Nacht der Museen Oldenburg: Eine Nacht voller Kunst, Geschichte, Musik und Mitmachaktionen
02.09.2026
Oldenburg. Am Samstag, 12. September, öffnen die Oldenburger Museen und Kunsthäuser von 18 bis 24 Uhr ihre Türen zur „Nacht der Museen Oldenburg“. Acht Häuser laden dazu ein, Kunst, Geschichte, Natur und Technik einmal ganz anders zu erleben. Kurzführungen, Gespräche, kreative Mitmachaktionen, Musik, Tanz, Performances und kulinarische Angebote machen die Museumsnacht zu einem abwechslungsreichen Abend für die ganze Stadt. Gefördert wird die Nacht der Museen von der LzO Stiftung Oldenburg.
Im Stadtmuseum Oldenburg lässt sich die neue Dauerausstellung erkunden. Von 18 bis 22.30 Uhr geben Spokespersons an acht Stationen inhaltliche Einblicke. Die Ausstellung erzählt von der Entwicklung Oldenburgs von den ersten Ansiedlungen bis in die Gegenwart und richtet den Blick auf Menschen, Ideen und gesellschaftliche Veränderungen. Im dritten Obergeschoss zeigt die Sonderausstellung „In der Stadt statt im Museum“, wie das Stadtmuseum während seiner 1.851-tägigen Schließzeit neu entstanden ist. Im Denk- und Kreativraum können Besuchende von 18 bis 22.30 Uhr kleine Monster basteln und Freundschaftsbänder knüpfen. Am DemokraTisch des Bündnisses Oldenburg für Demokratie laden Glücksrad, DemokratieDeckel und Challenges zum Austausch über Oldenburg und demokratische Beteiligung ein. Den ganzen Abend über sorgt außerdem eine Fassadenillumination mit Musik für ein besonderes Erlebnis rund um das Stadtmuseum. Bei Dunkelheit lohnt sich der Weg auf die Dachterrasse mit Blick über die Lichter der Stadt.
Im Horst-Janssen-Museum stehen die Werke des Zeichners und Grafikers Horst Janssen sowie die aktuelle Sonderausstellung „What Is the Truth and Where Did It Go? Von Menschen und Maschinen“ von Andrea Ziegler im Mittelpunkt. Andrea Ziegler „zeichnet“ mit der Nähmaschine und schafft Freihand-Maschinenstickereien. In ihrer Ausstellung gelingt es ihr, einen Bogen von ausgewählten Janssen-Werken zu aktuellen gesellschaftlichen Themen wie Künstlicher Intelligenz, Tech-Ideologien und Überforderung durch Informationsfülle zu schlagen. Von 18.30 bis 22.30 Uhr werden stündlich jeweils 20-minütige Kurzführungen durch beide Ausstellungen angeboten. An einer Kreativstation können Besuchende von 18 bis 22.30 Uhr, inspiriert von Zieglers Kunst, eigene Collagen gestalten und übersticken.
Auch im gemeinsamen Museumsfoyer von Stadtmuseum und Horst-Janssen-Museum gibt es während der Museumsnacht viel zu erleben. Das Café Atrium lädt mit einem feinen kulinarischen Angebot zum Verweilen ein. Für musikalische Highlights sorgt ab 20 Uhr die Band „Pepper and Soul“: Jeweils zur vollen Stunde gibt es ein Mini-Konzert im Foyer. Zum krönenden Abschluss der Museumsnacht spielt die Band ab 23 Uhr ein einstündiges Konzert – Tanzen ist ausdrücklich erwünscht.
