Stadt bietet viele Möglichkeiten zur Beratung und Information – Wärmepumpe weiter empfohlen
Clever heizen auch nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz
11.08.2026
Oldenburg. Trotz Hitzesommer schon an den Winter denken? Während viele Menschen aktuell eher über eine Klimaanlage nachdenken, macht es durchaus Sinn, sich frühzeitig mit dem künftigen Heizungssystem im Eigenheim zu beschäftigen. Bundesrat und Bundestag haben inzwischen das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) beschlossen, welches bereits in Kraft getreten ist. Was bringt diese Gesetzesänderung mit sich? Laut GModG ist der Austausch einer bestehenden Heizung durch neue Gasheizungen weiter möglich, was in Teilen eine Abkehr vom bislang geltenden Gebäudeenergiegesetz darstellt. Im Rahmen des Oldenburger Wärmeplans empfiehlt die Stadtverwaltung eine Umstellung auf Wärmepumpen – dies gilt weiterhin.
Warum ist eine Wärmepumpe trotz des neuen Gesetzes sinnvoll?
Warum die Oldenburgerinnen und Oldenburger künftig auf Wärmepumpen setzen sollten, erklärt Energieberater Björn Boeke: „Wärmepumpen zeichnen sich durch eine hohe Effizienz aus und stellen für eine Vielzahl von Gebäuden die sinnvollste Art der Beheizung dar. Sie machen unabhängig von Importen fossiler Brennstoffe – was gerade angesichts der politischen Konflikte und damit verbundenen hohen Preisen oder auch Fragen der Versorgungssicherheit einen absoluten Vorteil bedeutet. Die Kosten für Heizöl und Erdgas werden aller Voraussicht nach unabhängig von den aktuellen Konflikten ansteigen, was verschiedene Gründe hat: Die steigende CO2-Bepreisung ist zu nennen und auch erhöhte Netzentgelte, da die Kosten für das Gasnetz auf immer weniger Anschlüsse umgelegt werden müssen.“
Förderung durch die KfW und die Stadt
Wer jetzt eine Gasheizung einbaut, muss künftig einen zunehmenden Anteil an „grünem Gas“ nachweisen. Dies werde voraussichtlich zu höheren Preisen führen, so Boeke, da Bio-Heizöl und -Gas nur in begrenzten Mengen zur Verfügung stünden und deshalb weitaus teurer seien als herkömmliches Heizöl und Erdgas. Für Wärmepumpen sei lediglich der Strompreis relevant. „Da immer mehr Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, steigen die Stromkosten voraussichtlich viel weniger schnell, als die Kosten für fossile Brennstoffe. Im Idealfall kommt der Strom sogar sehr günstig aus eigener Produktion vom Dach“, betont der Energieberater. Die Anschaffung einer Wärmepumpe wird durch die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und die Stadt Oldenburg gefördert. Die Fördersätze sind sehr individuell und können seitens der KfW von 30 bis zu 80 Prozent gewährt werden. Abhängig davon kann die Stadt Oldenburg den Einbau von Wärmepumpen unter Umständen zusätzlich mit bis zu 15 Prozent bezuschussen. Somit kann sich die Investition schon innerhalb mehrerer Jahre amortisieren.
Die Stadtverwaltung rät den Oldenburgerinnen und Oldenburgern daher, wo es möglich und zumutbar ist, bei einem anstehenden Heizungstausch auf die Wärmepumpe umzusteigen. Von der Entscheidung für eine neue Gasheizung wird schon aufgrund der absehbar hohen Betriebskosten in jedem Fall abgeraten.
Einbau von Wärmepumpen immer gefragter
Die Zahlen bestätigen das: 2025 wurden in Deutschland erstmals mehr Wärmepumpen als Öl- und Gasheizungen ans Netz gebracht. Der Markt hat also bereits entschieden, in welche Richtung die Wärmeversorgung gehen soll. Auch die Antragszahlen für das städtische Förderprogramm für Altbausanierung zeigen, dass die Wärmepumpe sehr gefragt ist: Bereits 697 Anträge sind seit Programmöffnung Mitte Februar eingegangen – davon 370 zur Förderung einer Wärmepumpe.
Auch die Innung für Sanitär- und Heizungstechnik setzt weiterhin auf Wärmepumpen. Cehan San, Obermeister der Innung, erklärt: „Die Innungsbetriebe sind weiterhin davon überzeugt, dass die Wärmepumpe mit ihrer Effizienz und den gut vorhersehbaren Betriebskosten die beste Lösung für die Wärmeversorgung sind. Sowohl die Betriebe als auch die Auszubildenden sind für die Technologie qualifiziert und finden für die meisten Gebäude gute Lösungen.“
Neutrale Beratungsangebote für Eigentümerinnen und Eigentümer
Die Stadt Oldenburg bietet neutrale Beratungsangebote zum Thema Heizung an, etwa die kostenlose Orientierungsberatung. Hier werden individuelle Optionen und Förderangebote dargelegt. Tiefer steigt der Gebäude-Check ein, mit dem die Stadt Bürgerinnen und Bürgern eine geförderte Energieberatung vor Ort organisiert. Informationen zu den Beratungsangeboten sind im Klimaportal zu finden unter klimaportal.oldenburg.de/machs-konkret/warm-kalt. Auch die Verbraucherzentrale bietet eine neutrale Beratung an, der Kontakt ist unter www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/energieberatung zu finden.
Aktuelle Veranstaltungen zum Thema Wärmepumpe
Informationen zur Wärmepumpe bietet der kostenlose Vortrag „Wärmepumpe auch in meinem Haus?“ am Donnerstag, 17. September um 18 Uhr, in der Jugendfreizeit- und Begegnungsstätte „Offene Tür Bloherfelde“, Bloherfelder Straße 170. Diesen bietet der Fachdienst Klimaschutz der Stadt Oldenburg mit dem Referenten Thomas Lichtenberger an. Der Vortrag findet im Rahmen des KLIMA POP-UP Bloherfelde/Eversten statt, das vom 7. bis 19. September ein buntes Programm zu verschiedenen Klimaschutz-Facetten präsentiert. Das Programm ist in Kürze online zu finden unter klimaportal.oldenburg.de.
Am Freitag, 25. September, lädt die Stadt Oldenburg zu der großen Beratungsveranstaltung „Aha! Wärmepumpe“ ein: Von 15 bis 18.30 Uhr stehen im Neuen Gymnasium, Alexanderstraße 90, neutrale Energieberatende für halbstündige kostenlose Erstberatungen zum Heizungswechsel zur Verfügung. Weitere Infos und die Terminbuchung stehen unter klimaportal.oldenburg.de/machs-konkret/aha-waermepumpe zur Verfügung. Zudem teilen mehrere Oldenburgerinnen und Oldenburger ihre Erfahrungen mit der Wärmepumpe und halten Nachbarschaftstipps bereit. Ebenfalls mit einem Infostand vertreten sind die Verbraucherzentrale Niedersachsen e.V. sowie die Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Oldenburg. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der Wochen der Wärme der KEAN (Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen).
Mehr erfahren?
Weitere Informationen zu Beratungs- und Förderangeboten sowie den Vortrags- und Veranstaltungsterminen finden Interessierte im Klimaportal unter klimaportal.oldenburg.de/kwp. Fragen werden gern per E-Mail an waermewende[at]stadt-oldenburg.de beantwortet. Informationen zu den Wochen der Wärme der KEAN sind zu finden unter: https://klimaschutz-niedersachsen.de/themen/waerme/2026-wochen-der-waerme.php

Zuletzt geändert am 11. August 2026
Zuletzt geändert am 29. Juni 2026