70 Jahre 1. Panzerdivision und zehn Jahre Patenschaft: Stadt und Bundeswehr feiern ihre enge Verbundenheit
Dreifaches Jubiläum: 70 Jahre Bundeswehr in Oldenburg
31.08.2026
Oldenburg. Dreifacher Grund zum Feiern: Seit 70 Jahren ist Oldenburg Bundeswehrstandort, ebenso lange besteht die 1. Panzerdivision, deren Stab Ende 2015 von Hannover nach Oldenburg verlegt wurde. Seit zehn Jahren verbindet die Stadt zudem eine offizielle Patenschaft mit der Division. Diese drei Jubiläen werden am Montag, 7. September, mit einer gemeinsamen Festveranstaltung in der Innenstadt gewürdigt.
„70 Jahre Bundeswehr in Oldenburg und zehn Jahre Patenschaft mit der 1. Panzerdivision stehen für eine gewachsene Verbundenheit, die weit über offizielle Anlässe hinausgeht. Die Soldatinnen und Soldaten gehören zu unserer Stadt – und sie wissen, dass sie hier Rückhalt und Anerkennung finden“, sagt Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. Gerade in einer Zeit, in der die sicherheitspolitische Lage Europas eine neue Bedeutung gewonnen habe, sei diese Verbundenheit wichtig: „Die 1. Panzerdivision leistet heute einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit unseres Landes und unserer Bündnispartner. Als Stadt wollen wir deutlich machen: Wir stehen an der Seite der Bundeswehr.“
Sieben Jahrzehnte Bundeswehrstandort
Die Geschichte der Bundeswehr in Oldenburg begann im September 1956. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Kasernen zunächst von kanadischen und britischen Truppen genutzt worden. Mit dem Aufbau der Bundeswehr wurden die vorhandenen Kasernen übernommen und für die neuen Streitkräfte genutzt. Die Entscheidung für Oldenburg stieß in der Bevölkerung auf breite Zustimmung. Schon Ende der 1950er Jahre sprach die Nordwest-Zeitung von einem „harmonischen Einvernehmen zwischen der soldatenfreundlichen Bevölkerung und den neuen Bürgern in Uniform“.
Ein Meilenstein folgte 1959 mit der Aufstellung der 11. Panzergrenadierdivision in der Clausewitz-Kaserne. Sie prägte die militärische Geschichte Oldenburgs über Jahrzehnte. Zugleich wurde die Bundeswehr immer wieder als Helferin der Bevölkerung wahrgenommen – etwa bei der Sturmflut 1962, bei Bränden sowie Schnee- und Hochwasserkatastrophen.
70 Jahre 1. Panzerdivision
Gegründet im Juli 1956 noch als 1. Grenadierdivision hat die Division während der verschiedenen Strukturänderungen des Heeres immer eins behalten: die Verbandnummer. Sie war, blieb und ist die „Erste“. In ihren Anfangsjahren war der Verantwortungsbereich der Division vor allem im südöstlichen Niedersachsen und ihr Auftrag bestand in der Sicherung der innerdeutschen Grenze. Heute, 70 Jahre später, hat sich ihr Stationierungsgebiet ausgedehnt: Die vier zugehörigen Brigaden, vier Verbände der Divisionstruppen und 29 Bataillone erstrecken sich über den gesamten norddeutschen Raum bis in die Niederlande. In sieben Bundesländern und zwei niederländischen Provinzen ist die Division beheimatet.
Nicht zuletzt ist die 1. Panzerdivision seit zehn Jahren eine deutsch-niederländische Division. Die zehnjährige Integration der niederländischen 43. Brigade wurde bereits diesen Sommer in Bergen gewürdigt. Der Auftrag der Division gilt noch immer der Verteidigung der westlichen Wertegemeinschaft. „70 Jahre Geschichte bedeuten 70 Jahre Verantwortung mit demselben Anspruch: Bereit zu sein, wenn unser Land und das Bündnis uns brauchen“, blickt Generalmajor Alexander Krone, Kommandeur der 1. Panzerdivision, auf das Gestern, Heute und Morgen der Division.