Das Haus für Medienkunst präsentiert die internationale Gruppenausstellung „OFF – Poems of Unrest“, die persönliche Erfahrungen mit Fragen von Gewalt, Schutz und Sicherheit verbindet. Um 18 Uhr geben die Kuratorinnen Edit Molnár und Katalin Székely Einblicke in die Entstehung der Ausstellung im Kontext der OFF-Biennale Budapest. Um 19.30 Uhr geht es in einer Podiumsdiskussion um die Frage „Braucht Demokratie Kultur oder braucht Kultur Demokratie?“. Auf dem Podium diskutieren Vertretende aus Kunst, Kultur und Theater über unabhängiges Kunstschaffen und die Bedeutung demokratischer Strukturen. Ab 21.30 Uhr sorgt die Bremer Band „Die Behörde“ für musikalische Energie. Ergänzt wird das Programm durch Kurzführungen um 21, 22.30 und 23.30 Uhr und das Fotografie-Mitmachangebot „Meine Stadt – mein Gefühl“, bei dem von 18.30 bis 21.30 Uhr eigene Stadtwahrnehmungen fotografisch festgehalten werden können.
Im historischen Pulverturm wird es atmosphärisch: Das Haus für Medienkunst zeigt die Soloausstellung „Wreckage“ der koreanischen Künstlerin Jane Jin Kaisen. Im Mittelpunkt stehen die Geschichte der Haenyeo, der Taucherinnen der südkoreanischen Insel Jeju, und ihre Verbindung zum Meer. Film, Gesang, Rezitation, Textilien und historisches Archivmaterial verbinden sich zu einer vielschichtigen Installation.
Im Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg lädt die Ausstellung „Kristallmagie. Verborgener Zauber dunkler Turmaline“ dazu ein, die faszinierenden Innenwelten der Kristalle zu entdecken. Kurzführungen um 18.30, 20.30 und 22.30 Uhr widmen sich der Farbwelt und ihrer Entstehung im Inneren der dunklen Turmaline. Von 18 bis 20 Uhr sowie von 21 bis 23 Uhr zeigt eine Knochenschnitzerin die traditionelle Verarbeitung von Knochen und Geweihen. Besuchende erleben, wie aus Knochen und Geweih Werkzeuge, Schmuck und andere Gegenstände entstehen. Wer lieber selbst aktiv wird, kann von 18.30 bis 23 Uhr bei Mitmachaktionen selbst Knochen und Geweihe bearbeiten und sich beim Bogenschießen wie in der Steinzeit ausprobieren.
Im Gebäude Damm 46 ist die Künstlergruppe Oldenburg zu Gast und zeigt in der Ausstellung „Gegenüberstellung“ Arbeiten von 15 Künstlerinnen und Künstlern aus Malerei, Grafik, Fotografie, Bildhauerei, Mixed Media und Installation. Von 18 bis 23 Uhr können die Gäste außerdem selbst kreativ werden: Eine Selfie-Station lädt dazu ein, eine eigene „Gegenüberstellung“ zu inszenieren, während ein Schwarzlichtraum mit Schminkstation und ein Spiegelraum für besondere Perspektiven sorgen. Hinweis: Die Ausstellung und die Aktionen im Gebäude Damm 46 sind leider nur über Treppen erreichbar.
In der Nacht der Museen öffnet das Landesmuseum Kunst & Kultur Oldenburg die Pforten des Oldenburger Schlosses und bietet ein buntes Programm für Jung und Alt. Beim Bücherflohmarkt im Foyer des Schlosssaals werden den Abend über Kunstbände, Ausstellungskataloge und Sachbücher zum Schnäppchenpreis angeboten. Um 19 und 20 Uhr steht bei Lesungen im Empfangszimmer die Kulinarik im Mittelpunkt: Dirk Meyer interpretiert historische Speisekarten aus der Zeit der Oldenburger Großherzöge. Im Schlossatelier werden von 18.30 bis 22 Uhr T-Shirts und selbst mitgebrachte Textilien durch Bügelbilder und mit Textilfarbe fantasievoll bedruckt. Eine Selfie-Station in der Hanna Stirnemann Lounge lässt in kunstvoller Kulisse Urlaubsgefühle aufkommen. Im Schlosssaal führt die „Schlosstanzerey zu Oldenburg“ um 20 und 21 Uhr barocke Solo- und Gruppentänze auf, Interessierte können historische Tänze aus mehreren Epochen unter fachkundiger Anleitung um 20.30 und 21.30 Uhr auch selbst ausprobieren – wer möchte, kann im Kostüm kommen. Livespeaker teilen um 19, 20 und 21 Uhr an verschiedenen Orten im Schloss Wissenswertes über Baugeschichte, einstige Nutzung und besondere Objekte des Oldenburger Schlosses. Im Marmorsaal können sich Besuchende von 18.30 bis 19.30 Uhr und von 20.30 bis 21.30 Uhr mit ikonischen Sammlungs-Highlights in Form temporärer Tattoos schmücken. Am späten Abend groovt im Schlosssaal der Graf: Bei einer Silent Disco kann ab 22.30 Uhr mit Kopfhörern zu selbstgewählter Musik getanzt werden.
