Festakt zum 70-jährigen Bestehen des Bundeswehrstandorts und der 1. Panzerdivision – Zehn Jahre Patenschaft
Dreifaches Jubiläum: Oldenburg würdigt Bundeswehr und 1. Panzerdivision
08.09.2026
Oldenburg. Mit einem Festakt auf dem Schlossplatz haben Oldenburg und die Bundeswehr am Montag, 7. September, drei Jubiläen gewürdigt: 70 Jahre Bundeswehrstandort Oldenburg, 70 Jahre 1. Panzerdivision und zehn Jahre Patenschaft zwischen der Stadt und der Division. Höhepunkt war am Abend im Rahmen eines öffentlichen Appells auf dem Schlossplatz die Verleihung von Fahnenbändern an die 1. Panzerdivision und das in Oldenburg stationierte Sicherungsbataillon.
Angetreten waren Abordnungen der Divisionstruppen, die in sieben Bundesländern und in den Niederlanden beheimatet sind, sowie das Heeresmusikkorps Hannover. Zum Auftakt schritten Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, Generalleutnant Heico Hübner als Stellvertreter des Inspekteurs des Heeres und Kommandeur Militärische Grundorganisation sowie Generalmajor Alexander Krone, Kommandeur der 1. Panzerdivision, die Front ab.
Fahnenband für die 1. Panzerdivision
Das Fahnenband ist die höchste Auszeichnung, die die niedersächsische Landesregierung an militärische Verbände verleiht. Im Rahmen des militärischen Zeremoniells wurde es von Ministerpräsident Olaf Lies angebracht. Auch das Sicherungsbataillon 1 erhielt ein neues Fahnenband und einen neuen Namensring für seine Truppenfahne. Der Verband war im April 2026 umbenannt worden. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und Generalmajor Alexander Krone übergaben das Fahnenband.
Große Wertschätzung für Soldatinnen und Soldaten
„70 Jahre Bundeswehrstandort Oldenburg sind auch 70 Jahre gelebte Partnerschaft“, sagte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Wir blicken mit Dankbarkeit zurück. Wertschätzung für unsere Soldatinnen und Soldaten gehört mitten in die Gesellschaft und nicht an ihren Rand“, betonte der Oberbürgermeister. Die Bundeswehr brauche Solidarität und Anerkennung, um ihren Dienst zum Schutz von Freiheit und Demokratie leisten zu können.
„Oldenburg und Niedersachsen sind stolz auf ihre 1. Panzerdivision“, bekräftigte Ministerpräsident Olaf Lies. „Die Zeitenwende trifft uns alle. Hybride Bedrohungen zeigen uns, dass wir verteidigungsfähig sein müssen“, so Lies. Deutschland benötige die Bundeswehr mehr denn je. „Unsere Freiheit und Sicherheit müssen verteidigt werden – jeden Tag mit Entschlossenheit und Stärke.“ Die 1. Panzerdivision sei ein Verband, der diese Verantwortung annimmt.
Generalleutnant Heico Hübner hob hervor, dass die „Erste“ im Zentrum der Landes- und Bündnisverteidigung stehe. Sie sei weit mehr als ein militärischer Großverband. Der stellvertretende Inspekteur des Heeres würdigte die Division als starke Gemeinschaft mit eigenem Charakter und hohem Anspruch an sich selbst. Der Slogan „Bereit seit 1956“ und das Divisionsmotto „Man Drup – Man To“, also „Los, ran und zugepackt“, sei Ausdruck des Geistes und der Haltung der Soldatinnen und Soldaten. Gerade heute bräuchte die Truppe den Rückhalt aus der Bevölkerung. Eine solche Gesellschaft, die den Dienst verstehe und wertschätze, gebe es in Oldenburg, so Hübner.
Lange Tradition
Die Bundeswehr ist seit September 1956 in Oldenburg präsent. Mit der Aufstellung der 11. Panzergrenadierdivision im Jahr 1959 gewann der Standort weiter an Bedeutung. Über Jahrzehnte unterstützte die Bundeswehr die Stadtgesellschaft auch in Krisenlagen – unter anderem bei der Sturmflut 1962 sowie bei Bränden, Schnee- und Hochwasserkatastrophen. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurden Verbände aufgelöst und mehrere Kasernen geschlossen. Als einziger militärischer Standort blieb die Henning-von-Tresckow-Kaserne bestehen. Der Rückgang der militärischen Präsenz brachte Einschnitte, eröffnete durch die Konversion aber auch neue Chancen für die Stadtentwicklung.
Zehn Jahre Patenschaft
Die Stadt Oldenburg übernahm 1984 erstmals eine Patenschaft mit den am Standort stationierten Bundeswehreinheiten. Am 15. Juni 2016 unterzeichneten Oldenburg und die 1. Panzerdivision die heutigen Patenschaftsurkunden. Seit Dezember 2015 sind der Stab und die Stabs-/Fernmeldekompanie der 1. Panzerdivision in der Henning-von-Tresckow-Kaserne stationiert. Die Division wurde 1956 als 1. Grenadierdivision gegründet und umfasst heute Verbände in sieben Bundesländern und zwei niederländischen Provinzen.
Serenade zum Abschluss
Den Abschluss des Festaktes bildete eine Serenade des Heeresmusikkorps Hannover auf dem Schlossplatz.
Online mehr erfahren
Ausführliche Informationen zur Patenschaft der Stadt mit der Bundeswehr sowie Fotos vom Festakt gibt es auf der städtischen Website unter www.oldenburg.de/bundeswehr.

Zuletzt geändert am 8. September 2026
Zuletzt geändert am 1. September 2026

