Illustration zwischen Kunst, Gesellschaft und Zukunft
Oldenburg wird von Freitag, 21. August bis zum Sonntag, 6. September 2026 erneut zum Treffpunkt der Illustrationsszene und aller Interessierten: Beim Festival der Illustration 2026 dreht sich zwei Wochen lang alles um die Vielfalt gezeichneter Bilder – von Illustration und Cartoon über politische Zeichnung bis hin zu Literatur, Film, Musik und kultureller Bildung. Im Mittelpunkt steht die Ausstellung von 14 Illustratrorinnen und Illustratoren aus Oldenburg und dem Nordwesten.
Das Festival findet bereits zum achten Mal statt und ist seit 14 Jahren ein fester Bestandteil der Oldenburger Kulturszene. Veranstaltet wird es vom Illustratoren Oldenburg e. V. unter der Leitung von Norbert Egdorf. Die Stadt Oldenburg unterstützt das Festival durch das Kulturbüro und die Wirtschaftsförderung.
„Illustration ist weit mehr als die Gestaltung schöner Bilder. Sie erzählt Geschichten, schafft Perspektiven, hinterfragt Entwicklungen und verbindet Menschen“, beschreibt das Festival seinen Anspruch. Mit Ausstellung und einem Rahmenprogramm aus Gesprächen, Workshops, Lesungen, Filmveranstaltungen und Konzerten lädt es dazu ein, die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung des Mediums neu zu entdecken.
Der Eintritt zur Ausstellung kostet 3 Euro, ermäßigt 2 Euro. Die Preise für die verschiedenen Veranstaltungen weichen ab. Auf der Festival-Website wird das gesamte Programm ausführlich vorgestellt.
Illustration zwischen Haltung und gesellschaftlichem Diskurs
Ein Schwerpunkt des diesjährigen Festivals liegt auf der Frage, welche Rolle Illustration, Karikatur und Satire in gesellschaftlichen Debatten spielen. Bei der Veranstaltung „Bilder mit Haltung – Wie politisch darf Illustration, Karikatur und Satire sein?“ gibt der Oldenburger Illustrator und Ehrengast Lennart Gäbel zunächst einen Impuls. Anschließend diskutieren Gäbel, Holger Denckmann, Kulturdezernent der Stadt Oldenburg, und Festivalleiter Norbert Egdorf über die Möglichkeiten und Grenzen politischer Illustration und die Bedeutung gezeichneter Kommentare im öffentlichen Diskurs. Das Publikum ist ausdrücklich eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen.
Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 3. August 2026, um 20 Uhr statt. Der Eintritt kostet 8 €, ermäßigt 5 €.
KI verändert die Kreativbranche
Auch eine der derzeit wichtigsten Entwicklungen für die Kultur- und Kreativwirtschaft steht auf dem Festivalprogramm. Unter dem Titel „Strich oder Algorithmus? – Illustration im Zeitalter der KI“ sprechen Frank Kühne vom Carlsen Verlag und Kai Flemming, Cartoonist und Ehrengast des Festivals, über die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf kreative Arbeit, Verlagswesen und den Beruf der Illustratorin beziehungsweise des Illustrators. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Fragen nach Chancen und Risiken neuer Technologien, Urheberschaft, Qualität und der zukünftigen Zusammenarbeit zwischen Verlagen und Kreativen. Moderiert wird das Gespräch von Norbert Egdorf.
Die Veranstaltung findet am Montag, 24. August 2026, um 20 Uhr statt. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Wirtschaftsförderung: Kreativwirtschaft als wichtiger Standortfaktor
Neben seiner kulturellen Bedeutung setzt das Festival auch einen Akzent auf die Kultur- und Kreativwirtschaft. In Oldenburg arbeiten zahlreiche Kreativschaffende in unterschiedlichen Bereichen. Illustratorinnen und Illustratoren sind dabei nicht nur im Kulturbereich tätig, sondern arbeiten beispielsweise in der Öffentlichkeitsarbeit eng mit Unternehmen anderer Branchen zusammen. Sie bringen visuelle Kompetenz, kreative Perspektiven und neue Impulse in unterschiedlichste Wirtschaftsbereiche ein.
„Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist eine wichtige Wirtschaftsbranche in Oldenburg. Gerade die Illustration zeigt, wie eng Kreativität, Kommunikation und Wirtschaft miteinander verbunden sind. Das Festival schafft Sichtbarkeit für die Arbeit der Illustratorinnen und Illustratoren und fördert zugleich den Austausch zwischen Kreativschaffenden und anderen Branchen“, betont Ina Lehnert-Jenisch von Wirtschaftsförderung.
Mit dem Festival legt das Projektteam um Norbert Egdorf damit ein besonderes Spotlight auf die Illustration und ihre Bedeutung für Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft.
Zwei Ehrengäste, viele Perspektiven
Mit Kai Flemming und Lennart Gäbel begrüßt das Festival zwei herausragende Vertreter der zeitgenössischen Illustration und Cartoonkunst. Beide stehen für unterschiedliche Facetten gezeichneter Kommunikation – vom humorvollen Kommentar des Alltags bis zur gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung.
Zu den besonderen Programmpunkten gehört die Cartoonlesung mit Kai Flemming. Mit pointierten Zeichnungen, Geschichten und Einblicken in seine Arbeit zeigt Flemming, wie Humor und Illustration aktuelle Themen sichtbar machen. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, seine Bücher signieren zu lassen.
Bereits zur Eröffnung am 21. August präsentiert Bettina Bexte ihre Comiclesung „In allem ein Stück zu Hause“, musikalisch begleitet von David Niedermayer.
Literatur, Comics und Bildergeschichten
Das Festival verbindet Illustration auch mit Literatur und erzählerischen Formaten. Bei „Bis das Blut gefriert … – Gruselgeschichten von Edgar Allan Poe“ werden berühmte Schauergeschichten von Ulli Bohmann und Carsten Fuhrmann vorgelesen und durch Illustrationen begleitet.
Die Autorin Yvonne Hergane stellt ihr aktuelles Buch „Kindheit in aller Welt“ vor und nimmt das Publikum mit auf eine Reise durch unterschiedliche Lebenswelten und Kulturen.
Eine exklusive Führung durch die Ausstellung im InForum bietet darüber hinaus die Gelegenheit, die präsentierten Arbeiten und ihre Entstehungsgeschichten aus einer besonderen Perspektive kennenzulernen.
Animation, Musik und Workshops
Auch Film- und Animationskunst sind Teil des Programms. Bei „Best of Animation – Die besten Animationsfilme“ werden herausragende internationale Animationsfilme der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und der Filmakademie Baden-Württemberg gezeigt.
Musikalische Akzente setzen unter anderem „Serena“ – Marcia Bittencourt, Martin Flindt & Bertram Lehmann mit einer musikalischen Reise zwischen brasilianischen Klangwelten, Jazz und internationalen Einflüssen. „Berlin nach New York – Ein Jahrhundert deutschsprachiger Kabarettkunst“ mit Brianna Meese (Sopran) und Kei Sugaya (Klavier) verbindet Musik, Geschichte und Bühnenkunst.
Ein wichtiger Bestandteil des Festivals sind außerdem die zahlreichen Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Unter professioneller Anleitung können Teilnehmende unterschiedliche Zeichentechniken kennenlernen, experimentieren und eigene Bildgeschichten entwickeln.
Zuletzt geändert am 17. August 2026