voller Leidenschaft erzählt Thomas Hettche von einer späten und umso unbedingteren Liebe. Sein neuer Roman nähert sich ihrem Wesen, ihrem Wunder, ihrem Abgrund. Der Oldenburger Schriftsteller Klaus Modick stellt ihn vor und spricht mit ihm über das Buch.
Thomas Hettche wurde in einem Dorf am Rande des Vogelsbergs geboren und lebt in Berlin. Seine Essays und Romane, darunter Der Fall Arbogast (2001), Die Liebe der Väter (2010), Totenberg (2012), Pfaueninsel (2014) und Herzfaden (2020), wurden in über ein Dutzend Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschien Sinkende Sterne (2023).
Zuletzt geändert am 27. Juni 2026