Patenschaft dokumentiert enge Verbindung
Die enge Verbindung zwischen Stadt und Bundeswehr wurde 1984 mit der ersten Patenschaft der Stadt für die am Standort stationierten Bundeswehreinheiten auch offiziell dokumentiert. Nach mehreren Veränderungen im Zuge der Bundeswehrreformen wurde diese Tradition fortgeführt: Am 15. Juni 2016 übernahm Oldenburg die Patenschaft für die 1. Panzerdivision und damit stellvertretend für die militärischen und zivilen Bundeswehreinrichtungen am Standort.
Heute ist die Henning-von-Tresckow-Kaserne der einzige militärische Bundeswehrstützpunkt in Oldenburg. Seit Dezember 2015 sind dort der Stab und die Stabs-/Fernmeldekompanie der 1. Panzerdivision stationiert. Hinzu kommen mehrere zivile Dienststellen der Bundeswehr, darunter das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum und das Verpflegungsamt der Bundeswehr.
Verlässlicher Partner
Für Oberbürgermeister Jürgen Krogmann ist das Jubiläum vor allem Anlass, die Bedeutung der gewachsenen Partnerschaft zu unterstreichen: „Eine Patenschaft lebt nicht allein von Urkunden, sondern von Begegnungen, Austausch und gegenseitiger Wertschätzung. Genau das zeichnet das Verhältnis zwischen Oldenburg und der Bundeswehr aus.“ Die Bundeswehr habe sich dabei immer wieder als verlässliche Partnerin der Stadt erwiesen – zuletzt auch bei der Unterstützung während der Corona-Pandemie. Zugleich ist die 1. Panzerdivision heute fest in die europäischen Sicherheits- und Verteidigungsstrukturen eingebunden.
Brigadegeneral Joachim Hoppe, Kommandeur der Divisionstruppen und Stellvertreter des Divisionskommandeurs sowie Standortältester, stimmt dem zu: „Echte Partnerschaft findet nicht zwischen Institutionen oder Funktionen statt, sondern zwischen Menschen, die die Beziehung mit Leben füllen. Hier in Oldenburg begegnen sich Stadt und Bundeswehr sowie die Bürgerinnen und Bürger mit den Soldatinnen und Soldaten seit 70 Jahren auf Augenhöhe und mit echtem Interesse und Wertschätzung.“
Festveranstaltung am 7. September
Die drei Jubiläen werden am Montag, 7. September, mit einer Festveranstaltung auf dem Oldenburger Schlossplatz gefeiert. Anlässlich ihres 70-jährigen Bestehens beschenkt die
1. Panzerdivision die Bürgerinnen und Bürger nach einem feierlichen Appell mit einer Serenade (gespielt vom Heeresmusikkorps Hannover) im stimmungsvollen Licht der Abenddämmerung vor der Kulisse des Oldenburger Schlosses:
- 19.15 Uhr: Appell auf dem Schlossplatz; Ansprachen halten Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, der Stellvertreter des Inspekteurs des Heeres und Kommandeur Militärische Grundorganisation, Generalleutnant Heico Hübner, sowie Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies.
- 20.30 Uhr: Serenade zum feierlichen Abschluss.
„70 Jahre Bundeswehrstandort Oldenburg sind auch 70 Jahre gelebte Partnerschaft. Wir blicken mit Dankbarkeit auf diese Geschichte und zugleich mit Zuversicht auf die kommenden Jahre“, so Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.
Feierlicher Appell und Fahnenbandverleihung
Während des feierlichen Appells werden zwei Verbände militärisch ausgezeichnet. Erstens erhält die 1. Panzerdivision an diesem Abend eine besondere Ehrung: das Fahnenband des Landes Niedersachsen. Es ist die höchste Auszeichnung, die die niedersächsische Landesregierung an militärische Verbände vergeben kann. Zweitens erhält das im April 2026 in Sicherungsbataillon 1 umbenannte ehemalige Unterstützungsbataillon Einsatz 1 nun sein neues Fahnenband und den neuen Namensring für die Truppenfahne. Während des militärischen Zeremoniells der Verleihung werden die Fahnenbänder an der Truppenfahne angebracht. Die Truppenfahne selbst steht für die Identität, den Zusammenhalt und die Tradition eines Verbandes.
Online mehr erfahren
Ausführliche Informationen zur Patenschaft der Stadt mit der Bundeswehr gibt es auf der städtischen Website unter www.oldenburg.de/bundeswehr.

Zuletzt geändert am 31. August 2026
Zuletzt geändert am 31. August 2026