Im Oldenburger Computer-Museum geht es auf Zeitreise durch die Geschichte des Computerspiels und der Heimcomputer. Neben den Dauerausstellungen zu Heimcomputern, Arcade-Automaten und Spielkonsolen der ersten sechs Generationen ist die Sonderausstellung „50 Jahre Apple – Vom Garagenprojekt zur globalen Kultmarke“ zu sehen. Führungen durch die Ausstellungen gibt es um 20 und 22 Uhr. Eine Quiz-Rallye lädt dazu ein, das Museum auf eigene Faust zu erkunden.
Der Oldenburger Kunstverein zeigt die Ausstellung „Zeiten Zeichen Zusammenhänge“ mit Arbeiten von 13 Künstlerinnen und Künstlern, die den Kunstverein in den vergangenen 20 Jahren mit ihren Einzelausstellungen geprägt haben. Die Werke aus Fotografie, Malerei, Zeichnung, Skulptur und Installation treten dabei in einer neuen Konstellation miteinander in Dialog. Zur Nacht der Museen geben Kurzführungen und Gespräche um 18, 20 und 22 Uhr Einblicke in die Ausstellung, die künstlerischen Techniken und die Hintergründe der beteiligten Kunstschaffenden.
Tickets und Website
Tickets für die Museumsnacht sind an den Museumskassen der teilnehmenden Häuser erhältlich. Zusätzlich können Karten über den Online-Ticketshop des Stadtmuseums und des Horst-Janssen-Museums gebucht werden. Das Einzelticket kostet 8 Euro, das Partnerticket für zwei Personen 10 Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, Schülerinnen und Schüler, Studierende, OL-Passinhabende und Menschen mit Schwerbehindertenausweis haben freien Eintritt. Zusätzlich stiften die Museen 50 Freitickets an die Oldenburger Kulturtafel.
Nach mehreren Jahren mit kostenlosem Eintritt wird für die Nacht der Museen in diesem Jahr wieder ein Eintrittspreis erhoben. Zuvor war die Veranstaltung aufgrund der Corona-Pandemie sowie der mehrjährigen Schließ- und Umbauphase des Stadtmuseums kostenfrei angeboten worden. Da nun wieder alle beteiligten Häuser regulär geöffnet sind, fließen die Einnahmen aus den Tickets in die Refinanzierung von Personal- und Programmkosten.
Wer an einem Abend möglichst viel entdecken möchte, kann zwischen den Häusern wechseln und sich sein eigenes Programm zusammenstellen. Dabei hilft die neue Website der Nacht der Museen mit einem Timetable und Zeitanzeige: www.nacht-der-museen-oldenburg.de. Und wer Lust hat, kann an einer Rallye mit Gewinnspiel durch alle Häuser teilnehmen. Die Teilnahme-Postkarten sind an den Museumskassen erhältlich. So wird die Museumsnacht zur ganz persönlichen Entdeckungstour durch Kunst, Stadtgeschichte, Natur, Technik und Kultur.
Die „Nacht der Museen Oldenburg“ wird von der LzO Stiftung Oldenburg gefördert.
Zuletzt geändert am 2. September 2026
Zuletzt geändert am 1. September 2026