Oberbürgermeister Jürgen Krogmann gratuliert im Kulturzentrum PFL
20. Einbürgerungsfeier: Ein neues Kapitel für 998 Lebenswege
04.09.2026
Oldenburg. Für 998 Oldenburgerinnen und Oldenburger begann im Jahr 2025 ein neuer Lebensabschnitt: Sie haben die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten und sind damit gleichberechtigte Bürgerinnen und Bürger mit allen Rechten und Pflichten geworden. Zahlreiche von ihnen folgten der städtischen Einladung und nahmen am Donnerstag, 3. September, an einer Feierstunde im Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, teil. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann sprach den Gästen dort seine Glückwünsche aus.
„Mit Ihrer Einbürgerung liegt ein langer und oftmals nicht immer einfacher Weg hinter Ihnen – Sie haben sich in Oldenburg ein Leben aufgebaut, eine fremde Sprache gelernt und sind nun ganz offiziell Teil der neuen Heimat. Als Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutschland ermutige ich Sie, sich auch auf persönlicher und politischer Ebene einzubringen. Denn Ihre Erfahrungen, Ihr Wissen und Ihr Können bereichern nicht nur unsere Stadtgesellschaft, sondern auch unsere Demokratie!“, so Krogmann. Aufgrund der zahlreichen neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger war es bereits die zweite Einbürgerungsfeier in diesem Jahr. Dabei handelte es sich gleichzeitig um eine ganz besondere Veranstaltung: Bereits zum 20. Mal feierte die Stadtverwaltung ihre neu eingebürgerten Oldenburgerinnen und Oldenburger.
Neue Staatsbürgerinnen und -bürger berichten
Die drei größten Personengruppen der neu Eingebürgerten stammen aus dem Irak (485 Menschen), Syrien (208 Menschen) und dem Iran (41 Menschen). Vier der neuen Landsleute berichteten während der Feierstunde, welche Erfahrungen sie an diesen Punkt gebracht haben und was der deutsche Pass für sie bedeutet. Zu den Rednerinnen und Rednern gehörte Maria Davila (34), die in Oldenburg bei der EWE Aktiengesellschaft als Prozessmanagerin tätig ist und aus Kolumbien stammt. Abdul Rahman Hamidi (35) besitzt afghanische Wurzeln und arbeitet als Fachinformatiker für Systemintegration im IT-Field-Service-Support der Firma Cordes & Graefe Bremen KG, einem Fachgroßhandel für Haustechnik, in Stuhr. Er unterstützt darüber hinaus ehrenamtlich Zugewanderte, insbesondere als Dolmetscher im Rahmen von Arztbesuchen.
Von seinem persönlichen Weg erzählte auch Rezgar Hussein (33) aus Syrien, der bei der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG in der Niederlassung am Seehafen Brake seinen Dienst verrichtet. Der Ingenieur und Objektleiter engagiert sich ehrenamtlich in der SPD und steht in diesem Monat als Kandidat für den Stadtrat zur Wahl. Lilit Durinyan-Gran (38), Gesangslehrerin an der Musikschule Bad Zwischenahn und Gesangssolistin, stammt aus Armenien und kam ebenfalls zu Wort. Sie trug im Anschluss an ihre Rede noch zwei Lieder vor.
Gemeinsames Singen der Nationalhymne
Die musikalische Begleitung des Abends übernahm ein Hornquartett der städtischen Musikschule mit Amalia During, Barbara Goodfellow, Florentine Hüls und Llúcia Palet Sabater in der Besetzung. Tilda Bonthuis, ebenfalls von der Musikschule, stimmte am Ende der Einbürgerungsfeier mit allen Gästen und den neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern die deutsche Nationalhymne an.
Ausländerbüro rechnet für 2026 mit neuem Höchststand
Das Ausländerbüro der Stadt Oldenburg verspürt seit Mitte 2021 einen deutlichen Anstieg bei den Einbürgerungsanträgen sowie den tatsächlichen Einbürgerungen. Dieser hohe Zuwachs lässt sich vor allem auf die Auswirkungen der Fluchtbewegung zwischen 2015 und 2016 zurückführen. Auch der Familiennachzug, die Einwanderung von Fachkräften sowie Aufenthalte zu Bildungs- und Ausbildungszwecken spielen eine Rolle.
In den Jahren 2024 und 2025 wurden jeweils rund 1.000 Menschen eingebürgert. Für das Jahr 2026 rechnet das Ausländerbüro nach der aktuellen Hochrechnung mit über 1.300 Einbürgerungen. „Damit würde Oldenburg einen neuen Höchststand bei den Einbürgerungen innerhalb eines Kalenderjahres erreichen“, so Norbert Folkerts, Leiter des städtischen Ausländerbüros. Zum Vergleich: In den Jahren 2015 bis 2020 lag die Anzahl der eingebürgerten Menschen noch zwischen 236 und 319. Um diese zahlreichen Einbürgerungen zu bewältigen, hat das Ausländerbüro den Personalbestand im Team Staatsangehörigkeitsangelegenheiten in den vergangenen Jahren deutlich aufgestockt.
156 Nationen in Oldenburg vertreten
In Oldenburg leben (Stand: 31. Juli 2026) insgesamt 23.886 Ausländerinnen und Ausländer aus 156 Nationen. Die Stadtverwaltung ist seit dem Jahr 2000 für die Bearbeitung und Prüfung der Einbürgerungsanträge von der Beratung über die Antragsannahme bis hin zur Aushändigung der Einbürgerungsurkunde zuständig. Im Vergleich zu anderen niedersächsischen Städten mit einem ähnlich hohen Anteil an Ausländerinnen und Ausländern verzeichnet Oldenburg seit 2021 die mit Abstand meisten Einbürgerungsanträge. Ein Grund dafür: In unserer Stadt leben zahlreiche Menschen aus dem Irak und Syrien. Staatsangehörige aus diesen beiden Ländern stellen seit vielen Jahren vermehrt Einbürgerungsanträge, sobald sie die erforderlichen Kriterien erfüllen.
Einbürgerungsfeiern finden in Oldenburg seit dem Jahr 2007 statt. Nur in den Jahren 2021 und 2022 konnte die Veranstaltung aufgrund der Corona-Pandemie nicht durchgeführt werden. Wegen der hohen Anzahl von Einbürgerungen fanden im vergangenen und laufenden Jahr jeweils zwei Feierstunden statt.
Weitere Informationen zum städtischen Ausländerbüro sind online unter www.oldenburg.de/auslaenderbuero zu finden.

Zuletzt geändert am 4. September 2026
Zuletzt geändert am 1. September 2026